100 Jahre CitroĂ«n: Die „Rosalie“ sorgte mit „schwebendem“ Motor fĂŒr Aufsehen

AnlĂ€sslich ihres 100-jĂ€hrigen JubilĂ€ums lĂ€sst die Marke CitroĂ«n ihre außergewöhnliche Modellgeschichte Revue passieren.

AnlĂ€sslich ihres 100-jĂ€hrigen JubilĂ€ums lĂ€sst die Marke CitroĂ«n ihre außergewöhnliche Modellgeschichte Revue passieren: In einer einzigartigen Reihe wird an die legendĂ€rsten Fahrzeuge erinnert. Auf den Typ A 10 HP aus dem Jahr 1919 und den 5 HP von 1922 folgen in den 30er Jahren der CitroĂ«n 8CV, der 10CV und der 15CV. Alle drei Modelle gingen unter dem Namen „Rosalie“ in die Automobilgeschichte ein und sorgten mit dem „schwebenden“ Motor fĂŒr Furore.

Erste Vorstellung der „Rosalie“ 1932

Erstmals prĂ€sentiert wurde die „Rosalie“ im Herbst 1932 auf dem Pariser Automobilsalon. Die drei vorgestellten Modelle CitroĂ«n 8CV, 10CV sowie 15CV machten mit dem innovativen „schwebenden“ Motor auf sich aufmerksam. Ein Markenschild mit einem Schwan wies auf die neue, im CitroĂ«n Werk am Quai de Javel produzierte Motorlagerung hin. Die Floating-Power-Vorrichtung brachte die AufhĂ€ngung des Motortriebwerkes an zwei Punkten der LĂ€ngsachse mit sich – das Triebwerk konnte somit frei schwingen. FĂŒr die Verminderung der Vibration sorgten spezielle Gummipuffer.

Die „Rosalies“ waren mit unterschiedlichen Aufbauten und Innenausstattungen lieferbar – als offener Zweisitzer, als Limousine oder auch als Lieferwagen mit Kasten- oder Pritschenaufbau. 1934 wurden die Modelle der „Rosalie“-Serie modernisiert – sie erhielten windschnittigere Karosserien sowie den Zusatz NH (nouvel habillage) zur Modellbezeichnung. DarĂŒber hinaus feierten sie zahlreiche Erfolge im Motorsport.

CitroĂ«n 8CV – die „Petite Rosalie“

Der elegante CitroĂ«n 8CV, der unter dem Namen „Petite Rosalie“ in die Unternehmensgeschichte einging, war das kleinste Fahrzeug der „Rosalie“-Serie. Ein Markenzeichen war die einteilige Karosserie, die noch steifer als die bisherigen Ganzstahlkarosserien war. Der Vierzylinder-Motor mit einem Hubraum von 1.452 cm3verfĂŒgte ĂŒber 32 PS (24 kW) – somit konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erzielt werden. 36 PS (26 kW) hatte der 1934 gebaute 8CV NH LĂ©gĂšre. Die KraftĂŒbertragung auf die HinterrĂ€der erfolgte ĂŒber ein Dreiganggetriebe.

Die „Petite Rosalie“ ging auch auf Rekordjagd: Vom 15. MĂ€rz bis 27. Juli 1933 legte der CitroĂ«n 8CV unter stĂ€ndiger Kontrolle des Automobilclubs von Frankreich auf dem Rundkurs von MontlhĂ©ry in 134 Tagen 300.000 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 93 km/h zurĂŒck. Mit diesen Zahlen stellte der CitroĂ«n 8CV einen neuen Rekord auf. FirmengrĂŒnder AndrĂ© CitroĂ«n versprach dem Konstrukteur, der diese Kilometerleistung ĂŒberbieten sollte, einen Preis in Höhe von drei Millionen Franc.

Von Oktober 1932 bis Januar 1935 wurden insgesamt 38.835 Einheiten der „Petite Rosalie“ gebaut.

Citroën 10CV

Der CitroĂ«n 10CV war mit einer LĂ€nge von 4,57 Metern 30 Zentimeter lĂ€nger als die „Petite Rosalie“. Ausgestattet mit einem Vierzylinder-Motor mit 1.767 cm3 Hubraum und 36 PS (26 kW) erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. FĂŒr den CitroĂ«n 10CV standen mehrere Karosserie-Varianten sowie die leichtere AusfĂŒhrung „Rosalie“ 10CV NH LĂ©gĂšre zur VerfĂŒgung. Bis 1935 produzierte CitroĂ«n insgesamt 49.249 Einheiten des CitroĂ«n 10CV.

Citroën 15CV

In der 15CV-AusfĂŒhrung verfĂŒgte die „Rosalie“ ĂŒber einen elastisch gelagerten Sechszylinder-Motor mit einem Hubraum von 2.650 cm3 und 56 PS (41 kW). Der grĂ¶ĂŸere Motor hatte zur Folge, dass der Vorderwagen um 15 Zentimeter verlĂ€ngert werden musste. Auch fĂŒr den CitroĂ«n 15CV waren verschiedene Karosserien und Ausstattungen verfĂŒgbar. DarĂŒber hinaus gab es eine LĂ©gĂšre-Version, die eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erzielte.

Von Oktober 1932 bis Januar 1935 wurden 7.228 Exemplare des Citroën 15CV gebaut.

Die deutsche „Rosalie“

Ab dem 15. Februar 1933 produzierten 440 Arbeiter die deutsche „Rosalie“ in Köln-Poll. Beim Bau wurde auf den Einsatz auslĂ€ndischer Teile verzichtet. Die „Rosalie“ galt somit als deutsches Fabrikat mit dem dazugehörigen Emblem „Deutsche Arbeit“. Innerhalb von zwei Jahren wurden in Köln-Poll 1.789 Fahrzeuge gebaut und verkauft.

 

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