87 Prozent der Deutschen wĂŒrden auf ParkplĂ€tze verzichten – wenn StĂ€dte diese eine Sache liefern

Eine neue Studie zeigt: Die Debatte um Parkraum in InnenstĂ€dten dreht sich um die falsche Frage. Es geht der Bevölkerung nicht darum, ob StellplĂ€tze verschwinden, sondern ob die Erreichbarkeit gesichert bleibt. FĂŒr Kommunen bedeutet das, nicht mehr FlĂ€chen schaffen, sondern die vorhandenen klĂŒger nutzen. Mario Feghali, Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb bei Avantpark, ordnet die Ergebnisse ein und erlĂ€utert, warum digitales Parkraummanagement zum entscheidenden Baustein moderner InnenstĂ€dte werden könnte.

Die Zukunft der InnenstĂ€dte wird seit Jahren als Streit zwischen Verkehrswende und Auto verhandelt. StraßenparkplĂ€tze verschwinden, neue Radwege entstehen, Kommunen ringen um jeden Quadratmeter. Der Eindruck, der dabei entsteht: Erreichbarkeit und AufenthaltsqualitĂ€t schließen sich aus. Eine aktuelle Studie des Instituts fĂŒr Handelsforschung (IFH) in Köln widerspricht diesem Bild deutlich. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt VerĂ€nderungen nicht ab, sie stellt jedoch eine Bedingung. 87 Prozent der Befragten wĂŒrden weniger StellplĂ€tze im öffentlichen Raum akzeptieren, wenn im Gegenzug gut erreichbare ParkhĂ€user oder Tiefgaragen zur VerfĂŒgung stĂŒnden.[1] Ein Parkplatz vor der TĂŒr ist nicht fĂŒr alle Menschen der entscheidende Faktor. Viel wichtiger ist, dass MobilitĂ€t zuverlĂ€ssig funktioniert. Mario Feghali, Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb bei Avantpark, betont: „Die Diskussion konzentriert sich fast immer auf die Frage, ob StellflĂ€chen bleiben oder verschwinden. Das ist der falsche Ansatz. Die Menschen wollen wissen: Komme ich noch gut in die Stadt und finde ich dort einen Platz? Genau das beantwortet die Studie sehr klar.“. Genau hier setzt digitales Parkraummanagement an. Auf Basis von kamerabasierter Kennzeichenerfassung liefern diese Systeme bereits heute die technische Grundlage von der Echtzeit-Belegungsanzeige ĂŒber automatisierte Berechtigungen bis hin zur Erfassung von Falschparkern. StĂ€dte, die solche Konzepte einfĂŒhren, können damit mehr FlĂ€che fĂŒr GrĂŒnanlagen, Gastronomie oder FußgĂ€ngerzonen gewinnen, ohne dass Autofahrer die Innenstadt meiden.

Nicht die Zahl der ParkplÀtze ist entscheidend

Seit Jahren wird gestritten, wie viele StellplĂ€tze eine Innenstadt braucht. Die Studie legt nahe: Der Streit ist an der falschen Stelle. Nicht die Zahl der ParkplĂ€tze entscheidet ĂŒber die AttraktivitĂ€t einer Innenstadt, sondern wie klug der begrenzte Raum genutzt wird. Zwei Zahlen zeigen, wie prĂ€sent das Thema bereits ist: 93 Prozent der Autofahrer nennen gute Erreichbarkeit als Grundvoraussetzung fĂŒr eine attraktive Innenstadt, 87 Prozent nehmen FlĂ€chenkonflikte im Alltag bereits wahr. Die Lösung, die sich daraus fĂŒr die Mehrheit ergibt, ist ĂŒberraschend eindeutig: 73 Prozent sprechen sich dafĂŒr aus, StellplĂ€tze stĂ€rker in kompakte ParkhĂ€user oder Tiefgaragen zu verlagern, um somit Platz fĂŒr GrĂŒnflĂ€chen und Aufenthaltsbereiche freizumachen.[2] Feghali beobachtet diese Bereitschaft auch im direkten Austausch mit StĂ€dten und Gemeinden: „Viele Kommunen unterschĂ€tzen, wie groß die VerĂ€nderungsbereitschaft in der Bevölkerung tatsĂ€chlich ist. Die eigentliche Frage lautet nicht mehr: Wo schaffen wir zusĂ€tzliche ParkflĂ€chen? Sondern: Wie bewirtschaften wir das, was wir schon haben, so, dass es allen AnsprĂŒchen gerecht wird?”

Ein guter Stellplatz bleibt fĂŒr viele Voraussetzung

Dass das Auto deshalb nicht aus den InnenstĂ€dten verschwindet, macht die Studie ebenso deutlich. 80 Prozent der Befragten fahren zumindest gelegentlich mit dem Pkw in die Innenstadt, und fĂŒr 91 Prozent der Autofahrer unter ihnen ist ein guter Parkplatz die Voraussetzung dafĂŒr, ĂŒberhaupt zu kommen.[3] FĂŒr Kommunen ergibt sich daraus ein enger Handlungsspielraum: Neue StellplĂ€tze lassen sich in dicht bebauten InnenstĂ€dten kaum noch schaffen, wĂ€hrend der Anspruch an eine vielseitige Nutzung öffentlicher FlĂ€chen weiter wĂ€chst. „Mehr ParkplĂ€tze allein lösen dieses Problem nicht”, Feghali und fĂ€hrt fort: „Entscheidend ist, dass die vorhandenen FlĂ€chen intelligent genutzt werden und genau dort setzt modernes Parkraummanagement an.” Digitale Systeme steuern StellflĂ€chen bedarfsgerecht, reduzieren unberechtigte Dauerbelegungen und binden ParkhĂ€user aktiv in die Verkehrslenkung ein. Gleichzeitig liefern sie belastbare Auslastungsdaten. Damit schaffen diese Systeme eine Grundlage, auf die Kommunen bei der Planung von MobilitĂ€t, Veranstaltungen oder kĂŒnftigen Infrastrukturprojekten zunehmend angewiesen sind.

Parkraum wird zur strategischen Ressource

Letztendlich zeigt die Studie auch, dass die Bevölkerung fordert weder die autofreie noch die autozentrierte Innenstadt fordert. „Beide Extreme lehnt die Mehrheit ab. Gefragt ist ein Mittelweg, der Erreichbarkeit fĂŒr Autofahrer sichert und gleichzeitig Raum fĂŒr Rad, Fußverkehr und öffentlichen Nahverkehr freigibt“, ordnet Feghali ein. FĂŒr Kommunen bedeutet das: Parkraummanagement lĂ€sst sich nicht isoliert betrachten, sondern nur als Teil der gesamten MobilitĂ€tsinfrastruktur. Wer StellflĂ€chen digital steuert, schafft damit erst die Voraussetzung dafĂŒr, dass auch die anderen VerkehrstrĂ€ger den Platz bekommen, den sie brauchen, ohne dass Autofahrer die Stadt meiden. „FlĂ€chenmanagement war lange eine rein operative Aufgabe, losgelöst vom Rest der MobilitĂ€t gedacht. Das Ă€ndert sich gerade”, analysiert Feghali abschließend und ergĂ€nzt: „Die Organisation von Parkraum ist eine Frage kommunaler FlĂ€chenplanung. Sie beeinflusst, wie unterschiedliche VerkehrstrĂ€ger zusammenwirken und ob InnenstĂ€dte auch kĂŒnftig gut erreichbar bleiben.“

Über das Unternehmen

Avantpark, gegrĂŒndet im Jahr 2020, ist ein Unternehmen im Bereich des digitalen Parkraummanagements. Mit einer Lösung auf Basis automatischer Kennzeichenerkennung ermöglicht Avantpark gemeinsam mit dem britischen Mutterunternehmen Parkingeye, das 2004 gegrĂŒndet wurde, ein effizientes, schrankenfreies Parkraummanagement. Ziel ist es, Falschparken zu reduzieren, Verwaltungskosten zu minimieren und neue Einnahmequellen fĂŒr Betreiber zu schaffen. Das Unternehmen bedient verschiedene Branchen – darunter Einzelhandel, Gastgewerbe, Gesundheitswesen und Kommunen –, die allesamt vor den Herausforderungen begrenzter ParkflĂ€chen und hoher organisatorischer Anforderungen stehen. Die Avantpark-Landesgesellschaften verwalten ParkflĂ€chen in ganz Europa und bieten eine datenschutzkonforme und benutzerfreundliche Alternative zu traditionellen Parksystemen. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Mainz.

 

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[1]https://www.ifhkoeln.de/erreichbarkeit-parken-und-aufenthaltsqualitaet-was-menschen-wirklich-von-der-innenstadt-der-zukunft-erwarten/

[2]ebenda

[3]https://www.ifhkoeln.de/erreichbarkeit-parken-und-aufenthaltsqualitaet-was-menschen-wirklich-von-der-innenstadt-der-zukunft-erwarten/

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