Renault Kultautos der 60er bis 80er: Vive la Revolution!

Renault 12

Renault hat maßgeblichen Anteil daran, dass die 1960er- bis 80er-Jahre heute als Ära der Kultautos gelten.

Renault hat maßgeblichen Anteil daran, dass die 1960er- bis 80er-Jahre heute als Ära der Kultautos gelten: charakterstarke Fahrzeuge, die durch ihr wegweisendes Konzept die Automobilgeschichte nachhaltig prĂ€gten, breite Bevölkerungskreise mobilisierten oder aber EmotionalitĂ€t pur verkörperten. Typische Vertreter dieser Fahrzeuggattung sind Renault 4 und Renault 5. Ihre bis heute andauernde Strahlkraft zeigt sich daran, dass sie mehr als 60 beziehungsweise 50 Jahre nach ihrer Premiere in KĂŒrze eine Wiedergeburt erleben werden, vollelektrisch, modern interpretiert und alles andere als retro. Weitere Kultmobile der Marke mit dem Rhombus sind Renault 15 und 17, Renault 8 und 12 Gordini sowie Renault Espace. 

Mit dem Renault 4 fĂŒhrt 1961 der damalige Staatsbetrieb der Welt vor Augen, warum Frankreich gemeinhin als Mutterland der Revolution gilt. Nichts weniger verkörpert nĂ€mlich der in seiner Heimat wegen der Typbezeichnung 4L „Quatrelle“ genannte Neuling bei seiner Premiere auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt. Der R4 ist die weltweit erste Kombi-Limousine mit vier TĂŒren, großer Heckklappe, gerĂ€umigem GepĂ€ckabteil und variablem Innenraum. Damit setzt er MaßstĂ€be in puncto FunktionalitĂ€t und Vielseitigkeit und kreiert einen Industriestandard, der in den GrundzĂŒgen bis auf den heutigen Tag Bestand hat.

Renault 4: die Neuerfindung des Autos

Pierre Dreyfus, damals Vorstandsvorsitzender der Renault S.A., verlangt von seinen Entwicklern nichts weniger, als mit freiem Kopf und einem leeren Blatt Papier das Auto quasi neu zu erfinden. Seine Idee: ein Fahrzeug, das „wie eine Bluejeans“ Klassenschranken ĂŒberwinden und die BedĂŒrfnisse unterschiedlichster Personen erfĂŒllen soll, von der jungen Familie bis zum Rentner-Ehepaar, vom Professor bis zu seinen Studenten. Ein wahrhaft egalitĂ€rer Ansatz, wie es sich fĂŒr einen echten RevolutionĂ€r ziemt. 

Bei dem folgenden Brainstorming kommen technische Lösungen heraus wie ein völlig ebener Wagenboden und der Verzicht auf den Mitteltunnel, was vielfĂ€ltige Innenraum-Variationen erlaubt. Zudem ist der R4 das erste Serienauto, bei dem sich die RĂŒckbank komplett zusammenfalten und nach vorn klappen lĂ€sst. Das Resultat ist ein gut nutzbarer, quaderförmiger Laderaum mit 950 Liter Volumen. Zwischen den Vordersitzen stört weder ein Schalt- noch ein Handbremshebel, so dass Mitfahrer leicht von links nach rechts durchsteigen können – nicht nur in engen Innenstadt-Parkbuchten eine höchst praktische Angelegenheit. Möglich macht dies ein weiterer genialer Kniff: die vom Volksmund liebevoll „Revolverschaltung“ getaufte Schiebestock-BetĂ€tigung des Getriebes. 

Das revolutionĂ€re Konzept, zunĂ€chst misstrauisch beĂ€ugt, erweist sich als so genial, dass ĂŒber die Jahre kaum Modifikationen erforderlich sind: Fast unverĂ€ndert rollt der R4 genau 31 Jahre lang vom Band. Mehr als acht Millionen Exemplare festigen den Ruf eines unverwĂŒstlichen Bestsellers. 

Bei Polizei und Rallye-Fahrern gleichermaßen beliebt

Nicht nur im Alltag spielt der R4 seine StĂ€rken aus. Abseits des Alltags gehen Abenteurer mit ihm auf Weltreise – und kommen nach spektakulĂ€ren Erlebnissen wohlbehalten wieder zu Hause an. Selbst im Rallyesport, nicht unbedingt als DomĂ€ne fĂŒr den Vierzylinder zu erwarten, schlĂ€gt sich der R4 wacker. Bis heute absolvieren Jahr fĂŒr Jahr 2.500 junge Abenteurer mit dem kultigen FĂŒnftĂŒrer die rund 6.000 Kilometer lange WĂŒstenrallye „4L Trophy“ von Paris nach Marrakesch, den Kofferraum beladen mit Schulmaterial und HilfsgĂŒtern fĂŒr humanitĂ€re Organisationen. 

4EVER Trophy: Vorbote des neuen Renault 4 

Von der 4L Trophy inspiriert ist auch die Studie 4EVER Trophy mit zahlreichen Offroad-Attributen, die im Oktober 2022 auf dem Pariser Mondial de l’Auto ins Licht der Öffentlichkeit rollt. Das Concept Car ermöglicht einen ersten Eindruck vom rein elektrischen R4-Nachfolger, der 2025 auf den Markt kommen wird. Wie sein legendĂ€rer VorgĂ€nger wird auch das kĂŒnftige Serienfahrzeug „made in France“ sein. Die Fertigung wird im ElectriCity Produktionszentrum fĂŒr Elektrofahrzeuge in Nordfrankreich stattfinden.

Das Design des 4EVER Trophy zitiert wichtige Merkmale des historischen Vorbilds. Stellvertretend fĂŒr die Verbindung von Moderne und Vergangenheit steht der modern interpretierte, unverwechselbare Renault 4 KĂŒhlergrill mit seinen runden Scheinwerfern. Diese werden im 4EVER Trophy durch moderne Matrix-LED-Leuchten ergĂ€nzt, die dem Fahrzeug eine starke IdentitĂ€t verleihen. Auch die charakteristischen senkrechten RĂŒckleuchten in neuester Lichttechnik zitieren die historischen Vorbilder, ebenso das typische SchrĂ€gheck und die hinteren, trapezförmigen Seitenfenster mit ihren abgerundeten Ecken ĂŒber den HinterrĂ€dern. Die „Retro“-Elemente fĂŒgen sich harmonisch in die ansonsten ausgesprochen technische, von muskulösen Rundungen geprĂ€gte LinienfĂŒhrung ein. 

Renault 5: der kleine Freund

Mindestens im gleichen Maße „Kult“ wie der Renault 4 ist sein elf Jahre jĂŒngerer numerischer Nachfolger Renault 5. Der „kleine Freund“ – so stellt Renault den Kleinwagen in der zeitgenössischen Werbekampagne vor – fĂ€hrt 1972 auf dem Genfer Auto-Salon ins Rampenlicht und zettelt bei seinem Erscheinen ganz in der Familientradition erneut eine Revolution an. Mit seinem modernen Design, dem variablen Innenraum, einem Top-Platzangebot auf kleiner VerkehrsflĂ€che und nicht zuletzt seinen poppigen Farben markiert er den Beginn der modernen Kompaktklasse und lĂ€sst die Konkurrenz mit einem Schlag uralt aussehen.

Dass der UmstĂŒrzler seinen revolutionĂ€ren Charakter mit typisch gallischen Ingredienzien wie Charme und Chic wĂŒrzt, verleiht ihm zusĂ€tzlichen Reiz und beschert ihm vom ersten Tag an eine große Fangemeinde. Von 1972 bis 1994 verkauft Renault ĂŒber neun Millionen „FĂŒnfer“, allein 500.000 davon in Deutschland. Teilweise macht der R5 fast 45 Prozent der gesamten Jahresproduktion des französischen Herstellers aus.

In den 3,51 Metern KĂŒrze des R5 liegt tatsĂ€chlich viel WĂŒrze: Der kleine Gallier nimmt nur wenig VerkehrsflĂ€che ein, ist mit lediglich 9,8 Meter Wendekreis handlich in der Stadt und leicht zu parken, bietet aber trotzdem genĂŒgend Platz fĂŒr vier Erwachsene und ihr GepĂ€ck. 

Mit dem Kindchenschema ins Herz der Kunden

Auch das Design ĂŒberzeugt: Mit großen Scheinwerferaugen, einer Interpretation des „Kindchenschemas“, die sofort Sympathien weckt, im Windkanal geglĂ€tteten FlĂ€chen ohne Schnörkel und einem aufgerĂ€umten Innenraum kombiniert der R5 FunktionalitĂ€t und Form auf einmalige Art und Weise. Ganz dem Zeitgeist entspricht die Farbgebung der avantgardistischen Karosserie: Renault schickt den Neuling in grellem GiftgrĂŒn und Knallorange auf die Straße. Mehr als ein Design-Gag sind die erstmals bei einem Serienfahrzeug eingesetzten großflĂ€chigen KunststoffstoßfĂ€nger anstelle der bis dato ĂŒblichen, eher unpraktischen Stoßstangen. Renault kreiert damit erneut einen neuen Industriestandard, den spĂ€ter die gesamte Branche aufgreift. 

Renault 5 Turbo: Brutalo mit dicken Backen

Bei den Motorisierungen hat Renault fĂŒr jeden Anspruch eine Lösung parat. Das Spektrum reicht von 25 kW/34 PS im Einstiegsmodel bis 79 kW/108 PS im 1981 vorgestellten R5 Alpine Turbo. Der radikal konzipierte, um 20,2 Zentimeter verbreiterte Renault 5 Turbo, der 1980 in die SchaurĂ€ume der HĂ€ndler rollt, setzt noch einen drauf: Sein lĂ€ngs hinter den Vordersitzen untergebrachter 1,4-Liter-Turbomotor mit LadeluftkĂŒhler mobilisiert stolze 118 kW/160 PS. UrsprĂŒnglich fĂŒr den Rallye-Sport konzipiert, hat der wegen seiner ausladenden KotflĂŒgel vom Volksmund „Backen-Turbo“ getaufte Extremist im Modellprogramm mit seinem Großserien-Bruder nicht mehr viel gemein.  

Seine Fahrleistungen – etwa das Beschleunigungsvermögen von 0 auf 100 km/h in lediglich 6,9 Sekunden – sichern ihm einen Platz unter den Supersportwagen der damaligen Zeit. Auch das farbenfrohe, futuristische Interieur sorgt fĂŒr Aufmerksamkeit, so dass der R5 Turbo schnell zum Kultfahrzeug avanciert. So kommt es, dass statt der vom Reglement geforderten 400 Fahrzeuge insgesamt 4.870 Exemplare die Werkhallen verlassen. Und auch auf der Rallye-Piste erfĂŒllt der R5 Turbo die Erwartungen seiner Schöpfer voll und ganz: Mit Jean Ragnotti am Lenkrad gewinnt der Backen-Turbo 1981 auf Anhieb die 49. Rallye Monte Carlo.

Renault 5 Prototype: Blick zurĂŒck nach vorn

Als 1994 nach 22 (!) Jahren die Produktion des R5 auslĂ€uft, ist dies kein Abschied fĂŒr immer: Anfang 2021 stellt der französische Automobilhersteller die Studie Renault 5 Prototype vor. Sie zitiert das gleichnamige Kultmobil der 1970-er- und 80-er Jahre und wirft gleichzeitig einen Blick in die Zukunft der Marke. Das Konzeptfahrzeug mit dem neuinterpretierten, ikonischen R5-Design zeigt, wie Renault das Elektroauto in Europa demokratisieren und begehrenswert machen wird. Merkmale sind die geschlossene Front mit dem illuminierten Rhombus und der ebenfalls beleuchtete „Renault“ Schriftzug in der unteren SchĂŒrze. Wo frĂŒher der sportliche Lufteinlass auf der Motorhaube saß, verbirgt sich jetzt die Klappe fĂŒr den Anschluss des Ladekabels. Die Hauptscheinwerfer mit modernster LED-Matrix-Technologie leuchten im Zuge der Willkommenssequenz so auf, als wĂŒrde der Renault 5 Prototype den Umstehenden zublinzeln – Ă€hnlich, wie es sein Vorfahr in der Werbung der 1970er-Jahre tat. 

Vom historischen Vorbild inspiriert sind auch die vertikal angeordneten RĂŒckleuchten rechts und links der schrĂ€gen Heckklappe sowie das hinten leicht ĂŒberstehende Textildach. EndgĂŒltig zum Hingucker macht die Konzeptstudie auch die gelbe Karosserielackierung. Das vom Renault 5 Prototype abgeleitete Serienfahrzeug wird 2024 vorgestellt, die Prototypen – noch im Tarnkleid eines aktuellen Renault Serienmodells – befinden sich bereits im finalen Teststadium. 

R5 Turbo 3E: DriftkĂŒnstler mit Brachial-Design

Und auch die kompromisslose Fahrmaschine Renault 5 Turbo ersteht im Herbst 2022 in Form des Showcars R5 Turbo 3E wieder auf, als Statement fĂŒr die vollstĂ€ndige Elektrifizierung der Modellpalette der Marke bis 2030 ebenfalls batteriebetrieben. Das Design greift die Merkmale des brachialen „Backenturbos“ auf und ĂŒberspitzt sie bewusst. Ebenso stellen die 280 kW/380 PS der beiden Elektromotoren den Output des seinerzeitigen Turbobenziners weit in den Schatten. Das gilt auch fĂŒr die 700 Nm Drehmoment, die schon beim ersten Druck aufs Fahrpedal zur VerfĂŒgung stehen. 

Dementsprechend lesen sich die Fahrleistungen des fĂŒr rasante Drift-Challenges ausgelegten R5 Turbo 3E: Die 100 Meter aus dem Stand schafft der brachiale Hecktriebler in nur 3,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit betrĂ€gt 200 km/h. Die 42-kWh-Batterie liefert genĂŒgend KapazitĂ€t fĂŒr mehrere Runden auf der Rennstrecke oder einem rasanten Gymkhana-Driftparcours. Dabei ermöglicht der Lenkeinschlag von mehr als 50 Grad, blitzschnell Hindernissen auszuweichen.

Renault 15 und 17: IndividualitÀt im Doppelpack

Aus der Ära der Schlaghosen, Plateausohlen und Balkenkoteletten stammt auch ein echtes Kult-Duo des französischen Herstellers: die Zwillinge Renault 15 und Renault 17. Die französische Antwort auf Ford Capri und Opel Manta steht im Oktober 1971 auf dem Pariser Auto-Salon und soll Renault seinen Anteil am florierenden Markt der sportlichen CoupĂ©s sichern. Anders als die Konkurrenz folgen die Designer des „Centre de Style“ jedoch nicht dem klassischen Rezept „lange Motorhaube und kurzes, abgeschnittenes Heck“, sondern gehen einen eigenen Weg in Richtung Kombi-CoupĂ©. Trotz identischer Silhouette und nahezu gleicher Abmessungen unterscheiden sich beide Fahrzeuge betrĂ€chtlich. Der R 15 verfĂŒgt ĂŒber eine schnörkellose Seitenpartie und große FensterflĂ€chen. Der R 17 bezieht sein Flair aus einer mĂ€chtigen C-SĂ€ule, in die ein von markanten Lamellen bedecktes Fenster eingearbeitet ist. Die B-SĂ€ule fehlt völlig, und die hinteren Seitenscheiben lassen sich im Stil klassischer Hardtop-CoupĂ©s vollstĂ€ndig versenken. ZusĂ€tzlich signalisieren beim R 17 Doppelscheinwerfer den sportlichen Anspruch. 

Vom R 4 und R 16 ĂŒbernimmt das avantgardistische Duo das praktische SchrĂ€gheck mit großer Klappe, vom R 12 die Technikbasis. Einzigartig sind hingegen die StoßfĂ€nger in Form eines gummibewehrten Metallrings, der KĂŒhlergrill und Scheinwerfer komplett einrahmt. Ein Designhighlight der besonderen Art ist auch der InstrumententrĂ€ger mit vier Rundinstrumenten unter eisbechergroßen Blenden. Die stilistische Einzigartigkeit komplettieren mit der Modellpflege 1976 die futuristischen Vordersitze der Alpine A 310. 

Renault 8 Gordini: das blaue Wunder

Sportlichkeit hört bei Renault in den 1950er- bis 70er-Jahren auf den Namen „Gordini“. Mit dem Namen des begnadeten Motorenzauberers AmĂ©dĂ©e Gordini schmĂŒcken sich damals die Topvarianten unscheinbarer Familienlimousinen. Maßgeblich zum Ruhm der Gordini Modellfamilie trĂ€gt seit 1964 der Renault 8 Gordini bei. Sein im Heck montiertes 1,1-Liter-Aggregat mobilisiert 63 kW/86 PS und beschleunigt den exklusiv in „Bleu France 418” mit weißen Doppelstreifen auf der Fronthaube verfĂŒgbaren „Gorde” auf bis zu 170 km/h – ein Wert, der Mitte der 1960er-Jahre selbst bei großen Limousinen die Ausnahme ist. FĂŒr die zweite Serie wird der Vierzylinder 1966 auf 1,3 Liter aufgebohrt, die Leistung steigt auf 65 kW/88 PS und der Topspeed auf ĂŒber 175 km/h. Eine Sensation im Kompaktwagensegment ist das 5-Gang-Schaltgetriebe. Ebenfalls topmodern: Vier Scheibenbremsen sorgen fĂŒr schnelle Verzögerung. 

1966 ruft Renault mit dem „Coupe Gordini“ die Mutter aller spĂ€teren Markenpokale ins Leben. Der umfangreiche Rennkalender umfasst zwölf Rundstreckenrennen, 27 Rallyes und 17 Bergrennen. Um Chancengleichheit zu schaffen, sind professionelle Rennfahrer nicht zugelassen. Die Serie ist vom Start weg ein Erfolg und trĂ€gt maßgeblich dazu bei, dass sich der Renault 8 Gordini in Frankreich zum heiß geliebten Kultmobil entwickelt.

Renault 12 Gordini: Breitensportler mit großem Kino-Auftritt

1970 folgt die Ablösung in Form des Renault 12 Gordini. Die wichtigste Neuheit ist der Frontantrieb, weshalb er es anfangs bei den eingefleischten Gordini Fans schwer hat. Dieses „Manko” gleicht der hochmoderne 1,6-Liter-Vierzylinder aus dem Renault 16 TS jedoch locker aus. Das Sportlerherz leistet 85 kW/115 PS und ermöglicht 185 km/h Spitze. Besonderes Kennzeichen des Renault 12 Gordini sind die fehlenden Stoßstangen. „Agressivement belle” – „aggressiv schön” dichten die französischen Werbetexter und schaffen ein Zeitdokument fĂŒr die Autowerbung Anfang der 1970er-Jahre. Anfangs ist auch der Renault 12 Gordini nur im typischen „Bleu France 418” erhĂ€ltlich. Die weißen Doppelstreifen sind ebenfalls wieder da. Allerdings ziehen sie sich jetzt quer ĂŒber Motorhaube sowie Kofferraumdeckel und dann die Flanken entlang. Ab 1971 stehen weitere Farben und zusĂ€tzlich eine schwarze Luftansaughutze auf der Motorhaube im Katalog.

Auch mit dem „Zwölfer” schreiben sich die Piloten in Massen in den „Coupe Gordini” ein. Seinen denkwĂŒrdigsten Auftritt hat der rasante Renault jedoch im Kino. In der turbulenten Komödie „Die Filzlaus” („L’Emmerdeur”) lĂ€sst sich Lino Ventura als hartgesottener Profikiller im Renault 12 Gordini zum Auftragsort chauffieren. Der Fahrer entpuppt sich indes als Rallye-As, das keinen Unterschied zwischen Rennstrecke und Landstraße macht. Ergebnis: Sein Passagier kommt zwar pĂŒnktlich an, ist aber ein nervliches Wrack.

Renault Espace: Space-Shuttle à la Française

Die Geschichte von Renault ist auch die Geschichte innovativer Fahrzeugkonzepte, die sich durch formale EigenstĂ€ndigkeit und ihre beispielhafte FunktionalitĂ€t vom Wettbewerb absetzen. So auch im Falle des Espace. Als Renault 1984 die erste Modellgeneration prĂ€sentiert, erschließt das Unternehmen Neuland. Echte Raumlimousinen im One-box-Design mit durchgehendem Innenraum sind in der Alten Welt bis dahin nicht bekannt. Die revolutionĂ€re Karosseriearchitektur, die großzĂŒgigen PlatzverhĂ€ltnisse und die hochflexible Sitzlandschaft ermöglichen ein nie dagewesenes RaumgefĂŒhl und eine zuvor nicht fĂŒr möglich gehaltene LebensqualitĂ€t an Bord. Bei einer LĂ€nge von nur 4,25 Metern und einer Breite von 1,78 Metern gewĂ€hrt der Espace hohen Reisekomfort fĂŒr bis zu sieben Erwachsene auf Einzelsitzen, die sich in zuvor nie dagewesener Vielfalt im Innenraum anordnen lassen. Dank der drehbaren Vordersitze können sich die Insassen bei der Rast buchstĂ€blich einander zuwenden und den Imbiss von dem zum Tisch wandelbaren Mittelsitz genießen. Die multifunktionale Raumlimousine ist erfunden.

Heute ist bereits die sechste Espace Generation unterwegs (Gesamtverbrauch kombiniert: 4,9-4,6 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 110-105 g/km), im sportlich-eleganten SUV-Design, aber mit unverÀnderter DNA.  

125 Jahre Renault

Renault feiert 2023 sein 125-jĂ€hriges Bestehen: Mit der „Voiturette“ rollte 1898 das erste Fahrzeug der Marke auf die Straße, der Beginn eines bewegten Kapitels Automobilgeschichte voller wegweisender Innovationen. Und so wie UnternehmensgrĂŒnder Louis Renault sich vom Start weg an die Spitze der technischen Entwicklung setzte, prĂ€gt der französische Automobilhersteller heute die Transformation zur ElektromobilitĂ€t maßgeblich mit. 

 

1 Werte gemĂ€ĂŸ WLTP* (Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure), NEFZ-Werte liegen fĂŒr dieses Fahrzeug nicht vor. Bei WLTP handelt es sich um ein neues, realistischeres PrĂŒfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen. Die angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren und ohne Zusatzausstattung und Verschleißteile ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen.

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und dem Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden ĂŒber den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhĂ€ltlich ist. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat usw.) können relevante Fahrzeugparameter, wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik, verĂ€ndern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Stromverbrauch, die CO2-Emissionen und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

 

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