Winterscheibenreiniger-Test: Achtung Blindflug droht!

Winterscheibenreiniger Test

Voraussetzung fĂŒr klare Sicht ist ein wintertauglicher Scheibenreiniger im WischwasserbehĂ€lter. Denn bei Schmuddelwetter kommt es darauf an, dass die im Reiniger enthaltenen Tenside den Schmutz lösen.

Losheim am See (ots) – Schneematsch, Streusalz und aufgewirbelter Straßendreck verschmutzen im Winter die Autoscheibe besonders stark. SpritzdĂŒsen und Scheibenwischer sind oft im Dauereinsatz, um wĂ€hrend der Fahrt fĂŒr Durchblick zu sorgen. Voraussetzung fĂŒr klare Sicht ist jedoch ein wintertauglicher Scheibenreiniger im WischwasserbehĂ€lter. Denn bei Schmuddelwetter kommt es darauf an, dass die im Reiniger enthaltenen Tenside den Schmutz lösen – auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Drecklösend wirken nur die Tenside und Wasser. Der zugemischte Alkohol dient ausschließlich dem Frostschutz. Doch nicht jeder Winterreiniger hĂ€lt in der Praxis, was er auf dem Etikett verspricht.

Die KÜS hat gemeinsam mit Auto Bild elf gĂ€ngige Winter-Fertigmischungen fĂŒr die Scheibenwaschanlage getestet, wie sie an Tankstellen, im Supermarkt, in BaumĂ€rkten und im Zubehörhandel erhĂ€ltlich sind.

Beim Testsieger reichen drei WischgĂ€nge fĂŒr klaren Blick

Klarer Testsieger und zudem Preis-Leistungs-Sieger im großen Vergleich ist der “sehr gute” Reiniger “Sonax Anti-Frost & Klarsicht” mit 100 Prozent Schmutzlösekraft. Schon nach dem dritten Wischgang ist die Scheibe sauber. Zudem hinterlĂ€sst der Reiniger keine Schlieren.

Auf den PlĂ€tzen zwei und drei mit der Experten-Note “gut” die beiden Reiniger “Aral Klare Sicht Winter-Fertigmix” und “RobbyRob Scheibenfrostschutz”. Beide zeichnen sich durch gute Schmutzlösung und schnelle Trocknung aus und bilden keine Schlieren auf der Scheibe. Gerade noch “ausreichend” der Scheibenreiniger von Cartechnic. Er wirkt vor allem im Bereich des Austritts an den DĂŒsen, von einer sauberen Scheibe ist seine Leistung jedoch weit entfernt.

Die restlichen sieben getesteten Produkte können mit ihrer Reinigungsleistung die Experten von KÜS und Auto Bild auch nicht annĂ€hernd ĂŒberzeugen. Deshalb nur die Note “mangelhaft” fĂŒr die Fertigmischungen von Total, Shell, All Ride, Priva, Nigrin, Eurolub und Ernst. Sie versagen auf ganzer Linie. Selbst nach zehn WischgĂ€ngen verschmieren sie teilweise die Scheibe mehr, als dass sie fĂŒr klaren Blick sorgen. Mitunter entsteht beim Wischen ein gefĂ€hrlicher Schmutzfilm, der bei Dunkelheit fĂŒr Sekunden zu einem gefĂ€hrlichen “Blindflug” fĂŒhren kann. (Siehe Ergebnistabelle)

So hat die KÜS getestet

Ein guter Winterscheibenreiniger sollte die Frontscheibe nicht nur vom typischen Salznebel vorausfahrender Fahrzeuge befreien, sondern auch vom sogenannten Winterschmutz (Reifenabrieb, Bremsstaub, Abgasruß, Ölschmutz, Wachs aus der Waschanlage), der bei KĂ€lte als Schmierfilm hartnĂ€ckig auf der Scheibe klebt. Wie die Scheibenreiniger damit zurechtkommen, haben KÜS und Auto Bild auf einem klimatisierten und vollautomatischen PrĂŒfstand in einem Fachlabor in Neuburg getestet. Dieser PrĂŒfstand garantiert identische Bedingungen bei jedem Testdurchlauf. Klimaanlage und Ventilatoren sorgen fĂŒr die Simulation einer Fahrt bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius und 25 km/h Fahrgeschwindigkeit.

Je Testdurchgang eines Reinigers erfolgt zunĂ€chst das Auftragen von 20 Gramm Testschmutz auf die Scheibe, dann wird einmalig ohne Wasser gewischt, um den Schmutz auf der Scheibe zu verteilen. Insgesamt erfolgen anschließend zehn Wischzyklen mit AufsprĂŒhen des Reinigers durch die ScheibenwaschdĂŒsen. Pro Wischzyklus werden 50 Milliliter des getesteten Produkts auf die Scheibe gesprĂŒht. Eine hochauflösende Kamera erfasst dabei den Reinigungsvorgang. Aus den Bilddaten errechnet eine Software die Reinigungsleistung je Wischvorgang. Ab einem Wert von 63 Prozent gilt die Scheibe als gesĂ€ubert. Beurteilt wird, ab dem wievielten Wischzyklus ein Reiniger diesen Wert erreicht. Erreicht ein Reiniger die 63 Prozent nicht, bekommt er in dieser Teildisziplin null Punkte. Hier wird die Wirksamkeit eines Reinigers nach seiner Wirkgeschwindigkeit beurteilt.

Die Zahl der WischgÀnge ist entscheidend

Wichtig ist dabei vor allem, wie viel FlĂŒssigkeit notwendig ist, um den Schmutz von der Scheibe zu bekommen, denn das beeinflusst die Kosten pro Reinigungsvorgang enorm. Ein Reiniger, der den Dreck schon nach drei- oder viermal wischen wegbekommt, ist deutlich effektiver, als einer, bei dem die Scheibe selbst nach zehn WischgĂ€ngen nicht sauber und schlierenfrei ist.

Im Test wird auch die Bedienungsanleitung, die Handhabung und der Geruch bewertet. SelbstverstÀndlich sollten Scheibenreiniger auch keine SchÀden auf Gummi, Lack oder ScheinwerferglÀsern aus Polycarbonat hinterlassen.

Winterscheibenreiniger mĂŒssen nicht nur bei norddeutschem Schmuddelwetter um die null Grad gut funktionieren, sondern auch bei tiefen Temperaturen von minus 10 bis minus 20 Grad im sĂŒdlichen Alpenvorland und in Bergregionen. Hier halten alle getesteten Produkte den auf dem Etikett genannten Gefrierpunkt sehr gut ein oder weichen nur geringfĂŒgig ab.

Original-Content von: KÜS-BundesgeschĂ€ftsstelle, ĂŒbermittelt durch news aktuell

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