100 Jahre Citroën: Alles begann am 4. Juni 1919

Am 4. Juni 1919, vor genau 100 Jahren, prÀsentierte die Marke Citroën ihr erstes Fahrzeug: den Typ A 10 HP.

Das erste Modell der Marke war das erste Großserienauto Europas und das erste komplett ausgestattete Fahrzeug. Innovationen, wegweisende Technologien und Mut prĂ€gen die 100-jĂ€hrige Geschichte des Unternehmens: Grund genug, die wichtigsten Meilensteine Revue passieren zu lassen − vom UnternehmensgrĂŒnder AndrĂ© CitroĂ«n und den AnfĂ€ngen der Marke ĂŒber die legendĂ€rsten Modelle bis zu den MobilitĂ€tslösungen der Zukunft.

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Automobilpionier AndrĂ© CitroĂ«n eine Vision: Er wollte seinen französischen Landsleuten ein gleichermaßen erschwingliches wie praktisches Auto bauen. Sein TechnikverstĂ€ndnis erlangte er bereits in jungen Jahren, als er das Prinzip der KraftĂŒbertragung durch Winkelverzahnung in der Firma seines Onkels in Warschau kennenlernte. Im Jahr 1900 gelang es AndrĂ© CitroĂ«n das Patent zur Fertigung von winkelverzahnten ZahnrĂ€dern und Getrieben zu erwerben. In seiner 1912 gegrĂŒndeten Firma startete er mit der Produktion von winkelverzahnten und spiralverzahnten RĂ€dern und Untersetzungsgetrieben aus Stahl. Zu seinen ersten Kunden zĂ€hlten unter anderem die Automobilbauer.

Als AndrĂ© CitroĂ«n 1919 schließlich voll in den Automobilbau einstieg, um als erster EuropĂ€er Autos am Fließband zu produzieren, griff er die Winkelverzahnung als Symbol auf. Das erste Logo der Marke CitroĂ«n zeigte einen blauen Doppelwinkel mit gelber Umrandung. Bis heute ist der Doppelwinkel fester Bestandteil des CitroĂ«n Logos, das im Laufe der Jahrzehnte immer wieder eine BrĂŒcke zwischen Geschichte und Zukunft darstellte.

Die Herkunft des Namens CitroĂ«n ist mit einer Anekdote verknĂŒpft: Der Ur-Urgroßvater von AndrĂ© CitroĂ«n, Roelof, war VerkĂ€ufer von ZitrusfrĂŒchten in Holland. Als Napoleon die NiederlĂ€nder 1810 seinem Recht unterwarf, mussten diese sich einen Namen aussuchen, anhand dessen sie identifiziert werden konnten. Roelof wĂ€hlte den Spitznamen, den seine Kunden ihm gegeben hatten: „Limoenman“ (wörtlich ĂŒbersetzt „Limonenmann“ – „limoen“ ist das niederlĂ€ndische Wort fĂŒr Limone). Aus „Limoenman“ wurde im Laufe der Generationen „Citroen“ (NiederlĂ€ndisch fĂŒr Zitrone). Das Trema, also die beiden Punkte auf dem „e“, wurde erstmals bei der Einschulung AndrĂ© CitroĂ«ns im LycĂ©e Condorcet in Paris verwendet, um die französische Aussprache zu verdeutlichen.

Als Kind der aus Polen stammenden Masza Amalia Kleinmann und des Belgiers Levie Citroen, der sich in Paris eine Existenz als Juwelier aufgebaut hatte, wuchs AndrĂ© CitroĂ«n nach seiner Geburt am 5. Februar 1878 in Paris auf. Nachdem er bereits in der Grundschule mit Bestnoten glĂ€nzte, besuchte er die École Polytechnique, eine der Eliteschulen Frankreichs. Dem Abschluss seiner Ausbildung folgte der Eintritt in die Armee als technischer Offizier, ehe er sich 1905 mit Freunden erstmals selbststĂ€ndig machte. Ein Besuch bei Henry Ford 1912, samt Studium der Produktionsmethoden in dessen Automobilfabrik, gab den Ausschlag fĂŒr den spĂ€teren Einstieg in die Automobilindustrie.

In den Jahren nach der FirmengrĂŒndung bereicherte AndrĂ© CitroĂ«n die Automobilbranche mit der Entwicklung verschiedenster Techniken. Hierzu zĂ€hlten beispielsweise die ersten verstellbaren Vordersitze und die ersten Bremsleuchten – Merkmale, die heute lĂ€ngst zur Grundausstattung jedes Autos gehören. DarĂŒber hinaus verbaute er 1925 die erste Ganzstahl-Karosserie in einem europĂ€ischen Serienauto, dem CitroĂ«n Typ B12. Das Modell verfĂŒgte zudem als erster Großserienwagen ĂŒber eine Vierradbremse, die es zuvor nur bei teuren Luxuswagen gab.

AndrĂ© CitroĂ«n machte aber nicht nur mit technischen Innovationen von sich reden: Auch in den Bereichen Werbung, Fertigung und Vertrieb (u.a. Finanzierung und Aufbau des Handelsnetzes) war er ein Pionier seiner Zeit. Seine Ideen gingen vom Aufstellen von insgesamt 150.000 Verkehrsschildern mit dem Markenschriftzug CitroĂ«n ĂŒber die Organisation von Werbekarawanen und die PrĂ€sentation neuer Modelle bis zur Simulation von UnfĂ€llen, lange bevor das Wort „Crashtest“ im Vokabular der Automobilindustrie auftauchte.

AndrĂ© CitroĂ«n erkannte frĂŒh den Wert der Werbung und Markenbildung. Mit ausgefallenen Aktionen brachte er die Marke CitroĂ«n immer wieder in die Öffentlichkeit. Abenteuerlust bewies er bei zahlreichen Expeditionen wie z.B. der „CroisiĂšre Noire“ – einer Durchquerung des afrikanischen Kontinents mit Halbkettenfahrzeugen – und stellte damit die LeistungsfĂ€higkeit der CitroĂ«n Fahrzeuge unter Beweis.

Eine weitere ausgefallene Idee AndrĂ© CitroĂ«ns begeisterte am 4. Juli 1925 ganz Paris: Zur Eröffnung der internationalen Kunstgewerbeausstellung erstrahlte auf dem Eiffelturm großflĂ€chig der CitroĂ«n Schriftzug. Der Italiener Fernand Jacopozzi, der sich schon zuvor mit dem Bau von Leuchtschildern befasst hatte, konzipierte die Illumination aus mehr als 250.000 GlĂŒhbirnen mit unterschiedlicher LeuchtstĂ€rke und in sechs verschiedenen Farben. Die einzelnen Buchstaben des Schriftzugs hatten eine GrĂ¶ĂŸe von bis zu 35 Metern. Zur Installation der Anlage wurden Hochseilakrobaten und Zirkusartisten engagiert, die das Gestell in luftiger Höhe montierten. Ein Umspannwerk am Fuße des Eiffelturms sicherte die Stromversorgung. Bis 1934 erstrahlte der noch aus 40 Kilometern Entfernung sichtbare CitroĂ«n Schriftzug auf dem Eiffelturm.

Am 3. Juli 1935 verstarb AndrĂ© CitroĂ«n in Paris. Bis heute hat CitroĂ«n jedoch immer wieder mit spektakulĂ€ren Werbekampagnen fĂŒr Aufmerksamkeit gesorgt. So sind insbesondere die legendĂ€ren Werbeaktionen der 80er Jahre in Erinnerung geblieben, darunter der Werbespot „Die wilden Winkel“ fĂŒr den CitroĂ«n BX, der Auftritt des CitroĂ«n Visa GTi auf dem FlugzeugtrĂ€ger Clemenceau und der CitroĂ«n AX auf der Chinesischen Mauer. Im JubilĂ€umsjahr 2019 erinnert CitroĂ«n mit einer Neuauflage der Markenkampagne an legendĂ€re Modelle und Erfolge der Unternehmensgeschichte.

100 JAHRE STARKE MODELLE

Im Jahr des 100. JubilĂ€ums ist CitroĂ«n mit neuen Modellen auf der Überholspur: So stehen der neue C5 Aircross SUV und der Bestseller CitroĂ«n Berlingo ganz im Zeichen der traditionellen StĂ€rken der Marke: Komfort, Design und technologische Innovationen.

Genau damit begann im Jahr 1919 die Geschichte von CitroĂ«n, denn UnternehmensgrĂŒnder AndrĂ© CitroĂ«n war in Europa der Pionier des Automobils fĂŒr jedermann. Fortschritt waren fĂŒr CitroĂ«n clevere Autos, die fĂŒr die Kunden bezahlbar waren – durch Fließbandproduktion und die ersten Möglichkeiten der Fahrzeugfinanzierung. Die DNA von CitroĂ«n bestand also von Beginn an aus Fahrkomfort, mutigen Designs und Sicherheit zu erschwinglichen Preisen.

DIE ANFÄNGE: CITROËN TYP A 10 HP UND SEINE NACHFOLGER

1919 war der CitroĂ«n Typ A 10 HP nicht nur das erste Fahrzeug, das CitroĂ«n auf den Markt brachte, sondern auch das erste französische Auto, das in Großserie produziert wurde. Schon bei der Entwicklung des ersten Autos wusste UnternehmensgrĂŒnder und VisionĂ€r AndrĂ© CitroĂ«n, was er wollte: ein gĂŒnstiges Fahrzeug mit geringen Unterhaltskosten. Dieser Grundsatz leitete alle EntwĂŒrfe, bis der Typ A 10 HP am 4. Juni 1919 in Paris prĂ€sentiert wurde. Nach dem amerikanischen Vorbild Henry Fords importierte AndrĂ© CitroĂ«n die Methoden der modernen Industrieproduktion nach Frankreich, welche die Herstellung robuster und sparsamer Autos in Großserie ermöglichten. Der EinfĂŒhrungspreis von 7.950 Franc war fĂŒr die damalige Zeit außergewöhnlich niedrig.

Drei Jahre nach der MarkteinfĂŒhrung des CitroĂ«n Typ A 10 HP stellte die Marke auf dem Pariser Automobilsalon 1922 den CitroĂ«n 5 HP Typ C vor. Dank seiner hellgelben Lackierung verpasste ihm das interessierte Publikum den liebevollen Spitznamen „kleine Zitrone“. Bis heute gilt der 5 HP als erstes volkstĂŒmliches Auto fĂŒr jedermann, das mit Sparsamkeit, Wartungsfreundlichkeit und leichter Bedienung auch den Geschmack von Frauen und jungen Fahrern traf – ein entscheidender Schritt zur Demokratisierung des Automobils.

Das letzte Fahrzeug, das unter AndrĂ© CitroĂ«n entstand, war der CitroĂ«n Traction Avant. Mit dem 7A wurde am 18. April 1934 das erste Modell der Reihe vorgestellt, die mit dem erstmalig in Europa verbauten Frontantrieb die Fachwelt in Erstaunen versetzte. Der namensgebende Frontantrieb sorgte fĂŒr eine sehr gute Straßenlage und hohen Komfort – beste Voraussetzungen fĂŒr rasante Kurvenfahrten. „Die Gangster-Limousine“ gilt als erster Mythos der Marke und zĂ€hlt zu den Wegbereitern des modernen Automobils. Der CitroĂ«n Traction Avant unterschied sich von den meisten seiner Wettbewerber durch seine selbsttragende, aerodynamische Ganzstahlkarosserie. Ingenieur AndrĂ© LefĂšbvre und Designer Flaminio Bertoni hatten eine wohldurchdachte Form mit einem einteiligen Kabinenaufbau und einer ausgewogenen Gewichtsverteilung entwickelt, die in erster Linie durch den deutlich niedrigeren Schwerpunkt sowie den Einbau des Getriebes vor Motor und Vorderachse erzielt wurde.

NACHKRIEGSZEIT: PRAKTIKABILITÄT IM VORDERGRUND

Als die Automobilproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg wieder anlief, prĂ€sentierte CitroĂ«n den Typ H auf dem Pariser Automobilsalon 1947. Das Nutzfahrzeug „par excellence“ richtete sich an Gewerbetreibende und löste den CitroĂ«n TUB sowie den CitroĂ«n Typ 32 ab. Dank seiner Variationsvielfalt und dem großzĂŒgigen flachen Laderaum fand der Lieferwagen große Verbreitung im öffentlichen Dienst und bei mittelstĂ€ndischen Unternehmen. Egal ob als Verkaufswagen fĂŒr StraßenhĂ€ndler, als Krankenwagen oder Polizeifahrzeug – mit insgesamt 490.165 produzierten Einheiten bis 1981 war der CitroĂ«n Typ H ein echter Bestseller.

Bereits Mitte der 1930er Jahre hatte CitroĂ«n das Projekt eines preiswerten Volksautos, dem kĂŒnftigen CitroĂ«n 2CV begonnen. Ein radikal minimalistischer Kleinwagen sollte entwickelt werden. Überliefert ist der legendĂ€re Auftrag, der Konstrukteur AndrĂ© LefĂšbvre von CitroĂ«n Direktor Pierre-Jules Boulanger erteilt wurde: „Entwerfen Sie ein Auto, das Platz fĂŒr zwei Bauern in Stiefeln und einen Zentner Kartoffeln oder ein FĂ€sschen Wein bietet, mindestens 60 km/h schnell ist und dabei nur drei Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht. Außerdem soll es selbst schlechteste Wege bewĂ€ltigen können und so einfach zu bedienen sein, dass selbst ein ungeĂŒbter Fahrer problemlos mit ihm zurechtkommt. Es muss ausgesprochen gut gefedert sein, sodass ein Korb voll mit Eiern eine Fahrt ĂŒber holprige Feldwege unbeschadet ĂŒbersteht. Und schließlich muss das neue Auto wesentlich billiger sein als unser Traction Avant.“ Der Kriegsbeginn 1939 verhinderte dann die Vorstellung des neuen Volksautos TPV (Toute Petite Voiture = ganz kleines Auto).

Ganz im Sinne von FirmengrĂŒnder AndrĂ© CitroĂ«n wurde der CitroĂ«n 2CV, ein im Vergleich zum TPV komplett ĂŒberarbeitetes Modell, schließlich am 7. Oktober 1948 auf dem Pariser Salon prĂ€sentiert. Beim Anblick der 2CV-Karosserie bezeichnete ein niederlĂ€ndischer Journalist das neue Modell als „hĂ€ssliches Entlein“ und begrĂŒndete mit dieser Aussage den insbesondere im deutschsprachigen Raum ĂŒblichen Spitznamen „Ente“. Der CitroĂ«n 2CV bot reichlich Platz, war unprĂ€tentiös, sympathisch, sparsam und eroberte so das Publikum. Er war Ausdruck einer neuen Philosophie des Individualverkehrs – ein Fahrzeug fĂŒr die „kleinen Leute“ – und wurde schnell zu einem Symbol der Freiheit. Die „Ente“ verblĂŒffte mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen, ihrer raffinierten Konstruktion sowie einer extremen Wirtschaftlichkeit und Vielseitigkeit. Neben der außergewöhnlichen Silhouette ĂŒberzeugte sie die Kunden mit zahlreichen pfiffigen Technologien wie einem Frontantrieb, einer weichen Federung mit langem Federweg und einem luftgekĂŒhlten Zweizylinder-Motor. Der hohe Bestelleingang gab den visionĂ€ren Entwicklern Recht – der volksnahe CitroĂ«n 2CV wurde zum festen Bestandteil der Gesellschaft und erreichte Kultstatus.

Bis 1990 wurden mehr als 5,1 Millionen Citroën 2CV (inklusive Kastenwagen) verkauft. Heute zÀhlt der 2CV zu den Ikonen der Automobilgeschichte und ist weltweit ein begehrtes Sammlerobjekt.

DESIGNHIGHLIGHTS MIT DEM DOPPELWINKEL

Auch die DS zĂ€hlt aufgrund ihres einzigartigen Designs und Komforts zu den begehrtesten Oldtimern. Als im Oktober 1955 der Pariser Automobilsalon seine Pforten öffnete, hatte „La DĂ©esse“ – „die Göttin“ – auf dem CitroĂ«n Stand ihren ersten großen Auftritt. Die Besucher gerieten ins SchwĂ€rmen ĂŒber zwei seinerzeit revolutionĂ€re Features: die erstmals im CitroĂ«n DS eingesetzte Hydropneumatik und das stromlinienförmige Design von Star-Designer Flaminio Bertoni. Bereits am ersten Messetag wurden rund 12.000 KaufvertrĂ€ge unterschrieben. Am Ende der Messe lagen ĂŒber 80.000 Bestellungen fĂŒr „die Göttin“ vor. Zwischen 1955 und 1975 wurden weltweit insgesamt 1.456.115 Exemplare des herausragenden CitroĂ«n Modells produziert.

Als 1961 der CitroĂ«n Ami 6 der Öffentlichkeit prĂ€sentiert wurde, sorgte sein auffĂ€lliges Design fĂŒr großes Aufsehen. Er fĂŒllte damals in der CitroĂ«n Modellpalette die LĂŒcke zwischen dem 2CV und der ID 19. Aufgrund seiner Karosserie mit den stark akzentuierten Linien und der nach hinten geneigten Heckscheibe war das Design von Flaminio Bertoni zu Beginn nicht unumstritten. Dieser hatte jedoch die Vorgabe beeindruckend umgesetzt, ein Fahrzeug mit einem großen Kofferraum, einer optimalen Raumnutzung und Komfort fĂŒr alle Passagiere zu entwickeln – und das, ohne ein Kombi und nicht lĂ€nger als vier Meter zu sein. Mit mehr als einer Million verkaufter Einheiten wurde der Ami 6 zum Verkaufsschlager.

Kultstatus in einer ganzen Generation erreichte der CitroĂ«n MĂ©hari Ende der 1960er Jahre. WĂ€hrend eine ganze Generation auf den Pariser Straßen mehr Freiheit forderte, ĂŒberraschte CitroĂ«n am 11. Mai 1968 im französischen Deauville mit der PrĂ€sentation des MĂ©hari – ein Fahrzeug mit hohem Freizeitwert, das seiner Zeit weit voraus war. Das schlichte, vielseitige Cabriolet, das auf der Plattform der CitroĂ«n Dyane 6 gebaut wurde, ĂŒberzeugte durch seinen farbenfrohen, unprĂ€tentiösen Auftritt. Die von Roland de la Poype entwickelte leichte Karosserie bestand aus durchgefĂ€rbtem ABS-Kunststoff (525 Kilogramm) und war nicht rostanfĂ€llig. Zudem ließ sie sich außen wie innen mit einem simplen Wasserstrahl reinigen. Der CitroĂ«n MĂ©hari wurde zum idealen Begleiter fĂŒr AusflĂŒge ans Meer. WĂ€hrend der 19-jĂ€hrigen Produktionszeit (bis 1987) wurden rund 145.000 Exemplare des CitroĂ«n MĂ©hari gefertigt. Der CitroĂ«n MĂ©hari war auf Anhieb ein voller Erfolg und wurde ĂŒber die Jahre hinweg zum PhĂ€nomen der Automobilgeschichte.

Im MĂ€rz 1970 feierte der CitroĂ«n SM auf dem Genfer Salon seine Premiere. Das außergewöhnliche Modell begeisterte mit seinem einzigartigen Design und mit einem leistungsstarken Motor. Das LuxuscoupĂ© geht auf die 1968 geschlossene Kooperation mit Maserati zurĂŒck und verfĂŒgte ĂŒber einen Maserati-Sechszylinder-Motor mit 2.670 cm3 und 170 DIN-PS bei 5.500 U/min sowie weitere technische Besonderheiten. Die von CitroĂ«n Chef-Designer Robert Opron entwickelte Stil-Ikone wurde von 1970 bis Mai 1975 im Werk Chausson nördlich von Paris 12.920 Mal gebaut und galt als technisches Wunderwerk.

Um an die Erfolge der DS in der oberen Mittelklasse anzuknĂŒpfen, wurde 1974 der CitroĂ«n CX prĂ€sentiert. Ziel war es, ein Fahrzeug zu schaffen, das an den Charme des seit 1955 produzierten VorgĂ€ngermodells anknĂŒpfte, jedoch deutlich kostengĂŒnstiger herzustellen war. Der CitroĂ«n CX galt als Synthese aller technischen Entwicklungen von CitroĂ«n. So verfĂŒgte er unter anderem ĂŒber ein querliegendes Antriebsaggregat, eine hydropneumatische Federung mit konstanter Bodenfreiheit, eine EinzelradaufhĂ€ngung, Scheibenbremsen an den Vorder- und HinterrĂ€dern sowie eine Zweikreis-Servobremsanlage. SpĂ€ter kam noch die „Diravi“, eine geschwindigkeitsabhĂ€ngige und selbstrĂŒckstellende Servolenkung, hinzu. Die konkav gewölbte Heckscheibe – genau wie beispielsweise beim spĂ€teren „Flaggschiff“ CitroĂ«n C6 – ließ den Regen mittig ablaufen und erlaubte den Verzicht auf einen Heckscheibenwischer.

CITROËN IN DEN 1980ERN: WIRTSCHAFTLICHKEIT IM VORDERGRUND

Nach der zweiten Ölkrise in den Jahren 1979/1980 standen die CitroĂ«n Modelle der 1980er Jahre unter dem Einfluss des Wirtschaftlichkeit-Gedankens − so auch der im Oktober 1982 vorgestellte CitroĂ«n BX, der neue Akzente in puncto Aerodynamik und Karosseriebau setzte. Die Karosserie mit streng geometrischen Linien war eine Schöpfung des italienischen Designers Marcello Gandini aus dem Hause Bertone. Rundungen waren tabu. Eine besondere Innovation war der Leichtbau der Karosserie: Bei den Stoßstangen, der Motorhaube, der Heckklappe und der C-SĂ€ulenverkleidung wurden Kunststoffe eingesetzt. Neue MaßstĂ€be setzte der besonders sorgfĂ€ltige Korrosionsschutz unter Verwendung von galvanisiertem Stahl und Zinkbeschichtung. Zudem war die Karosserie die erste bei CitroĂ«n, die am Computer geplant und entwickelt wurde.

Die Erfolgsgeschichte des Kleinwagens CitroĂ«n AX startete 1986. Über 2,57 Millionen Fahrzeuge wurden bis 1998 in Aulnay-sous-Bois nahe Paris gefertigt. Bei der Entwicklung des Modells lag der Fokus auf einem möglichst großen Innenraum bei minimalem Gewicht. Die Einstiegsversion wog lediglich 640 Kilogramm, was in erster Linie auf den konsequenten Einsatz gewichtssparender Materialien zurĂŒckzufĂŒhren war. Bei der Konzeption des Innenraums stand die PraktikabilitĂ€t im Mittelpunkt. So wusste der CitroĂ«n AX mit einer Vielzahl von Ablagen sowie Staumöglichkeiten zu ĂŒberzeugen und bot in der dreitĂŒrigen Variante sogar einen Flaschenhalter. Geradezu spektakulĂ€r war der Dreh eines Werbefilms fĂŒr den CitroĂ«n AX, der im Sommer 1986 auf der Chinesischen Mauer stattfand. Zwei Jahre spĂ€ter war China erneut Schauplatz einer spannenden Werbeaktion: Im Rahmen der „OpĂ©ration Dragon“ legten 150 junge EuropĂ€er etwa 4.500 Kilometer von Shenzhen nach Peking medienwirksam im CitroĂ«n AX zurĂŒck. FĂŒr Furore sorgte der CitroĂ«n AX nochmals in den 1990er Jahren: Der in Kleinserie im Jahr 1993 auf den Markt gebrachte CitroĂ«n AX Electrique war der erste Serien-CitroĂ«n mit Elektroantrieb. Die Reichweite des zu 100 Prozent elektrisch angetriebenen Modells betrug – je nach Strecke und Fahrweise – zwischen 90 und 160 Kilometer.

RUND UM DIE JAHRTAUSENDWENDE: FAMILIENVAN, MITTELKLASSENLIMOUSINE UND MOTORSPORT

Mangel an Phantasie konnte man der Marke CitroĂ«n nie vorwerfen. Und dennoch kumulierte der 1996 vorgestellte, ĂŒberaus vielseitige und gerĂ€umige CitroĂ«n Berlingo so viele pragmatische und charmante Ideen, dass er selbst die Fans der Marke ĂŒberraschte und das Segment der Hochdachkombis begrĂŒndete. Bis heute ist der Berlingo ein Bestseller. Zudem war er Wegbereiter fĂŒr die multifunktionalen CitroĂ«n Vans, die den Namen des bekanntesten KĂŒnstlers der Moderne trugen: der CitroĂ«n Picasso als Xsara, C3 und C4 – Modelle, die CitroĂ«n zum europĂ€ischen MarktfĂŒhrer bei den Kompakt-Vans machten. Auch im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge zĂ€hlt CitroĂ«n zu den stĂ€rksten Importeuren: Seit den 1990er Jahren erfreuen sich neben dem Berlingo der Jumpy und der Jumper bei deutschen Handwerkern und Lieferdiensten großer Beliebtheit.

Mit dem CitroĂ«n Xsara platzierte die Marke im September 1997 ein neues Modell zwischen Saxo und Xantia, das den Fortschritt von CitroĂ«n bezĂŒglich Komfort, Sicherheit und Fahrverhalten belegte. Bekanntheit erlangte insbesondere das Rallyefahrzeug CitroĂ«n Xsara WRC, mit dem der junge SĂ©bastien Loeb seine ersten WRC-LĂ€ufe (2002) gewann und fĂŒr die Marke mit dem Doppelwinkel den Titel in der Fahrer- (erstmals 2004) und Teamwertung (erstmals 2003) einfuhr. Viele weitere Weltmeistertitel folgten.

Das neue Topmodell der Marke war ab 2006 der CitroĂ«n C6. Mit einem imposanten Auftritt, einem edlen Design und einem außergewöhnlichen Leistungsangebot positionierte sich die Limousine in der gehobenen Mittelklasse. Der C6 verfĂŒgte ĂŒber alle Attribute eines Fahrzeugs dieses Segments – Eleganz, Raffinesse, Prestige – und verband sie mit den Grundwerten der Marke CitroĂ«n sowie innovativen Technologien. Die jĂŒngste Evolution der hydropneumatischen Federung sorgte fĂŒr herausragenden Komfort und dank Head-up-Display musste der Fahrer den Blick nicht mehr von der Straße abwenden.

 

CITROËN HEUTE

Mit der MarkteinfĂŒhrung des CitroĂ«n C5 Aircross SUV in Deutschland setzt CitroĂ«n 2019 seine internationale SUV-Offensive fort. Das neue Flaggschiff der Marke ĂŒbernimmt die Designmerkmale der jĂŒngsten CitroĂ«n Modelle und prĂ€sentiert sich als „Next Generation“ SUV mit umfangreichen Fahrassistenzsystemen, KonnektivitĂ€tslösungen sowie vielfĂ€ltigen Personalisierungsmöglichkeiten. Mit seiner Advanced Comfort Federung und Advanced Comfort Sitzen sowie seiner einzigartigen VariabilitĂ€t mit drei Einzelsitzen hinten und einem Kofferraumvolumen „Best in Class“ hebt sich der CitroĂ«n C5 Aircross in seinem Segment deutlich ab. Anfang 2020 wird der neue SUV als erstes Fahrzeug der Marke mit Plug-in-Hybrid-Technologie PHEV angeboten.

Insgesamt ist CitroĂ«n im Jahr des 100-jĂ€hrigen JubilĂ€ums stark aufgestellt. Der positive Trend − CitroĂ«n erreichte 2018 in Europa das beste Absatzniveau seit sieben Jahren − soll weiter fortgesetzt werden. Die Zeichen stehen also auch 2019 auf Wachstum. In einem um 3,2 Prozent rĂŒcklĂ€ufigen europĂ€ischen Pkw-Markt verzeichnete CitroĂ«n im 1. Quartal eine Absatzsteigerung um 5,8 Prozent. Neben CitroĂ«n C3 und C3 Aircross leisten vor allem zwei weitere Baureihen einen erheblichen Beitrag dazu: zum einen der im vergangenen Herbst als Pkw und Nutzfahrzeug eingefĂŒhrte und grundlegend erneuerte Bestseller CitroĂ«n Berlingo, und zum anderen der neue CitroĂ«n C5 Aircross SUV.

MOBILITÄTSLÖSUNGEN DER ZUKUNFT

Der neue CitroĂ«n C5 Aircross SUV, der ab Anfang 2020 mit Plug-in-Hybrid-Technologie PHEV erhĂ€ltlich sein wird, markiert den Übergang zu einer Modellpalette, die zukĂŒnftig sowohl Fahrzeuge mit Elektroantrieb als auch mit Hybridantrieb umfassen wird. Im Jahr 2023 werden 80 Prozent der CitroĂ«n Modellpalette inklusive der Nutzfahrzeuge in einer elektrifizierten Version verfĂŒgbar sein, im Jahr 2025 werden es 100 Prozent sein. Dass CitroĂ«n seit 100 Jahren fĂŒr Mut und Innovation im Dienste der individuellen MobilitĂ€t steht, verdeutlichen auch zwei neue Concept Cars: Neben dem Ami One Concept, das auf dem Genfer Automobilsalon enthĂŒllt wurde, prĂ€sentierte CitroĂ«n im Mai auf der VivaTech Paris als Weltpremiere das 19_19 Concept.

Das anlĂ€sslich des 100-jĂ€hrigen MarkenjubilĂ€ums vorgestellte 19_19 Concept verkörpert die Vision der Marke CitroĂ«n von außerstĂ€dtischer MobilitĂ€t und verbindet diese mit außergewöhnlichem Komfort. Die rein elektrisch angetriebene MobilitĂ€tslösung mit einer Reichweite von 800 Kilometern ist perfekt auf Fahrten im außerstĂ€dtischen Bereich zugeschnitten und verfĂŒgt ĂŒber ein innovatives, unkonventionelles Design, das von der Luftfahrt inspiriert ist. Im Innenraum werden die Passagiere wie in einem Kokon umhĂŒllt; dank der Advanced Comfort Federung mit aktiver, intelligenter Steuerung „schwebt“ das CitroĂ«n 19_19 Concept ĂŒber Fahrbahnunebenheiten hinweg. Zu den Ausstattungshighlights zĂ€hlt eine aktive, intelligente Steuerung der Fahrfunktionen, die autonomes Fahren ermöglicht sowie ein proaktiver „persönlicher Assistent“, der mit den Insassen interagiert.

Das Ami One Concept wiederum verkörpert die Vision der Marke CitroĂ«n von der Freiheit in der Stadt. Die rein elektrisch angetriebene MobilitĂ€tslösung ist also exakt auf die KundenbedĂŒrfnisse und die zukĂŒnftigen Herausforderungen in den StĂ€dten zugeschnitten. Es wurde als emissionsfreie Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln, ZweirĂ€dern oder Scootern entwickelt und bietet neben einem kompakten, symmetrischen Design Platz fĂŒr zwei Personen. Das vernetzte Ami One Concept kann − je nach Gesetzgebung des jeweiligen Landes – von jedem, der mindestens 16 Jahre alt ist, gesteuert werden; der Zugang zu den verschiedensten Carsharing- oder Mietangeboten erfolgt per App.

CITROËN ADVISOR

Neben der Anpassung der Modellpalette auf die Anforderungen der Zukunft setzte CitroĂ«n auch seinen Weg der kompromisslosen Kundenorientierung konsequent fort. Der CitroĂ«n Neuwagenkunde kann unter www.citroen-advisor.de seinen Neuwagen, seinen MarkenhĂ€ndler sowie Verkaufsberater online bewerten. Mit dem CitroĂ«n Advisor rĂŒckt die Marke noch nĂ€her an den Kunden heran. CitroĂ«n ist der erste Automobilhersteller, der mit dem CitroĂ«n Advisor ein umfassendes Bewertungssystem anbietet, das sogar Verkaufsberater mit einschließt. Die Bewertungen der Kunden stellen fĂŒr die Marke ein wichtiges Instrument fĂŒr die Verbesserung der Produkt- und ServicequalitĂ€t dar und sind fĂŒr viele ein entscheidendes Hilfsmittel bei der Wahl ihres bevorzugten MarkenhĂ€ndlers.

CitroĂ«n reagiert damit auf den fortschreitenden Wandel vom Automobilhersteller zum MobilitĂ€tsdienstleister, was sich ebenfalls in der Fortentwicklung der Markensignatur zeigt: Inspiriert von ihren Kunden – also „Inspired by You“ – entwickelt die Marke Automobile mit gewohnt starkem Charakter und neue, kundenorientierte Services.

CITROËN ORIGINS

Das Online-Museum CitroĂ«n Origins bietet dem Nutzer einen umfassenden Einblick in die legendĂ€ren Modelle der Marke mit dem Doppelwinkel: Unter www.citroenorigins.de finden sich detaillierte Produktfakten zu fast 80 CitroĂ«n Modellen sowie Fotos, historische BroschĂŒren und die charakteristischen MotorengerĂ€usche der CitroĂ«n Fahrzeuge. DarĂŒber hinaus liefert die Seite spannende Hintergrundinformationen zu den Themenschwerpunkten „Komfort“, „AndrĂ© CitroĂ«n“ sowie zum CitroĂ«n Logo – dem berĂŒhmten Doppelwinkel – von seinem Ursprung, ĂŒber die weitere Entwicklung bis zum heutigen Design.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

%d Bloggern gefÀllt das: