🏍️ Utility-E-Bikes aus dem Land der Elche 🏍️

Utility-E-Bike

Für dieses Moped stehen zwei Antriebsvarianten zur Verfügung, die bis 45 km/h als Ösa Lite oder 100 km/h als Ösa+ unterwegs sein können.

(TRD/MID) – Einer der Gründer des schwedischen Elektro-Motorrad Start-ups „Cake“ produziert Ski- und Sporthelme. Die heißen POC. Diese Abkürzung steht für „piece of cake“ – Kuchenstück. Jetzt packen die Schweden, der Firma „Cake“ sozusagen den gesamten Kuchen aus und bringen E-Motorräder auf die Straßen.

Auch die haben eher außergewöhnliche, in diesem Fall schwedische Namen, nämlich Kalk, das heißt im Deutschen genauso, und Ösa. Das wiederum bedeutet soviel wie schöpfen. Vermutlich aus dem Vollen.

Womit wir schon bei dem kleineren der Bikes wären, dem Ösa. Für dieses Moped stehen zwei Antriebsvarianten zur Verfügung, die bis 45 km/h als Ösa Lite oder 100 km/h als Ösa+ unterwegs sein können. Die beiden sehen identisch aus. Wie ein sehr puristisches, ja benutzen wir ein Klischee, „Ikea-Mobil“ vielleicht.

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– Auf das Vierkantrohr der Ösa lässt sich in Sekundenschnelle ein Transportkorb schrauben. © Cake / TRD mobil

Neuer Lifestyle aus Schweden

Mit einem „Oha, was ist das denn“-Effekt muss der Fahrer der Ösa jedenfalls rechnen! Der Rahmen besteht aus einem Längsträger, der nicht nur wie ein eckiges Stahlrohr aussieht, sondern auch eins ist. Darauf angebracht sind Sattel und Lenker, woran wiederum eine Lampe wie aus dem Bauhaus hängt. Darunter findet sich eine Doppelschleifen-Rohrkonstruktion, in deren Mitte die Batterie, die Elektronik sowie der E-Motor stecken. Der Motor wird von der Hinterradschwinge umklammert und per Riemen angetrieben.

Die Ösa hat in etwa die Größe einer Honda Dax. Sie ist natürlich viel luftiger und ein gutes Beispiel dafür, wie einfach – so ein bisschen wie beim Fischer-Baukasten eben – ein Elektromoped oder -motorrad zu konstruieren sein kann.

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Sogar Halterungen für Skier können an der Ösa angebracht werden.
© Cake / trd mobil

Als „Utility Bike“ bezeichnet Cake-Sprecher Henrik Havel das Produkt. Denn an den Ösa-Motorrädern gibt es viele Möglichkeiten, über Schnellverschlüsse verschiedene Trage-Module anzubringen. So kann es zum Lastenbike umgebaut werden. Sogar Surfbretter oder lange Holzbalken passen auf die Halterungen. Der Umbau geht in Sekundenschnelle. Mama oder Papa können die Kinder zum Hort bringen und danach an Stelle des zweiten Sitzes ein großes Lastengitter für den Einkauf montieren. Das ist sehr praktisch und soll laut des Firmensprechers Transportprobleme in der City lösen helfen. Die Fahrt auf der Ösa ist allerdings eher unbequem, der Sitz ist schlecht gefedert und nicht allzu weich. Da müssen die Schweden nochmal nachbessern.

Design puristisch ohne Auspuff und Tank

Die Leistung der Ösa Lite liegt bei 4 kW/5,5 PS. Eine Reichweite von 100 bis 120 Kilometern soll möglich sein. Die Ösa+ hat 9 kW/12 PS. Ihre Reichweite soll 80 bis 100 Kilometer betragen. Die Ladezeit wird mit drei Stunden angegeben. Die Preise: klein kostet 6.500 Euro und groß 8.500.

Exorbitant sind auch die Preise für das zweite Cake-Motorrad, die Kalk &. Die gibt es schon seit gut einem Jahr als elektrisches Off-Road-Motorrad (Kalk OR). Jetzt bieten es die Schweden mit Straßenzulassung an – für 14.000 Euro. Gerade mal 89 Kilo wiegt das Leichtgewicht, das mit 91 Zentimetern Sitzhöhe sehr aufgeschossen ist, ähnlich hoch wie etwa die KTM Freeride.

Der Designstil ist sehr puristisch. In der Mitte, unterm Schritt, sind Batterie und E-Motor angebracht. Die Sitzbank ist breit und hell und hat hinten einen Alu-Spritzschutz. Ist das jetzt cool? Sehen so Motorräder der Zukunft aus? Ein ABS fehlt, wie auch jeglicher Luxus. Lediglich ein handygroßes Display ist vorhanden. Darauf lassen sich drei verschiedene Modi einstellen. Gemütliches Anfahren in der 30er-Zone im Explore-Modus. Oder Trials fahren im Gelände für gut zwei Stunden im Excite-Modus. Der Excel-Modus ist für Vollgasgeben bis der Arzt kommt. Dann beträgt die Reichweite aber nicht mal 40 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit der Kalk & liegt bei 90 km/h. Bei vernünftiger Fahrweise schafft sie eine Reichweite von knapp 90 Kilometern. Dabei helfen drei rekuperierende Bremsmodi.

Sprinten Fahrer gleich im schnellsten Modus los, geht die Maschine ab wie Schmidts Katze. Da keine Kupplung vorhanden ist, sollten allzu Übermütige insbesondere in engen Kurven aufpassen. Bei zu hoher Geschwindigkeit kann die Kalk & ausbüchsen. Kein Auspuff, kein Tank, für den tiefen Schwerpunkt sorgt die rund 17 Kilo schwere Batterie in der Mitte des Bikes. Die hohe Sitzposition passt für den Großstadtverkehr gut.

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Elektro-Rider: Der Sattel der Ösa ist ziemlich unbequem ausgefallen.
© Rainer Unruh / mid / trd mobil

Die Fahrt mit der Kalk & macht Spaß. Der heftige Preis jedoch prädestiniert das E-Motorrad wohl erstmal nicht zu einem Verkaufsschlager, zumindest nicht bei der jungen Zielgruppe, die auf den Werbefotos zu sehen ist.

Technische Daten: Cake Ösa Lite / Ösa+

  • Motor: Elektro-Motor
  • Aufladung: 3 Stunden
  • Leistung: 4 kW/5,5 PS /9 kW/12 PS
  • Max. Reichweite: 120 km / 100 km
  • Spitze: 45 km/h / 95 km/h
  • Preis: 6500 Euro / 8500 Euro

Technische Daten: Cake Kalk &

  • Motor: Elektro-Motor
  • Aufladung: 2,5 Stunden
  • Leistung: 10 kW/13,6 PS
  • kein Getriebe, keine Kupplung, Kettenantrieb
  • Max. Reichweite: 86 km
  • Spitze: 95 km/h
  • Preis: 14.000 Euro

Redakteur: Rainer Unruh

übermittelt durch den TRD Pressedienst

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