Toyota GR Yaris: Motorsport fĂŒr die Straße mit den Genen legendĂ€rer Gewinnertypen

Toyota GR Yaris

Als zweites von TGR entwickeltes Fahrzeug bringt der neue Toyota GR Yaris Motorsporterfahrungen auf die Straße.

Dieser kompakte Hochleistungsathlet lĂ€sst die Herzen aller Sportwagen- und Rallyefans schneller schlagen: Als zweites von Toyota Gazoo Racing (TGR) entwickeltes Fahrzeug bringt der neue Toyota GR Yaris (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,3 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 184 g/km) Motorsporterfahrungen auf die Straße. Aus 1,6 Litern entwickelt der Dreizylinder mit kugelgelagertem Turbolader starke 192 kW/261 PS und ein beeindruckendes maximales Drehmoment von 360 Nm, denn mit permanentem Allradantrieb ist der GR Yaris das erste derartige Homologationsmodell von Toyota fĂŒr die Rallye-Weltmeisterschaft seit dem Produktionsende des legendĂ€ren Celica GT-Four im Jahr 1999. Aber die Wurzeln des jĂŒngsten Toyota Sportlers reichen sogar noch weiter zurĂŒck, bis ins Jahr 1965. Damals machte der Toyota 2000GT den Anfang, als erster japanischer TechnologietrĂ€ger und Weltrekordhalter fĂŒr Rennstrecke und Straße.

WĂ€hrend der Toyota 2000GT noch in Kooperation mit dem Spezialisten Yamaha gebaut wurde, ist heute das Forschungs- und Entwicklungszentrum der in Köln-Marsdorf beheimateten Toyota Gazoo Racing Europe GmbH (TGR-E) verantwortlich fĂŒr die globalen MotorsportaktivitĂ€ten des japanischen Automobilkonzerns. Hervorgegangen ist TGR-E im FrĂŒhjahr 2020 aus der Toyota Motorsport GmbH (TMG), die ebenfalls bereits fĂŒr Motorsport- und Hochleistungs-Straßenfahrzeuge zustĂ€ndig war und ĂŒber Rennsport-Erfahrungen aus 45 Jahren verfĂŒgte. Anfang der 1970er Jahre kooperierte Toyota mit dem Rallyestar Ove Andersson, der ab 1975 unter dem Namen Ove Andersson Motorsport Toyota Team Europe (TTE) von Belgien aus RallyeeinsĂ€tze koordinierte. 1979 wechselte dieses Unternehmen nach Köln und mit der vollstĂ€ndigen Übernahme durch die Toyota Motor Corporation 1993 erfolgte die Umbenennung in die Toyota Motorsport GmbH, die unter anderem das Formel-1-Engagement und den Titelgewinn in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) betreute.

Auch Toyota Gazoo Racing Europe kĂŒmmert sich um die Racer fĂŒr die WEC, die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), Kundensportprojekte wie den GR Supra GT4 und um Pulsbeschleuniger fĂŒr den Straßeneinsatz, denn mit den Erfahrungen aus der Motorsporttechnologie wird das Konzernziel unterstĂŒtzt, immer bessere Autos zu bauen.

Genau aus dieser Motivation entwickelte ein Team aus Toyota und Yamaha Ingenieuren 1965 einen aufregend gezeichneten Gran Turismo, den Toyota 2000GT, der als erster japanischer Hightech-ImagetrĂ€ger globale Schlagzeilen machte. Noch vor dem 1967 erfolgten Serienstart trug sich der 2000GT in die automobilen GeschichtsbĂŒcher ein durch drei Welt- und 13 Klassenrekorde bei Hochgeschwindigkeitsfahrten in Yatabe nahe Tokio und schließlich krönte der 2000GT diese Bilanz mit sensationellen Motorsporterfolgen.

Unter der endlos lang wirkenden Motorhaube des 2000GT arbeitete der weltweit modernste und mit 110 kW/150 PS bei 6.600 Umdrehungen temperamentvollste 2,0-Liter-Sechszylinder seiner Klasse mit zwei obenliegenden Nockenwellen und zentral in den hemisphĂ€rischen BrennrĂ€umen angeordneten ZĂŒndkerzen. Noch furioser ging die Motorsportversion des 2000GT zur Sache. Dank dreier Weber-Doppelvergaser leistete dieser Racer 147 kW/200 PS und mit 250 km/h Vmax war er schneller als europĂ€ische V12-Rivalen. Damit setzte der bis 1970 gebaute 2000GT die InitialzĂŒndung zu einer Sportschau aus bis heute mehr als 80 athletisch geformten und muskulös motorisierten Toyota Modellen.

Das Konzept aus starkem Reihen-Sechszylinder und klassischem Hinterradantrieb gab der 2000GT weiter an den 1978 vorgestellten und seitdem in fĂŒnf Generationen gebauten Toyota Supra. In den ersten beiden Ausgaben (A40 und A60) basierte der neue Leistungssportler noch auf dem CoupĂ© Celica, aber das Talent fĂŒr Motorsporterfolge trugen bereits diese Celica Supra in den Genen. Mit muskulösen CoupĂ©-Formen und brachial starker Turbo-Aufladung sammelten dann der dritte Supra (A70, ab 1986) und Supra MK IV (A80) ab 1993 Siege in Serie bei Rundstreckenrennen und Rallyes. Gleichzeitig positionierte sich der Supra seinem Namen entsprechend oberhalb konventioneller Sportler, wenn es um die Talente des Langstreckensportlers fĂŒr große Reisen ging. Damit entsprach der Supra dem technisch verwandten Toyota Soarer, einem souverĂ€n motorisierten Sechszylinder- und V8-SportcoupĂ©, das von 1981 bis 2004 auf dem japanischen Heimatmarkt zum Inbegriff fĂŒr visionĂ€re elektronische Fahrwerkssysteme und Erfolge in Driftchallenges avancierte.

Ebenfalls auf Motorsport-Terrain, nĂ€mlich dem NĂŒrburgring, inspirierte der Supra (A80) die Entwicklung des aktuellen GR Supra (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,5-6,3 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 170-143 g/km). Bei einer Testfahrt mit dem Supra (A80) entschied Toyota PrĂ€sident Akio Toyoda, selbst ein meisterhafter Autofahrer und Rennfahrer, den Entwicklungsstart des neuen GR Supra (A90). Die technische Feinabstimmung bei dieser fĂŒnften Generation der Supra Baureihe ĂŒbernahmen erstmals Rennsportexperten von Gazoo Racing.

Wie erwĂ€hnt waren frĂŒhen Supra vom Mittelklasse-Sportler Toyota Celica abgeleitet, dem mit 4,1 Millionen Einheiten meistverkauften asiatischen SportcoupĂ© aller Zeiten. Von 1970 bis 2007 stand der in sieben Generationen aufgelegte Toyota Celica weltweit fĂŒr die gelungene Kombination aus heißblĂŒtiger Sportlichkeit mit legendĂ€rer ZuverlĂ€ssigkeit. Eine Überlegenheit, die das CoupĂ© besonders mit Allradantrieb auch im Motorsport unter Beweis stellte. So verbuchte der Celica GT-Four in den Jahren 1992 bis 1994 die damals unglaubliche Zahl von drei WRC-Fahrer-Weltmeisterschaften und zwei WM-Titeln in der Herstellerwertung. Diese Freude am sportlichen Fahrspaß holte 2012 der Toyota GT86 zurĂŒck, ganz puristisch mit Hinterradantrieb und hochdrehendem Boxermotor zugunsten eines niedrigen Fahrzeugschwerpunktes. Eigenschaften, mit denen der GT86 zugleich an zwei andere ikonische Meilensteine der Toyota Sportwagen Historie erinnerte, den kleinen Toyota Sports 800 und den nachfolgenden Toyota MR2.

„Mister Two“, wie Fans den zweisitzigen MR2 nennen, beschleunigte von 1984 bis 2007 in drei Generationen zu spektakulĂ€ren Erfolgen. Der meistverkaufte japanische Mittelmotor-Sportwagen – MR2 steht fĂŒr „midship-engine, rear drive, 2-seater“ – ließ sich dank idealer Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse fast wie ein Kart durch enge Kurven treiben, zwar ohne Boxer, dafĂŒr mit erstem japanischen Großserien-16-Ventiler. FĂŒr Frischluft sorgte ein T-bar-Dachkonzept oder in dritter Generation ein Roadsterlayout. Das Rallye-Potential des Mittelmotor-Renners verriet ein von den Kölner TTE Motorspezialisten aufgebauter MR2 (222D) mit Allradantrieb, der allerdings wegen der Absage der Rallye-Gruppe S nicht zum Einsatz kam.

Sportliche Fahrdynamik ist keine Frage der GrĂ¶ĂŸe, im Gegenteil, manchmal strahlen die Kleinsten am hellsten, wie 1965 der 3,58 Meter kurze und 580 Kilogramm leichte Toyota Sports 800 nicht nur als erstes Serienauto mit T-Roof (herausnehmbares Dachmittelteil) unter Beweis stellte. Dieser Bonsai-Sportwagen war vom Kleinwagen Toyota Publica abgeleitet und mit 0,8-Liter-Zweizylinder-Boxermotor gelang es ihm auf Anhieb, bei Langstreckenrennen die etablierte europĂ€ische Konkurrenz zu schlagen. Zwölf Jahre spĂ€ter leuchtete der Sports 800 erneut kometengleich auf: als Pionier des Hybridantriebs, indem er eine Gasturbine mit Elektromotor kombinierte.

Vor allem aber machte der Toyota Sports 800 den Weg frei fĂŒr Einsteiger-Sportler, jene kurvenhungrigen Zwerge, die sich als bezahlbares GerĂ€t im Breitensport bewĂ€hren und gleichzeitig uneingeschrĂ€nkte Alltagstauglichkeit mitbringen. 1973 zeigte der Publica Starlet in Japan und 1978 der erste Starlet fĂŒr Europa, wohin diese Reise gehen sollte. Die Cityflitzer erwarben in Markenpokalen und Rallyes ihre Sportabzeichen und legten ĂŒber viele Generationen kontinuierlich an Leistung zu, bis 1999 der Nachfolger Toyota Yaris als kleiner Kraftsportler des 21. Jahrhunderts Flagge zeigte. ZunĂ€chst stand er als Yaris TS, optional mit Kompressor-Aufladung, an der Startlinie und 2017 dann als limitierter Yaris GRMN mit eingebautem Herzklopf-Faktor und als direkter VorlĂ€ufer des heutigen GR Yaris. Zwei sportliche SpezialitĂ€ten mit technologischen Starlet-Genen aus den 1990ern mĂŒssen noch erwĂ€hnt werden: Der Toyota Paseo bot preiswerten CoupĂ©- und Cabrio-Spaß und der Toyota Sera spektakulĂ€re ScherentĂŒren – allerdings nur auf dem japanischen Markt.

Aber auch das meistverkaufte Auto der Welt, der Toyota Corolla, zeigte sich frĂŒhzeitig von einer extrem dynamischen Seite. Nach dem Credo „Es kann nicht nur einen geben“ bekam der Corolla sportliche Verwandte, die sich als feste GrĂ¶ĂŸe im Drift- und Rallyesport etablierten und auf Straßen Endorphine freisetzten. Dazu zĂ€hlt die verzweigte Familie des 1983 eingefĂŒhrten Corolla CoupĂ© (AE86) mit eigens entwickeltem Hinterradantrieb, wĂ€hrend alle braven Corolla bereits Frontantrieb nutzten. Ob wie in Deutschland als Corolla CoupĂ© GT oder auf anderen MĂ€rkten als Trueno und Levin, der liebevoll Hachi-Roku – japanisch fĂŒr „8-6“ – genannte Sportler ist bis heute Kult. Bei Insidern nicht weniger beliebt waren Corolla Delikatessen wie der Nervenkitzel versprechende Corolla TS Compressor von 2005. Sie ist eben vielschichtig, die legendĂ€re Geschichte der Gewinnertypen von Toyota, die aber alle gemeinsam technische Entwicklungen vorantreiben. Zur Freude der Kunden. Fortsetzung folgt, dafĂŒr steht heute Toyota Gazoo Racing.

ĂŒbermittelt durch Lexus

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