Vor 35 Jahren: Das T-Modell der Baureihe 124 hat Premiere

Baureihe 124

Das T-Modell der Baureihe 124 hat auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vom 12. bis 22. September 1985 Premiere.

  • Heute ein beliebter Young Classic mit Kultfaktor und Nutzwert
  • Erstes Mercedes-Benz T-Modell, das ab 1993 den Namen E-Klasse tr√§gt
  • Pr√§sentation auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 1985

Vor 35 Jahren schreibt Mercedes-Benz eine Erfolgsgeschichte fort: Das T-Modell der Baureihe 124 hat auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vom 12. bis 22. September 1985 Premiere. Es ist die erste Kombinationslimousine der Marke, die den Namen E-Klasse tragen wird, und das zweite T-Modell in der Geschichte der E-Klasse √ľberhaupt. Das T-Modell ‚Äď ‚ÄěT‚Äú steht f√ľr ‚ÄěTourismus und Transport‚Äú ‚Äď ist eng mit der im Dezember 1984 vorgestellten Limousine verwandt. Sp√§ter erg√§nzen noch Coup√©s (1987) und Cabriolets (1991) als eigenst√§ndige Karosserieformen die Baureihe 124. Au√üerdem gibt es Limousinen mit langem Radstand und Fahrgestelle f√ľr Sonderaufbauten mit kurzem und langem Radstand. Bis zum Jahr 1996 werden im Mercedes-Benz Werk Bremen insgesamt 340.503 Exemplare des Lifestyle-Kombis gebaut. L√§ngst hat sich der S 124, so die interne Bezeichnung, als beliebter Young Classic mit Kultfaktor und hohem Nutzwert etabliert.

Das T-Modell ist ein weiteres Bravourst√ľck des Designbereichs unter der Leitung von Bruno Sacco. Vorn und in der Mitte wirken Limousine und T-Modell auf den ersten Blick identisch. Tats√§chlich gibt es feine Abweichungen. Beispielsweise ist beim T-Modell das Dach etwas h√∂her als jenes der Limousine. Die Gestalter und Ingenieure setzen diesen Unterschied √§sthetisch-harmonisch um, indem sie die Blechfl√§che zwischen dem Knick oberhalb der T√ľren und den Abdeckleisten zum Dachmittelst√ľck hin geringf√ľgig steiler stellen. Das Heck mit dem gr√∂√üeren Raumvolumen ver√§ndert die Aerodynamik: Das T-Modell hat einen Luftwiderstandsbeiwert von cW¬†=¬†0,340, die Limousine von cW¬†=¬†0,300.

Die Bodengruppe wird im hinteren Bereich ver√§ndert, um eine ebene Ladefl√§che zu schaffen. Weil bei der Limousine aber der hinter der R√ľcksitzlehne angebrachte Tank im Weg w√§re, wird er im T-Modell unter den Fahrzeugboden des Hecks verlegt. Die besondere Gestaltung der Tankoberseite und des Fahrzeugbodens mit schr√§gen Anlauffl√§chen tr√§gt zur passiven Sicherheit bei: Bei einem Heckaufprall mit L√§ngstr√§gerverformung wird der Tank nach unten weggedr√ľckt und von Fangseilen gehalten.

Turbodiesel exklusiv im T-Modell

Das Typenprogramm des T-Modells umfasst zun√§chst Motorisierungen mit einem Leistungsbereich von 53¬†kW (72¬†PS) im 200¬†TD bis 138¬†kW (182¬†PS) im 300¬†TE. Die Modellpalette unterscheidet sich im Detail von den Limousinen: So gibt es beispielsweise f√ľr die Baureihe¬†124 den 300¬†TD TURBO mit dem 105¬†kW (143¬†PS) starken Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel-Motor OM¬†603¬†D¬†30¬†A exklusiv als T-Modell. Der Motor wird sonst im S-Klasse-Exportmodell 300¬†SDL f√ľr Nordamerika eingebaut. Auch der 300¬†TD TURBO wird anfangs f√ľr den Export produziert, er ist ab 1987 zus√§tzlich in Deutschland erh√§ltlich. Alle T-Modelle mit Ottomotor, zun√§chst mit Ausnahme des 200¬†T, erhalten auf Wunsch eine geregelte Abgasreinigungsanlage mit Dreiwege-Katalysator. Alternativ ist die sogenannte ‚ÄěR√úF-Version‚Äú erh√§ltlich: ohne Katalysator und Lambdasonde, aber mit dem multifunktionalen Gemischaufbereitungs- und Z√ľndsystem. Die Nachr√ľstung mit geregeltem Katalysator ist bei R√úF-Versionen problemlos m√∂glich. Ab September 1986 geh√∂rt der Katalysator zum Serienumfang aller T-Modelle mit Ottomotor.

Beim Fahrwerk entspricht die D√§mpferbein-Vorderachse des T-Modells jener in der Limousine. Die Raumlenker-Hinterachse ist serienm√§√üig mit einer hydropneumatischen Niveauregulierung kombiniert. Au√üerdem erhalten die T-Modelle der Baureihe¬†124 im Gegensatz zum Vorg√§nger k√ľrzere Hinterachs√ľbersetzungen als die Limousinen.

Erfolgreiche Entwicklung

Das T-Modell der Baureihe¬†124 ist vom Start weg erfolgreich und √ľberzeugt seine Kunden √ľber zwei Modellpflegen und insgesamt mehr als zehn Jahre Produktionszeit hinweg. Dazu tr√§gt auch die kontinuierliche Weiterentwicklung bei. Bereits auf der IAA 1985 wird beispielsweise 4MATIC, das neu entwickelte Allradkonzept f√ľr Personenwagen, im 300¬†TE und 300¬†TD TURBO gezeigt. Ab April 1987 geht der 300¬†TE¬†4MATIC in Serienproduktion, ab August 1987 der 300¬†TD TURBO 4MATIC. Der komplexe Vierradantrieb kostet 12.000¬†DM Aufpreis.

Zum September 1989 unterzieht Mercedes-Benz die T-Modelle der Baureihe¬†124 einer umfangreichen Modellpflege. √Ąu√üere Merkmale sind unter anderem T√ľren und Schweller mit Kunststoffverkleidung, lackierte Au√üenspiegel und zahlreiche Chromleisten. St√§rkere Seitenscheiben senken das Ger√§uschniveau im Innenraum, und √ľberarbeitete Sitze verbessern den Komfort. Das neue Sportline-Paket ist auf Wunsch f√ľr alle Typen mit Zweiradantrieb erh√§ltlich. Es umfasst ein tiefergelegtes Fahrwerk, breitere R√§der sowie Vordersitze mit besserer Seitenf√ľhrung, ein Lederlenkrad und einen lederverkleideten Schalthebel.

Bereits im September 1988 erg√§nzt der 200¬†TE das Typenprogramm um ein Einstiegsmodell mit Einspritzmotor. 1988 sowie 1989 erhalten die Dieselmotoren eine Vorkammer mit Schr√§geinspritzung zur Reduzierung der Partikel- und Schadstoffemissionen. Mit der Modellpflege kommt nun der Sechszylindermotor M¬†104 mit vier Ventilen je Zylinder im neuen 300¬†TE-24 (162¬†kW/220¬†PS) zum Einsatz. Ab Juni 1990 wird der 250¬†TD Turbo exklusiv f√ľr den Italienexport produziert, im September 1992 l√∂sen die Vierventil-Vierzylindermotoren der Baureihe M¬†111 im 200¬†TE und 220¬†TE die Vorg√§nger aus der Baureihe M¬†102 ab. Der bisherige Dreilitermotor M¬†104 des 300¬†TE wird zu zwei Varianten mit 3,2 und 2,8¬†Litern Hubraum im 320¬†TE und 280¬†TE weiterentwickelt. Ebenfalls ab 1992 geh√∂ren nun Airbag, Zentralverriegelung und elektrisch verstellbare Au√üenspiegel zur Serienausstattung der T-Modelle der Baureihe¬†124.

Ein neuer Name f√ľr das T-Modell

Ab Juni 1993 ist der S¬†124 das erste Mercedes-Benz T-Modell, das den Namen E-Klasse tr√§gt. Die neue Nomenklatur folgt dem Prinzip von S-Klasse und C-Klasse. K√ľnftig besteht die Typenbezeichnung aus dem vorangestellten Buchstaben¬†E und einer vom Hubraum abgeleiteten Ziffernfolge sowie bei den Dieselmodellen einer entsprechenden Erg√§nzung. Aus dem 300¬†TD beispielsweise wird nun das E¬†300 Diesel T-Modell, wobei auf der Heckklappe nur E¬†300 DIESEL zu lesen ist. Eine Weltneuheit sind 1993 in der E-Klasse die ersten Personenwagen-Dieselmotoren mit vier Ventilen. Der OM¬†605¬†D¬†25 sowie der OM¬†606¬†D¬†30 mit dreistufigem Resonanz-Schaltsaugrohr liefern ein erh√∂htes Drehmoment- und Leistungsangebot √ľber einen deutlich erweiterten Drehzahlbereich. Gleichzeitig senken sie den Kraftstoffverbrauch bei Volllast um bis zu 8¬†Prozent. Alle Dieselmodelle sind ab Juni 1993 mit Oxidationskatalysator und Abgasr√ľckf√ľhrung ausger√ľstet.

√Ąu√üerlich ist das sichtbarste Kennzeichen dieser Modellpflege der Plakettengrill. Er sorgt f√ľr ein einheitliches Erscheinungsbild mit der S-Klasse der Baureihe¬†140 und der C-Klasse der Baureihe¬†202. Die vorderen Blinker haben nun farblose Deckgl√§ser, und die Schutzleisten der Sto√üf√§nger sind in der Farbe der Anbauteile lackiert, nicht mehr schwarz.

Hochleistungsversionen des T-Modells

Aus der direkten Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und AMG geht bei den E-Klasse T-Modellen 1993 das Hochleistungsfahrzeug E 36 AMG (200 kW/272 PS) hervor. Den 3,6-Liter-Motor entwickelt AMG in Affalterbach aus dem Serienmotor M 104 mit 3,2 Liter Hubraum und verwandelt ihn dabei unter anderem vom Kurzhubmotor zum Langhubmotor. Serienmäßig wird das E 36 AMG T-Modell mit einer Viergangautomatik geliefert, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 240 km/h.

Die 1993 vorgestellte Top-Motorisierung ist aber nicht das erste T-Modell der Baureihe¬†124, dem sich die Leistungsspezialisten des Ingenieurb√ľros von Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher widmen. Denn schon vor der offiziellen Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz gibt es auf Basis des Lifestyle-Kombis in den 1980er-Jahren die komplett in Eigenregie des Ursprungsunternehmens AMG konzipierten und gefertigten Hochleistungsfahrzeuge mit dem Spitznamen ‚ÄěThe Hammer‚Äú mit V8-Motor. Die Varianten reichen vom 300¬†TE¬†5.0 mit 4.973¬†Kubikzentimeter Hubraum bis zum 300¬†TE¬†6.0 mit 5.953¬†Kubikzentimeter Hubraum. Das Leistungsspektrum beginnt bei 203¬†kW (276¬†PS) und reicht bis 283¬†kW (385 PS).

√ľbermittelt durch die Daimler AG

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