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Fahrerlager-Geschichten – Ulrich Fritz: „Wenn Menschen verletzt werden, ist das sportliche Ergebnis nur noch sekundär“

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Ulrich Fritz: „Wenn Menschen verletzt werden, ist das sportliche Ergebnis nur noch sekundär“

Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz blickt auf die Ereignisse von Budapest und den bisherigen Saisonlauf zurück

  • Das ist passiert: Ergebnisse & Fakten vom Wochenende
  • Neuigkeiten aus den Mercedes-AMG Motorsport-Teams
  • 3 Fragen an Ulrich Fritz
  • Social Media News: Was gibt’s Neues online?

Das ist passiert: Ergebnisse & Fakten

  • DTM: Paul Di Resta und Lucas Auer erzielen im ersten Rennen in Budapest den zweiten Doppelsieg der Saison
  • DTM: Mercedes-AMG (294 Punkte) führt die Herstellerwertung mit 58 Punkten Vorsprung auf BMW (236 Punkte) an.

Newssplitter

Auf nach Montreal: Das siebte Rennen des Jahres führt das Team am kommenden Wochenende zum 49. Großen Preis von Kanada. Bereits zum 39. Mal findet das Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Montreal statt. Lewis verbindet mit der Strecke auf der Insel der Murmeltiere schöne Erinnerungen – immerhin gewann er hier 2007 seinen ersten Grand Prix. Seitdem kamen noch 63 weitere Formel 1-Siege hinzu, insgesamt sechs Mal siegte der viermalige Weltmeister in Montreal. Damit fehlt ihm nur noch ein Erfolg in Kanada, um mit den sieben Siegen von Rekordchampion Michael Schumacher gleichzuziehen. Nach Pole Positions liegen Lewis und Michael bereits mit je sechs Poles an der Spitze der Tabelle in dieser Disziplin. Auch für das Team war der Circuit Gilles Villeneuve in den vergangenen Jahren ein gutes Pflaster: Die letzten vier Poles (Nico Rosberg 2014, Lewis Hamilton 2015-2017) sowie die letzten drei Siege (Lewis 2015-2017) gingen jeweils an einen Silberpfeil-Fahrer.

Stat-Attack – Budapest: Auf dem Hungaroring erlebte das Team die Höhen und Tiefen des Motorsports am eigenen Leib. Gab es am Samstag noch den zweiten Doppelsieg der Saison (den 106. insgesamt), rückten nach dem Boxenzwischenfällen am Sonntag wichtigere Dinge als der sportliche Erfolg in den Vordergrund. Mit fünf Fahrern in den Top-10 des ersten Laufs eroberte Mercedes-AMG Motorsport endlich den Hungaroring, der dem Team in der Vergangenheit nicht immer gelegen hat. Paul Di Resta erzielte mit seinem neunten DTM-Sieg den 185. Erfolg der Marke mit dem Stern in der DTM. Nach seinem Vorjahressieg war es Pauls zweiter Erfolg auf dem Hungaroring und sein insgesamt 32. Podestplatz in der DTM. Tatsächlich war es der vierte Sieg des Teams im fünften Saisonrennen. Eine ähnlich beeindruckende Bilanz weist auch Paul auf, der am Samstag zum achten Mal in seiner DTM-Karriere von der Pole Position ins Rennen ging. Von diesen acht Rennen gewann Paul sechs, die anderen beiden beendete er jeweils als Zweiter.

Wochendrückblick: Mercedes-AMG Motorsport hat am vergangenen Wochenende bei prestigeträchtigen Rennen auf der ganzen Welt Top-Resultate eingefahren: Nach Platz zwei und drei beim Auftakt des Blancpain GT Series Endurance Cup in Monza sowie Platz zwei in Silverstone zeigten die Teams mit dem Mercedes-AMG GT3 auf dem französischen Circuit Paul Ricard erneut eine starke Teamleistung. Für das beste Resultat der zwölf Fahrzeuge aus Affalterbach sorgte das Mercedes-AMG Team AKKA ASP #88 mit Adam Christodoulou (GBR), Thomas Jäger (GER) und Raffaele Marciello (ITA) auf dem vierten Platz. In dem bis zum Schluss spannenden 6-Stunden-Rennen fuhren mit der #35 (SMP Racing by AKKA ASP), der #44 und der #43 (beide STRAKKA Racing) noch drei weitere Mercedes-AMG GT3 in die Top-10. Auch in den Klassen durften sich die Customer Racing Teams freuen: Sowohl in der Pro-Am- als auch in der Am-Kategorie sowie im Silver Cup gab es Podiumsplätze für die Mercedes-AMG GT3.

In der IMSA WeatherTech SportsCar Championship überzeugten Jeroen Bleekemolen (NED) und Ben Keating (USA) vom Mercedes-AMG Team Riley Motorsports. Das Duo nahm das 100-Minuten-Rennen auf dem Raceway in Belle Isle vom sechsten Startplatz aus in Angriff und verbesserte sich bis zum Ziel auf den vierten Rang. Bernd Schneider (GER) und Kenny Habul (USA) vom Customer Racing Team SunEnergy1 Racing belegten den achten Rang.

In einem turbulenten Rennen der Australian Endurance Championship bewahrten Max Twigg und Tony D’Alberto (beide AUS) einen kühlen Kopf: Trotz zweier Rennunterbrechungen pilotierte das Duo den vom Team WM Waste Management eingesetzten Mercedes-AMG GT3 #8 auf den dritten Platz der Gesamtwertung. Damit fuhren Twigg/D’A lberto in der Australian Endurance Championship bereits zum vierten Mal in Folge auf das Siegerpodest. Die Customer Racing Fahrzeuge von Scott Taylor Motorsport, The Bend Motorsport Park und Egglestone Motorsport überquerten die Ziellinie auf den Plätzen sieben, zehn und elf.

Zwei Top-Ten-Plätze fuhr Kuo Kuo Hsin (CHN) in der China GT Championship ein. Der Pilot vom Team D2 RACING SPORT landete im ersten Rennen auf dem zehnten Platz und im zweiten auf Rang vier.

Am Wochenende waren auch drei Mercedes-AMG GT4 in der Belcar Endurance Championship auf dem Circuit Spa-Francorchamps im Einsatz. Das Selleslagh Racing Team mit der Startnummer 31 erzielte den dritten Platz in der GT4-Klasse, während das Schwesterfahrzeug des Teams auf dem sechsten Rang landete. Der von QSR Racing School eingesetzte Mercedes-AMG GT4 wurde als Zehnter abgewinkt.

3 Fragen an Ulrich Fritz

Uli, mit ein paar Tagen Abstand, wie siehst Du das Budapest-Wochenende?

Ulrich Fritz: Es war sicher eines der emotionsreichsten DTM-Wochenenden, die wir je hatten. Alles hat so gut angefangen. Wir waren uns zu Beginn des Rennwochenendes nicht sicher, wo wir im Vergleich zu BMW und Audi stehen. Budapest war in der Vergangenheit ja keine Strecke, auf der wir stark waren. Dann kam das erste Qualifying und du siehst, wir sind bei der Musik, wir können hier was holen. Der Doppelsieg und die Meisterschaftsführung von Gary waren sicher das Highlight des Wochenendes. Die Freude währte aber leider nicht lange, da ja gleich die Diskussionen über die angebliche Teamorder anfingen. Nach dem historisch starken Qualifying-Ergebnis mit den ersten fünf Startplätzen plus Startplatz sieben am Sonntag dachten wir dann alle: „Wow, heute kann ein richtiger toller Tag werden.“ Leider war genau das Gegenteil der Fall. In dem Moment, wenn Menschen verletzt werden, ist das sportliche Ergebnis nur noch sekundär. Es war sicher ein Schock für alle Beteiligten, als es zu den Situationen in der Boxengasse kam. Wir hoffen alle, dass die verletzten Personen schnellstmöglich wieder gesund werden. Das ist das Allerwichtigste. Zum sportlichen Ergebnis will ich eigentlich gar nicht viel sagen. Aber klar, ist es sehr frustrierend, wenn man eigentlich auf dem Weg ist, viele Punkte einzufahren und am Ende des Tages die stärksten Konkurrenten auf dem Podium stehen. Dass Marco, Timo und Philipp auf dem Podium auf die Champagnerdusche verzichtet haben, zeigt einen tollen Charakter. Wir werden jetzt sicher nicht den verlorenen Punkten nachtrauern, sondern uns darauf konzentrieren, am Norisring zurückzuschlagen.

Seit Sonntag gibt es große Diskussionen, ob zumindest die Unfälle nach Lucas hätten verhindert werden können. Deine Meinung?

Ulrich Fritz: Die Rennleitung hat in Situationen wie am Sonntag einen sehr, sehr schweren Job. Hier müssen Entscheidungen in Sekunden getroffen werden. Die Tragweite dieser Entscheidungen beeinflusst aber nicht nur die Sicherheit aller Beteiligten sowie das Renngeschehen, sondern auch Meisterschaften und eventuell sogar Karrieren. Natürlich wäre es im Nachhinein richtig gewesen, die rote Flagge früher zu zeigen. Aber sowas lässt sich mit dem Wissen von heute auch einfach sagen. Wichtig ist, dass wir alle gemeinsam die Ereignisse adäquat aufarbeiten müssen und besprechen, wie wir so etwas in Zukunft vermeiden können. Diese Diskussion haben wir bereits direkt nach den Ereignissen in Budapest gestartet.

Wenn wir noch einen Blick auf den Sport werfen. Wie siehst Du die Leistung Deiner Mannschaft bisher?

Ulrich Fritz: Rein von der Performance war vor allem das Wochenende in Budapest schon extrem stark für uns. Die Autos sind ja über die Marken hinweg sehr eng beieinander. Das zeigt umso mehr, was für einen super Job unsere Ingenieure beim Setup und unsere Fahrer auf der Strecke abliefern. Es ist ein sehr gutes Gefühl, wenn du weißt, dass du um Siege mitfahren kannst und Chancen hast, im Titelkampf ein Wort mitzusprechen. Timo führt zwar im Moment, aber wir haben einige Fahrer in Schlagdistanz. Es wird bei den nächsten Rennen also alles andere als langweilig werden.

Social Media News

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