Verkehr: Fit-for-55 dank LNG und Bio-LNG

LNG und Bio-LNG

Europa will raus aus CO2-Emissionen und steht dabei insbesondere im Verkehrssektor vor großen Herausforderungen. Seit 1990 wurden hier keine CO2-Einsparungen erreicht.

Berlin (ots) – Die Rolle des Verkehrssektors im Kampf um geringere Treibhausgasemissionen stand im Mittelpunkt der  Veranstaltung der NGVA Europe. Wissenschaftler, Vertreter aus europĂ€ischen Institutionen und aus der Industrie diskutierten dabei, welche Innovationen und Maßnahmen notwendig sein werden, um den Schwerlastverkehr auf den europĂ€ischen Straßen in die KlimaneutralitĂ€t zu fĂŒhren.

Europa will raus aus CO2-Emissionen und steht dabei insbesondere im Verkehrssektor vor großen Herausforderungen. Seit 1990 wurden hier keine CO2-Einsparungen erreicht. Dabei sollen bis zum Jahr 2030 55 Prozent CO2 eingespart werden, bei gleichzeitig wachsendem StraßengĂŒterverkehr. Auf der NGVA-Veranstaltung “Renewable Gases for Road Transport: Fit for 55” herrschte daher Einigkeit, dass die ausschließliche Fokussierung der Politik auf die ElektromobilitĂ€t nicht zielfĂŒhrend ist. Denn insbesondere fĂŒr den StraßengĂŒterverkehr ĂŒber lange Strecken sind batteriebetriebene Fahrzeuge heute keine Alternative. In diesem Sektor fĂ€llt ein Drittel der CO2-Emissionen des Verkehrs an.

“Um die Ziele des europĂ€ischen Green Deals zu erreichen, mĂŒssen alle verfĂŒgbaren Technologien genutzt werden”, erlĂ€utert Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Gas und PrĂ€sident der NGVA Europe. “Bis 2030 werden gasbetriebene Fahrzeuge die einzige marktreife Technologie sein, die eine deutliche CO2-Reduktion im Schwerlastverkehr verspricht. Speditionen haben das bereits erkannt. Die starke Nachfrage von LNG-Lkw fĂŒhrte seit 2019 zu einem extrem starken Wachstum des LNG-Absatzes.” Von 2019 auf 2020 hat sich der LNG-Absatz verdreifacht, bis September dieses Jahres wurde bereits die doppelte Absatzmenge wie 2020 erreicht. Somit verspricht der Einsatz von LNG-Lkw schnelle CO2-Reduktionen. Besonders attraktiv wird die Technologie durch Bio-LNG, damit fahren Lkw nahezu klimaneutral.

Erste Bio-LNG Produktionsanlagen wurden bereits in mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und den Niederlanden in Betrieb genommen, weitere befinden sich im Bau und in der Planung. In Deutschland ist laut einer Mitgliederbefragung des Branchenverbands Zukunft Gas ab 2023 mit einem signifikanten Anteil Bio-LNG im Markt zu rechnen. FĂŒr einen Markthoch-lauf von LNG und Bio-LNG mĂŒssen jedoch auch die rechtlichen Rahmenbedingungen entwickelt werden: “Die aktuellen Regelungen ignorieren das Klimaschutzpotenzial von Erdgas und Biomethan fĂŒr den Schwerlastverkehr. Die Emissionen wer-den lediglich am Auspuff gemessen, es wird also der Tank-to-Wheel-Ansatz angewendet. Ehrlicher zeigt der Well-to-Wheel-Ansatz die tatsĂ€chlichen Auswirkungen aller Antriebe auf den Klimaschutz. Eine unabhĂ€ngige Bewertung der Technologien ist fĂŒr den Schwerlastverkehr besonders wichtig, um die ambitionierten deutschen und europĂ€ischen Klimaschutzziele zu erreichen”, so Kehler.

Original-Content von: Zukunft Gas e. V., ĂŒbermittelt durch news aktuell

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