Neue Parkplatz-Auswertung zeigt: Der Einkaufs-Samstag verliert an Bedeutung

Der erste Tag des Wochenendes gilt als klassischer Einkaufstag und damit als einer der Zeitpunkte, an denen ParkplĂ€tze besonders knapp werden. Doch eine aktuelle Auswertung von Avantpark innerhalb Deutschlands zeichnet ein anderes Bild: Auf stĂ€dtischen AbstellflĂ€chen unterscheiden sich Dienstag, Donnerstag und Samstag im Sommer 2026 kaum noch voneinander. Gleichzeitig hat jeder Standort seinen eigenen Rhythmus. WĂ€hrend SupermarktparkplĂ€tze vor allem vormittags voll werden, bleibt bei Hotels das Wochenende besonders gefragt. FĂŒr Betreiber und Kommunen heißt das: Wer Parkraum noch nach vermeintlich klassischen Stoßzeiten plant, kann am tatsĂ€chlichen Bedarf vorbeiplanen.

Samstagvormittag zum Einkaufen oder Ausflug in die Stadt, unter der Woche freie KapazitĂ€ten: Viele Vorstellungen darĂŒber, wann StellplĂ€tze besonders gefragt sind, halten sich hartnĂ€ckig. Die reale Nutzung sieht jedoch hĂ€ufig anders aus. Das zeigt eine anonymisierte Auswertung von ParkflĂ€chen in ganz Deutschland, die Avantpark bewirtschaftet. Das Unternehmen betreibt digitales Parkraummanagement an privaten und gewerblichen Standorten und kann dadurch nachvollziehen, wann sie besonders stark genutzt werden. Betrachtet wurden die durchschnittlichen Auslastungen nach Wochentagen und Tageszeiten fĂŒr verschiedene Standortarten in den vergangenen zwei Jahren. Besonders auffĂ€llig ist die Verteilung auf stĂ€dtischen FlĂ€chen: „Im Sommer 2026 lag die Auslastung dienstags bei 52 Prozent, donnerstags und samstags bei jeweils 51 Prozent und sonntags bei 50 Prozent. Ein eindeutiger Samstagseffekt ist damit kaum noch erkennbar“, berichtet Mario Feghali, Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb bei Avantpark.

Die klassischen Stoßzeiten verschwimmen

Auch im FrĂŒhjahr 2026 zeigt sich an den untersuchten stĂ€dtischen Standorten kein klassischer Wochenend-Peak. Die höchste durchschnittliche Auslastung wurde freitags mit 36 Prozent gemessen, gefolgt vom Dienstag mit 35 Prozent. Samstags lag sie dagegen bei 30 Prozent. Der klassische Rhythmus aus Arbeitswoche und Einkaufswochenende lĂ€sst sich damit in den Parkdaten immer weniger erkennen. Auch im Tagesverlauf zeigt sich ein anderes Bild als erwartet. Im Sommer waren die stĂ€dtischen AbstellflĂ€chen zwischen 12 und 15 Uhr zu 80 Prozent ausgelastet. Vormittags zwischen 9 und 12 Uhr war dagegen nur etwa jeder zweite Stellplatz belegt. „Wenn die stĂ€rkste Nachfrage plötzlich am Dienstagmittag statt am Samstagvormittag entsteht, mĂŒssen Betreiber das zunĂ€chst einmal erkennen“, sagt Feghali. Genau hier liegt der praktische Nutzen von Parkraumbewirtschaftung. Aus Ein- und Ausfahrten lĂ€sst sich ablesen, wann diese Bereiche tatsĂ€chlich an ihre Grenzen kommen und ob EngpĂ€sse nur kurzzeitig auftreten oder dauerhaft bestehen. „Nicht jede volle FlĂ€che bedeutet automatisch, dass grundsĂ€tzlich zu wenig Angebote vorhanden sind. Manchmal liegt das Problem vielmehr darin, dass vorhandene StellplĂ€tze genau zur falschen Zeit blockiert sind“, so der Experte weiter. FĂŒr Betreiber und Kommunen kann das einen wichtigen Unterschied machen: Statt pauschal neue Parkbereiche zu fordern, lohnt sich ein Blick, ob bestehende FlĂ€chen zu bestimmten Zeiten besser gesteuert oder anders genutzt werden können.

Beim Supermarkt entscheidet der Vormittag

Dass sich diese Entwicklung nicht auf alle ParkflĂ€chen ĂŒbertragen lĂ€sst, zeigt der Blick auf SupermĂ€rkte. Im Sommer 2026 lag die durchschnittliche Auslastung montags bei 65 Prozent und von Dienstag bis Freitag bei 60 Prozent. Samstags wurden 57 Prozent erreicht. Noch deutlicher fĂ€llt die Auswertung nach Tageszeit aus. Zwischen 9 und 12 Uhr waren die untersuchten Supermarktanlagen vollstĂ€ndig ausgelastet. Zwischen 12 und 15 Uhr lag die Auslastung noch bei 85 Prozent. FĂŒr Kunden bedeutet das im Zweifel: morgens schnell einkaufen kann ausgerechnet dann zur Parkplatzsuche werden. „Beim Supermarkt können wenige Stunden darĂŒber entscheiden, ob ein Kunde direkt einen Stellplatz findet oder weiterfĂ€hrt“, sagt Feghali. Gerade in solchen Zeitfenstern ist entscheidend, dass KundenparkplĂ€tze nicht unnötig lange oder von Personen genutzt werden, fĂŒr die sie nicht vorgesehen sind. Digitale Bewirtschaftung kann sichtbar machen, wann dieser Druck entsteht und ob Parkdauer oder -bedingungen zur konkreten Nutzung passen.

Hotels folgen einem anderen Nutzungsmuster

Ein anderes Bild ergibt sich bei HotelparkflĂ€chen. Im Sommer 2026 waren Samstag und Sonntag mit jeweils 30 Prozent die am stĂ€rksten ausgelasteten Tage. Unter der Woche bewegten sich die Werte dagegen zwischen 20 und 25 Prozent. Anders als auf stĂ€dtischen Arealen bleibt bei Hotels damit ein klares Wochenendmuster bestehen. Auch die Tageszeiten unterscheiden sich. Die höchste Auslastung wurde zwischen 6 und 9 Uhr mit knapp einem Drittel gemessen. FĂŒr Hotels ist damit weniger der klassische Einkaufs-Peak entscheidend als die Frage, ob Parkraum dann verfĂŒgbar sind, wenn GĂ€ste an- oder abreisen. „Ein Hotelstellplatz folgt einem anderen Tagesablauf als der Parkplatz vor einem Supermarkt oder eine innerstĂ€dtische FlĂ€che“, erklĂ€rt Feghali und betont: „Deshalb gibt es nicht die eine Stoßzeit, auf die sich alle Betreiber einstellen können. Entscheidend ist, den Rhythmus der eigenen FlĂ€che zu kennen.“

Mehr ParkplÀtze sind nicht immer die Antwort

FĂŒr Handelsimmobilien, Hotels und innerstĂ€dtische Bereiche ergibt sich aus den unterschiedlichen Nutzungsmustern eine Frage: Fehlen tatsĂ€chlich FlĂ€chen oder werden bereits vorhandene nur zu bestimmten Zeiten knapp? Avantpark setzt dafĂŒr auf schrankenloses digitales Parkraummanagement. Kameras erfassen bei der Ein- und Ausfahrt die Kennzeichen der Fahrzeuge. Dadurch lĂ€sst sich nachvollziehen, wann Fahrzeuge ein- und ausfahren, wie lange sie eine FlĂ€che nutzen und ob die jeweiligen Parkbedingungen eingehalten werden. Papiertickets, Schranken oder dauerhaftes Personal vor Ort sind dafĂŒr nicht erforderlich. Die Daten können Betreibern helfen, wiederkehrende EngpĂ€sse zu erkennen und ihre Regeln auf die konkrete Nachfrage auszurichten. FĂŒr Kommunen ist die gleiche Frage relevant: Bevor neue Stellplatzangebote geschaffen werden, kann es sinnvoll sein zu prĂŒfen, wann bestehende FlĂ€chen wirklich ausgelastet sind und ob sich Nachfrage ĂŒber den Tag oder die Woche besser verteilen lĂ€sst. „Parkareale werde noch hĂ€ufig nach einfachen Erfahrungswerten bewertet: Samstag ist voll, nachts ist leer, am Wochenende steigt die Nachfrage“, sagt Feghali und erklĂ€rt abschließend: „Unsere Daten zeigen, dass diese Regeln lĂ€ngst nicht fĂŒr jede FlĂ€che gelten. Entscheidend ist deshalb nicht, auf möglichst viele zusĂ€tzliche ParkplĂ€tze zu setzen, sondern die vorhandenen StellplĂ€tze bedarfsgerecht zu organisieren.“

Über das Unternehmen

Avantpark, gegrĂŒndet im Jahr 2020, ist ein Unternehmen im Bereich des digitalen Parkraummanagements. Mit einer Lösung auf Basis automatischer Kennzeichenerkennung ermöglicht Avantpark gemeinsam mit dem britischen Mutterunternehmen Parkingeye, das 2004 gegrĂŒndet wurde, ein effizientes, schrankenfreies Parkraummanagement. Ziel ist es, Falschparken zu reduzieren, Verwaltungskosten zu minimieren und neue Einnahmequellen fĂŒr Betreiber zu schaffen. Das Unternehmen bedient verschiedene Branchen – darunter Einzelhandel, Gastgewerbe, Gesundheitswesen und Kommunen –, die allesamt vor den Herausforderungen begrenzter ParkflĂ€chen und hoher organisatorischer Anforderungen stehen. Die Avantpark-Landesgesellschaften verwalten ParkflĂ€chen in ganz Europa und bieten eine datenschutzkonforme und benutzerfreundliche Alternative zu traditionellen Parksystemen. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Mainz.

 

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