Weltpremiere: Fahrerloses Parksystem von Mercedes-Benz und Bosch erhĂ€lt Genehmigung fĂŒr Serieneinsatz

Fahrerloses Parksystem von Mercedes-BenzGenehmigung fĂŒr Serieneinsatz

Mercedes-Benz und Bosch haben einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum automatisierten Fahren erreicht.

In KĂŒrze im APCOA Parkhaus am Flughafen Stuttgart

  • Automated Valet Parking erhĂ€lt als weltweit erste vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion (SAE Level 4)[1] die Freigabe der Behörden fĂŒr den Serienbetrieb in Deutschland.
  • Vollautomatisiertes und fahrerloses Parksystem holt und bringt das Fahrzeug völlig selbstĂ€ndig.
  • Funktion in KĂŒrze fĂŒr bestimmte Varianten der S-Klasse und des EQS[2] mit der entsprechenden VorrĂŒstung „INTELLIGENT PARK PILOT“ in Deutschland zunĂ€chst im Parkhaus P6 in Stuttgart verfĂŒgbar.
  • APCOA Parkhaus P6 am Stuttgart Airport ist das erste Parkhaus weltweit, in dem das fahrerlose Parksystem zukĂŒnftig im Serienbetrieb nutzbar ist.
  • Digitale MobilitĂ€tsplattform APCOA FLOW ermöglicht Buchung sowie berĂŒhrungslose Ein- und Ausfahrt und bargeldlose Zahlung.

Mercedes-Benz und Bosch haben einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum automatisierten Fahren erreicht: FĂŒr ihr vollautomatisiertes Parksystem im von APCOA betriebenen Parkhaus P6 am Flughafen Stuttgart hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Genehmigung erteilt. Es ist damit die weltweit erste behördlich fĂŒr den Serienbetrieb zugelassene, vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion nach SAE Level 4[1]. Die technologische Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens spielt eine SchlĂŒsselrolle in der MobilitĂ€t der Zukunft. Fahrzeug und Infrastruktur ĂŒbernehmen die Fahr- und Rangieraufgaben: Statt wertvolle Zeit fĂŒr die Parkplatzsuche und das Einparken in engen ParkhĂ€usern aufzuwenden, kann sich der Fahrer direkt anderen Dingen widmen.

„Die weltweit erste Genehmigung fĂŒr den Kundenbetrieb unserer gemeinsam mit unserem Technologiepartner Bosch entwickelten vollautomatisierten und fahrerlosen Parkfunktion zeigt: InnovationsfĂŒhrerschaft und „Made in Germany“ gehen Hand in Hand“, so Markus SchĂ€fer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Chief Technology Officer verantwortlich fĂŒr Entwicklung & Einkauf. „Nach der MarkteinfĂŒhrung des Level 3-Systems DRIVE PILOT werden wir in KĂŒrze mit dem INTELLIGENT PARK PILOT ein Level 4-System fĂŒrs Parken anbieten – und das alles in diesem Jahr. Damit zeigen wir unseren Kunden, wie Technologie den Alltag verbessern und unseren Kunden wertvolle Zeit schenken kann.“

„Fahrerloses Parken ist ein wichtiger Baustein automatisierter MobilitĂ€t. Das gemeinsam mit unserem Partner Mercedes-Benz entwickelte vollautomatisierte Parksystem zeigt, wie weit wir auf diesem Entwicklungspfad bereits gekommen sind. Der Alltag des automatisierten Fahrens beginnt mit dem fahrerlosen Parken“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. „Bosch hat von Anfang an den Ansatz verfolgt, die Infrastruktur in den ParkhĂ€usern intelligent zu machen. Damit haben wir Standards gesetzt. Unser Ziel ist es, kĂŒnftig weitere ParkhĂ€user mit der entsprechenden Infrastrukturtechnik auszustatten – in den kommenden Jahren sollen es weltweit bereits mehrere Hundert sein.“

„Wir freuen uns außerordentlich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit unseren Partnern von Bosch, Mercedes-Benz und dem Flughafen Stuttgart ein vernetztes System fĂŒr das fahrerlose und berĂŒhrungslose Parken zu entwickeln. Unsere digitale Plattform APCOA FLOW ermöglicht dabei die Stellplatzbuchung, den berĂŒhrungslosen Zugang zum Parkhaus und die automatische Abrechnung des Parkvorgangs,“merkt Frank van der Sant, Mitglied des Vorstands und Chief Commercial Officer der APCOA PARKING Group an. „FĂŒr unsere Kunden bietet das einen enormen Komfortgewinn: Planungssicherheit, geringen zeitlichen Aufwand, kurze Wege sowie einen berĂŒhrungs- und bargeldlosen Parkprozess.“

„Als Flughafen sind wir stolz darauf, dass der STR Standort dieser Weltpremiere ist“, sagt Walter Schöfer, Sprecher der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Flughafen Stuttgart GmbH. „Das Projekt zeigt, wie stark hier in der Region die Innovationskraft ist. Automated Valet Parking ist ein echter Komfort- und Zeitgewinn fĂŒr unsere FluggĂ€ste. Das gilt ganz besonders, wenn sie in Eile sind und am Flughafen schnell ihr Auto abstellen wollen.“

Die Technik des fahrerlosen Parkens

Ins Parkhaus fahren, aussteigen und das Fahrzeug per Klick auf die Smartphone-App zum Parken schicken – der automatisierte Parkservice, auch Automated Valet Parking genannt, kommt ganz ohne den Fahrer aus. WĂ€hrend dieser das Parkhaus bereits verlassen hat und die gewonnene Zeit anderweitig nutzen kann, fĂ€hrt das Fahrzeug selbststĂ€ndig zu einem zugewiesenen Stellplatz und parkt ein. Genauso kommt das Fahrzeug auf Wunsch auch wieder vorgefahren. Dabei spielt die im Parkhaus installierte, intelligente Infrastruktur von Bosch mit der Fahrzeugtechnik von Mercedes-Benz zusammen. Bosch-Sensoren im Parkhaus ĂŒberwachen den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld und liefern die Informationen fĂŒr die Steuerung des Fahrzeugs. Die Technik im Fahrzeug setzt die Informationen der Infrastruktur in Fahrmanöver um. Auf diese Weise können die Fahrzeuge auch eigenstĂ€ndig Rampen hoch- und herunterfahren und innerhalb des Parkhauses Stockwerke wechseln. Erkennen die Infrastruktursensoren ein Hindernis, bremst das Fahrzeug in den sicheren Stillstand und nimmt die Fahrt erst dann wieder auf, wenn die Strecke wieder frei ist.

Bereits 2019 hatten Bosch und Mercedes-Benz fĂŒr Automated Valet Parking die weltweit erste Ausnahmegenehmigung fĂŒr den Betrieb von Entwicklungsfahrzeugen ohne menschliche Überwachung im Alltagsbetrieb des Stuttgarter Mercedes-Benz Museums erhalten. Die jetzt erteilte Genehmigung geht darĂŒber hinaus und ermöglicht den Serieneinsatz mit Privatfahrzeugen im Parkhaus P6 am Stuttgart Airport. Grundlage fĂŒr die nun erteilte Zulassung ist ein in Deutschland im Juli 2021 in Kraft getretenes Gesetz, welches fahrerloses Fahren nach SAE Level 4[1] fĂŒr Kraftfahrzeuge ermöglicht (BMDV – Gesetz zum autonomen Fahren tritt in Kraft). In enger Abstimmung mit dem Bundesministerium fĂŒr Digitales und Verkehr (BMDV) sowie dem KBA wurde dessen Anwendung auf das Parksystem umgesetzt. Die AFGBV (Autonome Fahrzeug-Genehmigungs- und Betriebsverordnung) wurde am 20.05.2022 im deutschen Bundesrat verabschiedet und konkretisiert die Anforderungen an Level 4-Fahrzeuge innerhalb des StVG.

Die Unternehmen planen ein schrittweises Ausrollen des fahrerlosen Parkservices fĂŒr das Parkhaus P6 am Flughafen Stuttgart: erste Kunden der S-Klasse und des EQS mit Produktionsdatum ab 07.2022, fĂŒr deren Fahrzeugvarianten der Mercedes me connect Dienst INTELLIGENT PARK PILOT2 verfĂŒgbar ist und die diesen aktiviert haben, können die Funktion ab dem Tag der Freischaltung im Alltagsbetrieb im von APCOA betriebenen Parkhaus P6 am Stuttgart Airport nutzen. Nachdem der Fahrer einen Parkplatz per Mercedes me-App im Vorfeld reserviert hat, kann das Fahrzeug innerhalb einer vordefinierten Drop-off-Area abgestellt werden. Der Parkvorgang wird in der Mercedes me-App gestartet, nachdem alle Insassen ausgestiegen sind. Das Parksystem ĂŒberprĂŒft, ob der Fahrweg zum gebuchten Parkplatz frei ist und alle sonstigen technischen Voraussetzungen erfĂŒllt sind. Ist dies der Fall, wird dem Fahrer in der App die Übernahme des Fahrzeuges durch die intelligente Infrastruktur bestĂ€tigt und er kann das Parkhaus verlassen. Anschließend startet das Fahrzeug automatisch und fĂ€hrt automatisiert zu seinem Parkplatz. Will der Fahrer das Parkhaus mit seinem Auto verlassen, kann er sein Fahrzeug per Smartphone-Befehl zu einer vordefinierten Pick-up-Area vorfahren lassen.

[1]Die SAE J3016 definiert sechs Automatisierungsgrade des Fahrbetriebs von Straßenfahrzeugen (Level 0 bis Level 5). Level 4 sinngemĂ€ĂŸ: Das Fahrzeug kann unter bestimmten Randbedingungen (z. B. im Parkhaus) alle Verkehrssituationen selbststĂ€ndig meistern. Ein Fahrer braucht nicht an Bord zu sein.

[2]Der Mercedes me connect Dienst INTELLIGENT PARK PILOT wird zunĂ€chst in Deutschland fĂŒr die Mercedes-Benz S-Klasse Limousine, Limousine lang und den Mercedes EQS – jeweils ausgenommen Mercedes-Maybach und AMG – verfĂŒgbar sein, beginnend mit Fahrzeugen ab Produktionsdatum 07.2022. Die Mercedes-Benz S-Klasse Limousine, Limousine lang – ausgenommen Mercedes-Maybach und AMG – mit Produktionsdatum ab 12.2020 folgen zeitnah. Der Mercedes EQS – ausgenommen AMG – mit Produktionsdatum ab 04.2021 folgt zeitnah. Sobald der INTELLIGENT PARK PILOT fĂŒr das jeweilige Fahrzeug verfĂŒgbar ist, erscheint der Dienst in der Diensteverwaltung der Mercedes me App und steht zur Aktivierung bereit. FĂŒr die Nutzung der Mercedes me connect Dienste ist eine persönliche Mercedes me ID sowie die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen fĂŒr die Mercedes me connect Dienste notwendig. ZusĂ€tzlich muss das jeweilige Fahrzeug mit dem Benutzerkonto verknĂŒpft sein. Nach Ablauf der initialen Laufzeit können die Dienste kostenpflichtig verlĂ€ngert werden, sofern diese dann noch fĂŒr das entsprechende Fahrzeug angeboten werden. Die erstmalige Aktivierung der Dienste ist innerhalb von 1 Jahr ab Erstzulassung oder Inbetriebnahme durch den Kunden möglich, je nachdem was zuerst erfolgt.

ĂŒbermittelt durch die Daimler AG

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