Wiesn-Fremdparker blockieren StellplĂ€tze fĂŒr HotelgĂ€ste und Kunden

WĂ€hrend des Oktoberfests werden freie StellplĂ€tze in MĂŒnchen zur Mangelware. Das bekommen offenbar auch Hotels und HĂ€ndler zu spĂŒren: Eine anonymisierte Auswertung von Avantpark zeigt auf ausgewĂ€hlten privaten FlĂ€chen wĂ€hrend der Wiesn deutlich mehr ParkverstĂ¶ĂŸe, obwohl dort nicht mehr Fahrzeuge unterwegs waren. Im Einzelhandel stieg ihre Zahl um rund ein Drittel. Mario Feghali von Avantpark ordnet die Ergebnisse der Untersuchung ein.

Ein freier Stellplatz in MĂŒnchen ist wĂ€hrend der Wiesn begehrt. Rund um die Theresienwiese gibt es keine offiziellen BesucherparkplĂ€tze. Wer trotzdem mit dem Auto möglichst nah an das FestgelĂ€nde möchte, sucht mitunter nach Alternativen. Dabei geraten auch private StellplĂ€tze von Hotels und GeschĂ€ften in den Blick. FĂŒr deren Betreiber hat das eine direkte Folge: Steht dort ein Fremdparker, fehlt der Platz im Zweifel einem Hotelgast oder Kunden. Dass sich dieser Effekt wĂ€hrend des Oktoberfests tatsĂ€chlich bemerkbar machen kann, zeigt eine anonymisierte Auswertung von ParkflĂ€chen, die Avantpark in MĂŒnchen bewirtschaftet. Betrachtet wurden ausgewĂ€hlte Standorte aus Hotellerie und Einzelhandel im Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober 2025. Besonders auffĂ€llig: Die Zahl der ParkverstĂ¶ĂŸe nahm wĂ€hrend der Wiesn zu, obwohl die Zahl der Einfahrten gleich blieb. „Zur Oktoberfestzeit wird jeder freie Stellplatz interessant, auch dann, wenn er eigentlich zu einem Hotel oder einem GeschĂ€ft gehört“, sagt Mario Feghali, Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb beim Parkraummanagement-Unternehmen Avantpark. Der Experte betont: „FĂŒr den Betreiber ist das kein Kavaliersdelikt: Im entscheidenden Moment fehlt dieser Platz einem Gast oder Kunden.“

Mehr VerstĂ¶ĂŸe auf Hotel- und KundenparkplĂ€tzen

Die Auswertung der Hotel- und EinzelhandelsflĂ€chen zeigt, dass die Zahl der ParkverstĂ¶ĂŸe wĂ€hrend der Wiesn steigt. Auf der HotelflĂ€che gingen die tĂ€glichen Einfahrten wĂ€hrend des Oktoberfests von regulĂ€r etwa 150 bis 200 auf rund 130 bis 170 zurĂŒck, gleichzeitig stieg die Zahl der regelwidrigen Nutzungen von etwa 175 bis 200 auf rund 200 bis 250 pro Monat. „FĂŒr einen Hotelgast ist es besonders Ă€rgerlich, wenn er nach der Anreise vor einem belegten Stellplatz steht, der eigentlich fĂŒr GĂ€ste vorgesehen ist“, erklĂ€rt Feghali. Im Einzelhandel blieb die Zahl der Einfahrten mit tĂ€glich rund 2.000 bis 2.500 weitgehend konstant, wĂ€hrend die VerstĂ¶ĂŸe von etwa 150 auf rund 200 pro Monat und damit um rund 33 Prozent zunahmen. „Im ungĂŒnstigsten Fall findet ein Kunde keinen Platz und fĂ€hrt weiter. Genau deshalb mĂŒssen private FlĂ€chen fĂŒr diejenigen verfĂŒgbar bleiben, fĂŒr die sie vorgesehen sind“, betont Feghali.

Oktoberfest sorgt fĂŒr zusĂ€tzlichen Parkdruck

Der Parkdruck in MĂŒnchen steigt wĂ€hrend des Oktoberfestes erheblich. Die Stadt setzt deshalb auf öffentliche Verkehrsmittel und StellplĂ€tze außerhalb des Zentrums. Wie angespannt die Parksituation rund um die Wiesn ist, zeigen auch die Zahlen der MĂŒnchner Polizei: WĂ€hrend der 16 Tage des Oktoberfestes 2025 mussten im Umfeld der Theresienwiese insgesamt 1.187 Fahrzeuge abgeschleppt werden und damit im Durchschnitt mehr als 74 pro Tag.[1]Auch wenn sich daraus nicht ableiten lĂ€sst, dass sĂ€mtliche auf privaten registrierten FlĂ€chen ParkverstĂ¶ĂŸe auf Oktoberfest-Besucher zurĂŒckgehen: „Auf einigen FlĂ€chen zeigt sich wĂ€hrend der Wiesn ein wiederkehrendes Muster“, berichtet Feghali.

Sichtbare Kontrolle zeigt Wirkung

Avantpark setzt auf ein schrankenloses digitales Parkraummanagement. Gut sichtbare Schilder an den Zufahrten und auf dem GelĂ€nde informieren ĂŒber die geltenden Parkbedingungen. Kameras erfassen die Kennzeichen der Fahrzeuge und ermöglichen die digitale Kontrolle der geltenden Parkbedingungen. So kann im Nachgang nachvollzogen werden, ob ein Fahrzeug berechtigt auf der FlĂ€che steht oder gegen die Parkregeln verstĂ¶ĂŸt. Papiertickets, Schranken oder dauerhaftes Personal vor Ort sind dafĂŒr nicht erforderlich. „Sobald klar ist, dass eine FlĂ€che wirklich kontrolliert wird, sinkt die Zahl der Falschparker“, sagt Feghali. VollstĂ€ndig verhindern lĂ€sst sich das Fremdparken allerdings nicht, doch durch flĂ€chendeckende Kontrolle minimieren.

Was Falschparkern auf privaten FlÀchen drohen kann

Anders als im öffentlichen Straßenraum handelt es sich beim unberechtigten Parken auf privaten FlĂ€chen nicht um ein klassisches Bußgeldverfahren der Stadt. Wer eine entsprechend ausgeschilderte private ParkflĂ€che nutzt, muss die dort geltenden Parkbedingungen beachten. Bei VerstĂ¶ĂŸen kann je nach ausgewiesenen Bedingungen eine Vertragsstrafe beziehungsweise ein erhöhtes Parkentgelt verlangt werden. Zur Bearbeitung eines Verstoßes können im Rahmen der rechtlichen Voraussetzungen die erfassten Kennzeichendaten genutzt und Halterdaten abgefragt werden. Ein Hinweiszettel an der Windschutzscheibe ist dafĂŒr nicht zwingend erforderlich. FĂŒr Betreiber steht jedoch weniger die Ahndung einzelner VerstĂ¶ĂŸe im Vordergrund als die VerfĂŒgbarkeit der eigenen StellplĂ€tze. „Das Ziel einer Parkraumbewirtschaftung ist nicht, möglichst viele VerstĂ¶ĂŸe zu sanktionieren. Es geht vielmehr darum, die vorhandenen StellplĂ€tze fĂŒr die Menschen verfĂŒgbar zu halten, die sie tatsĂ€chlich nutzen sollen“, so Feghali abschließend.

Über das Unternehmen

Avantpark, gegrĂŒndet im Jahr 2020, ist ein Unternehmen im Bereich des digitalen Parkraummanagements. Mit einer Lösung auf Basis automatischer Kennzeichenerkennung ermöglicht Avantpark gemeinsam mit dem britischen Mutterunternehmen Parkingeye, das 2004 gegrĂŒndet wurde, ein effizientes, schrankenfreies Parkraummanagement. Ziel ist es, Falschparken zu reduzieren, Verwaltungskosten zu minimieren und neue Einnahmequellen fĂŒr Betreiber zu schaffen. Das Unternehmen bedient verschiedene Branchen – darunter Einzelhandel, Gastgewerbe, Gesundheitswesen und Kommunen –, die allesamt vor den Herausforderungen begrenzter ParkflĂ€chen und hoher organisatorischer Anforderungen stehen. Die Avantpark-Landesgesellschaften verwalten ParkflĂ€chen in ganz Europa und bieten eine datenschutzkonforme und benutzerfreundliche Alternative zu traditionellen Parksystemen. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Mainz.

 

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Luise Kothe

+49 151 650 207 25

[1] https://www.polizei.bayern.de/mam/akutelles/abschlussbilanz_oktoberfest_2025.pdf

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