Paketzustellung mit selbstfahrenden Transportern: Ford und Hermes starten Pilotprojekt

Paketzustellung mit selbstfahrenden Transportern

Die Paketlieferung bis an die HaustĂŒr gehört mehr denn je zu unserem Alltag. Die Art und Weise jedoch, wie die Pakete zugestellt werden, könnte sich bald radikal verĂ€ndern.

Köln / Dunton (ots)

  • Mit neuem Forschungsprogramm zu selbstfahrenden Fahrzeugen will Ford weitere Erkenntnisse darĂŒber gewinnen, wie sich autonome Transporter gewerblich nutzen lassen
  • Zustelldienst Hermes setzt als erster Kunde von Ford ein Forschungsfahrzeug ein, das Pakete effizient und umweltvertrĂ€glich an innerstĂ€dtische Haushalte liefert
  • Autonom fahrende Transporter bilden fĂŒr Ford einen Schwerpunkt bei der Forschung zu skalierbaren autonomen Lösungen – Ford investiert bis 2025 innerhalb von zehn Jahren rund sieben Milliarden US-Dollar ins autonome Fahren

Die Paketlieferung bis an die HaustĂŒr gehört mehr denn je zu unserem Alltag. Die Art und Weise jedoch, wie die Pakete zugestellt werden, könnte sich bald radikal verĂ€ndern: Ford erforscht gemeinsam mit dem Zustelldienst Hermes die Möglichkeiten, selbstfahrende Transporter fĂŒr die sogenannte “letzte Meile” einzusetzen. Der zweiwöchige Praxistest in London ist Teil des neuen Forschungsprogramms von Ford zu autonomen Fahrzeugen und ihren Potenzialen im gewerblichen Einsatz. Hermes beteiligt sich als erstes Unternehmen an diesem Pilotversuch. Der Zustelldienst gilt als einer der fĂŒhrenden Paketzusteller fĂŒr Privathaushalte in Großbritannien. Mit einem umgebauten Ford Transit-Kastenwagen wollen beide Partner verstehen, wie sich andere Verkehrsteilnehmer gegenĂŒber einem scheinbar fahrerlosen Transporter verhalten. Der Clou dabei: TatsĂ€chlich lenkt auch weiterhin ein Mensch dieses leichte Nutzfahrzeug – die europĂ€ische Gesetzeslage lĂ€sst momentan noch gar nichts anders zu. Das Zustellfahrzeug ist aber mit allen typischen Sensoren eines vollautonomen Autos ausgestattet und erscheint zunĂ€chst völlig unbesetzt. Der Fahrer bleibt fĂŒr Außenstehende unsichtbar.

“In unserem Vorhaben, autonome Fahrzeuge auf die Straßen zu bringen, konzentrieren wir uns nicht nur auf die Technologie – wir halten es fĂŒr wichtig, auch die GeschĂ€ftsmodelle unserer Kunden zu stĂ€rken”, betont Richard Balch, Direktor Autonome Fahrzeuge und MobilitĂ€t von Ford Europa. “Um zu verstehen, in welchen Bereichen sie sich anpassen mĂŒssen, gibt es keinen besseren Weg, als bestimmte Prozesse in der RealitĂ€t auszuprobieren.”

Ford verbindet seine große Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von leichten Nutzfahrzeugen mit dem Fachwissen von Zustelldiensten. Ziel ist es, neue Möglichkeiten und Modelle fĂŒr den autonomen Fahrzeugbetrieb zu identifizieren. Dabei möchte Ford insbesondere Erkenntnisse darĂŒber gewinnen, wie bestehende Prozesse und menschliche Interaktionen in Verbindung mit automatisierten Fahrzeugen funktionieren. Lieferfahrten bilden sich daher als ideales Testgebiet an.

Der Gedanke dahinter: In der Logistik steuert der Fahrer nicht bloß einen Lkw oder Transporter – er ist auch bei vielen weiteren Aufgaben gefragt. Das Sortieren und Verladen von Waren kann ebenso dazugehören wie die persönliche Übergabe von Paketen an den EmpfĂ€nger oder das erneute Einladen, falls dieser nicht anzutreffen war.

Im Gegensatz zu diesen ĂŒblichen Rollenbildern verhĂ€lt sich der “unsichtbare” Fahrer im laufenden Praxisversuch von Ford und Hermes völlig passiv. Das Ausliefern ĂŒbernehmen Kuriere zu Fuß: Sie können das Lieferfahrzeug ĂŒber eine von Hermes entwickelte Smartphone-App anfordern und stoppen. Sobald der Transporter sicher parkt, entriegeln sie per Fernzugriff die TĂŒr zum Laderaum. Dort leiten Sprachhinweise und Monitore sie zu dem fĂŒr sie vorgesehenen Paketfach. Das VerstĂ€ndnis und die Gestaltung der Interaktion zwischen Mensch und Fahrzeug eröffnen die Möglichkeit, dass GeschĂ€ftsprozesse auch ohne die Anwesenheit eines Fahrers sicher ablaufen können.

Das Forschungsprojekt von Ford und Hermes knĂŒpft an den Erfolg des “Letzte-Meile-Zustelltests” von Ford in London an. Dabei nahmen Kuriere die Pakete aus einem Zustellfahrzeug entgegen und legten die letzte Etappe bis zum Adressaten zu Fuß zurĂŒck. Diese Lösung erzielte eine schnelle und effiziente Paketzustellung in der Innenstadt. Auf Basis der Ergebnisse des Praxistests können Hermes und andere Unternehmen jetzt Prozesse entwickeln, wie ihre BeschĂ€ftigten mit fahrerlosen Fahrzeugen kooperieren könnten.

“Wir finden die Zusammenarbeit mit Ford bei diesem Machbarkeitstest spannend. Wir wollen das Potenzial autonomer Fahrzeuge verstehen und abschĂ€tzen, ob sie langfristig eine Rolle im ZustellgeschĂ€ft spielen könnten”, so Lynsey Aston, Leiterin Produkt, Innovation und Onboarding bei Hermes. “Wir entwickeln und erforschen stĂ€ndig innovative Konzepte wie dieses und freuen uns auf die Ergebnisse, die zweifellos branchenweit von Nutzen sein werden.”

Ford testet Selbstfahr-Technologien bereits in mehreren großen US-StĂ€dten. Bis 2025 wird das Unternehmen innerhalb von zehn Jahren rund sieben Milliarden US-Dollar in autonome Fahrzeuge investiert haben, davon allein fĂŒnf Milliarden in den Jahren ab 2021. Die Investitionen sind Teil der Ford MobilitĂ€ts-Initiativen.

In Zusammenarbeit mit Argo AI, dem Technologiepartner fĂŒr selbstfahrende Systeme, setzt Ford beispielsweise in sechs amerikanischen Metropolen Tag fĂŒr Tag autonome Fahrzeuge ein. Im vergangenen Jahr lieferten einige von ihnen im Rahmen eines WohltĂ€tigkeitsprojekts in Miami frische Lebensmittel an stĂ€dtische Schulen.

Original-Content von: Ford-Werke GmbH, ĂŒbermittelt durch news aktuell

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