Mittlerweile kommen rechnerisch rund zehn E-Fahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt. Besonders in StÀdten konkurrieren immer mehr Fahrzeuge um dieselben wenigen StellflÀchen.

Steigende Zulassungszahlen, hohe Kraftstoffpreise und neue FördermaĂnahmen treiben die ElektromobilitĂ€t in Deutschland weiter voran. Gleichzeitig geraten öffentliche LadeplĂ€tze zunehmend unter Druck. Mittlerweile kommen rechnerisch rund zehn E-Fahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt. Besonders in StĂ€dten konkurrieren immer mehr Fahrzeuge um dieselben wenigen StellflĂ€chen. Wie Kommunen und Betreiber den Umgang mit Ladeinfrastruktur kĂŒnftig gestalten sollten, erklĂ€rt Mario Feghali von Avantpark.
Allein im April 2026 wurden in Deutschland 64.350 neue Elektroautos zugelassen. Das entspricht einem Plus von 41,3 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat.[1] Gleichzeitig ĂŒberschritt Deutschland zuletzt die Marke von 200.000 öffentlichen Ladepunkten. Trotzdem kommen rechnerisch bereits heute rund zehn Elektrofahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt, in BallungsrĂ€umen oft deutlich mehr.[2] âMit jedem neuen E-Auto steigt der Druck auf dieselben wenigen LadeflĂ€chenâ, erklĂ€rt Mario Feghali, Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb beim Parksystemanbieter Avantpark. Viele Kommunen und Betreiber stehen deshalb vor einem praktischen Problem: LadeplĂ€tze sind zwar vorhanden, werden aber hĂ€ufig blockiert oder nicht effizient genutzt. Besonders betroffen sind Standorte mit hoher Kundenfrequenz. Dort bleiben Fahrzeuge nach dem Laden oft ĂŒber Stunden stehen, wĂ€hrend andere Fahrer keinen Ladeplatz mehr finden. Hinzu kommen fehlende Informationen zu VerfĂŒgbarkeit, Tarifen oder Nutzungsdauer. âViele Betreiber wissen gar nicht, wie ihre LadeflĂ€chen tatsĂ€chlich genutzt werdenâ, erlĂ€utert Feghali. Genau hier setzen digitale Parkraumsysteme an. Sie erfassen Ein- und Ausfahrten per Kennzeichenerkennung und stellen Parkdaten in Echtzeit bereit. Betreiber sehen so Auslastung, Parkdauer und Nutzung einzelner LadeplĂ€tze. âOhne digitale Steuerung wird sich der steigende Druck auf öffentliche LadeflĂ€chen langfristig kaum bewĂ€ltigen lassenâ, warnt der Experte.
LadeflÀchen werden zum Konkurrenzraum
Zwar stehen viele Ladepunkte zur VerfĂŒgung, in der Praxis sind sie jedoch hĂ€ufig blockiert, falsch genutzt oder nach abgeschlossenem Ladevorgang weiter belegt. Besonders betroffen sind hochfrequentierte Standorte in InnenstĂ€dten, bei SupermĂ€rkten und Einkaufszentren oder in ParkhĂ€usern. Dort treffen kurze Ladezyklen auf lange Standzeiten, was zu einer sinkenden VerfĂŒgbarkeit fĂŒr nachfolgende Nutzer fĂŒhrt. Hinzu kommt ein strukturelles Transparenzdefizit auf Betreiberseite. Viele Kommunen und Betreiber verfĂŒgen nur eingeschrĂ€nkt ĂŒber Daten zur tatsĂ€chlichen Auslastung einzelner LadeflĂ€chen. Dadurch bleibt unklar, wie hĂ€ufig LadeplĂ€tze zweckwidrig genutzt werden oder zu welchen Zeiten es regelmĂ€Ăig zu EngpĂ€ssen kommt. âOhne belastbare Echtzeitdaten lassen sich LadeplĂ€tze langfristig kaum sinnvoll organisierenâ, betont Feghali. Digitale Parkraumsysteme mit Kennzeichenerkennung und Parkdatenerfassung können dabei helfen, Ein- und Ausfahrten sowie Standzeiten auszuwerten und die Nutzung bestehender LadeflĂ€chen fĂŒr den Betreiber transparenter zu machen. Ziel ist es, bestehende FlĂ€chen effizienter zu steuern, statt primĂ€r neue KapazitĂ€ten zu schaffen. Dadurch lĂ€sst sich besser nachvollziehen, wann zusĂ€tzliche Ladepunkte benötigt werden.
Wie Lademöglichkeiten zum Standortfaktor werden
Auch im Einzelhandel und bei privaten Standortbetreibern gewinnt das Thema an wirtschaftlicher Bedeutung. Ladeinfrastruktur entwickelt sich zunehmend zu einem Standortfaktor, der die Aufenthaltsdauer und Kundenzufriedenheit beeinflussen kann. Gleichzeitig steigt der Druck, eine zuverlĂ€ssige Nutzung sicherzustellen. âWer seinen Kunden Ladeinfrastruktur anbietet, muss auch sicherstellen, dass sie tatsĂ€chlich nutzbar istâ, erklĂ€rt Feghali. Blockierte oder unĂŒbersichtliche LadeflĂ€chen können sich dabei direkt auf die Wahrnehmung eines Standorts auswirken. Digitale Systeme ermöglichen es, zwischen tatsĂ€chlichem Ladevorgang und bloĂer Belegung zu unterscheiden und so Nutzung transparenter abzubilden. DarĂŒber hinaus entstehen neue Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Steuerung, etwa durch zeitabhĂ€ngige Auslastungsanalysen oder angepasste Regelwerke fĂŒr einzelne Standorte. Auch einfache digitale Bezahlmöglichkeiten direkt an der LadesĂ€ule können die Nutzung öffentlicher Ladeangebote im Alltag erleichtern. âEntscheidend wird kĂŒnftig nicht allein der Ausbau neuer LadesĂ€ulen sein, sondern die intelligente Nutzung bestehender FlĂ€chenâ, so der Experte abschlieĂend.
Ăber das Unternehmen
Avantpark, gegrĂŒndet im Jahr 2020, ist ein Unternehmen im Bereich des digitalen Parkraummanagements. Mit einer Lösung auf Basis automatischer Kennzeichenerkennung ermöglicht Avantpark gemeinsam mit dem britischen Mutterunternehmen Parkingeye, das 2004 gegrĂŒndet wurde, ein effizientes, schrankenfreies Parkraummanagement. Ziel ist es, Falschparken zu reduzieren, Verwaltungskosten zu minimieren und neue Einnahmequellen fĂŒr Betreiber zu schaffen. Das Unternehmen bedient verschiedene Branchen â darunter Einzelhandel, Gastgewerbe, Gesundheitswesen und Kommunen â, die allesamt vor den Herausforderungen begrenzter ParkflĂ€chen und hoher organisatorischer Anforderungen stehen. Die Avantpark-Landesgesellschaften verwalten ParkflĂ€chen in ganz Europa und bieten eine datenschutzkonforme und benutzerfreundliche Alternative zu traditionellen Parksystemen. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Mainz.
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[1] https://bit.ly/4wPugkM
[2] https://bit.ly/4fJzEzF und https://bit.ly/4nS5ZX2