Die Geschichte der Speedster-Modelle – von 1952 bis heute

Als Urvater gilt der 356 America Roadster. Dank der handgefertigten Aluminiumkarosserie wiegt er 160 Kilogramm und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h.

Als Urvater gilt der 356 America Roadster. Dank der handgefertigten Aluminiumkarosserie wiegt er 160 Kilogramm weniger als das 356 CoupĂ© und erreicht mit dem 70 PS starken Vierzylinder-Boxermotor eine fĂŒr die damalige Zeit imposante Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Mit Steckscheiben fĂŒr die TĂŒren, Not-Klappverdeck und leichten Schalensitzen prĂ€gt der fĂŒr den US-Markt entwickelte und nur 16 Mal gebaute Sportwagen 1952 bereits die wesentlichen Merkmale aller folgenden Speedster-Modelle.

Es ist der US-Importeur Max Hoffman, der die Zuffenhausener fordert und auf die richtige Spur bringt. Er wĂŒnscht sich einen gĂŒnstigen Porsche mit reduzierter Ausstattung, der weniger als 3.000 Dollar kostet. Im Herbst 1954 lĂ€sst Porsche eine gegenĂŒber dem 356 America Roadster deutlich preisgĂŒnstigere Version folgen, die erstmals den Begriff „Speedster“ im Modellnamen trĂ€gt und schnell auch im Motorsport fĂŒr Furore sorgt. Sie kombiniert die Stahlblechkarosserie des Cabriolets mit einer flachen Frontscheibe, reduzierter Innenausstattung und einem Notverdeck. In den USA kostet der 356 1500 Speedster gerade einmal 2.995 US-Dollar und wird in den sonnigen KĂŒstenstaaten zum Renner. Auch Hollywood-Ikone und Hobby-Rennfahrer James Dean entscheidet sich fĂŒr dieses puristische Modell, das allein dem Fahrspaß verpflichtet ist.

Es folgen weitere Generationen des 356 Speedster. Einen vorlĂ€ufigen Höhepunkt stellt 1957 der 356 A 1500 GS Carrera GT Speedster dar: Dessen 1,5 Liter großer Königswellenmotor leistet 110 PS. Es ist das erste Serienmodell von Porsche, das eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreicht.

In der 911-Modellreihe hĂ€lt eine Speedster-Variante 1988 Einzug und krönt die auslaufende G-Serie. Der offenste aller Elfer entsteht auf Basis des 231 PS starken 911 Carrera im breiten Turbo-Look. Wahlweise ist er in ExportmĂ€rkten auch mit schmaler Karosserie lieferbar. So entstehen 161 Exemplare mit schlanker Carrera-Karosserie. Die Windschutzscheibe ist verkĂŒrzt, ein manuell bedienbares Notverdeck verschwindet unter einer großen, in Wagenfarbe lackierten Hutze aus Kunststoff. Anders als die 1987 auf der IAA in Frankfurt gezeigte Studie „911 Speedster Clubsport“ debĂŒtiert der Serien-Speedster erst 1988. Die Preise fĂŒr den Speedster starten damals bei rund 110.000 Mark. Insgesamt entstehen 2.103 Speedster der G-Serie.

Genau anders herum ist es beim Nachfolgemodell: Vom „schmalen“ 911 Carrera Speedster der Generation 964 laufen zwischen 1992 und 1993 immerhin 930 Einheiten vom Band. Hinzu kommen 15 Fahrzeuge mit turbobreiter Karosserie. Die neuen Speedster-Modelle bekommen einen ĂŒberarbeiteten Verdeckmechanismus, der die manuellen ArbeitsablĂ€ufe beim Öffnen und Schließen erleichtern soll. Auch die Verriegelung der großen Kunststoffabdeckung im Heckbereich wird optimiert. In Wagenfarbe lackierte Schalensitze aus dem 911 Carrera RS und spezielle Lederpolster setzen optische Akzente. Bei MarkteinfĂŒhrung im Februar 1993 kostet der Speedster 131.500 Mark. Dabei muss der KĂ€ufer allerdings auf Klimaanlage, elektrische Fensterheber und zunĂ€chst auch auf einen Airbag verzichten.

Historische Speedster

Noch seltener ist der 911 Carrera Speedster auf Basis der 993-Generation: Von ihm existieren exakt zwei Exemplare. Das erste hat die Exclusive-Abteilung 1995 eigens fĂŒr Ferdinand Alexander Porsche entwickelt. Es ist grĂŒn, besitzt 17-Zoll-LeichtmetallrĂ€der sowie ein Tiptronic S-Getriebe und basiert auf der Carrera-Karosserie. SpĂ€ter entsteht ein zweites Exemplar fĂŒr den US-amerikanischen Schauspieler Jerry Seinfeld. Der Sitcom-Star – ein glĂŒhender Fan des Hauses und Besitzer einer beachtlichen Porsche Sammlung – erhĂ€lt einen silbernen Speedster mit manuellem Schaltgetriebe und als turbobreites 4S-Modell mit 18-Zoll-RĂ€dern.

RegulĂ€r in Kundenhand kommt erst wieder die bislang letzte Speedster-Version des 911: Sie ist im Jahr 2010 eine Variante der Modellgeneration 997. Der 911 Speedster leitet das 25-jĂ€hrige JubilĂ€um der Porsche Exclusive Manufaktur ein, das im Jahr 2011 gefeiert wird. In bester Tradition der puristischen Sportwagen formen die 60 Millimeter niedrigere, stĂ€rker geneigte Frontscheibe, die flache Kontur des sportlich geschnittenen manuellen Verdecks und die charakteristische Doppelhutze auf dem Verdeckkastendeckel das markante Profil des neuen 911 Speedster. Dadurch kommt die im Heckbereich 44 Millimeter breitere Karosserie des hinterradgetriebenen Zweisitzers noch eindrucksvoller zur Geltung. Seine Weltpremiere feiert der Porsche 911 Speedster Anfang Oktober auf dem Automobilsalon in Paris. Der Sportwagen mit 300 kW (408 PS) starkem und 3,8 Liter großem Sechszylinder-Boxermotor entsteht in einer limitierten Auflage von 356 Exemplaren. In Deutschland kommt der Speedster im Dezember 2010 zum Preis von 201.682 Euro auf den Markt.

Der 911 Speedster Concept

Der 911 Speedster Concept – die fahrbereite Studie eines besonders offenen und aufregenden Sportwagens – feiert seine Weltpremiere 2018 anlĂ€sslich des JubilĂ€ums „70 Jahre Porsche Sportwagen“ in Zuffenhausen. Das in der „Heritage“-Version gezeigte EinzelstĂŒck schlĂ€gt die BrĂŒcke von den frĂŒhen Jahren des Unternehmens bis in die Moderne.

911 Speedster Concept, 2018, Porsche AG

Mit seiner puristischen Konzeption, historisch korrekt ausgefĂŒhrt, spiegelt der 911 Speedster Concept den Markenkern von Porsche wider. Erstmals in der Neuzeit waren es wieder Rennsportexperten, die diesen zweisitzigen Speedster entwickelt haben, basierend auf einem GT-Modell. Begeisternde Auftritte hat das Konzeptfahrzeug bereits beim Goodwood Festival of Speed und der Rennsport Reunion VI im kalifornischen Laguna Seca sowie auf dem Pariser Automobilsalon absolviert. Als 911 Speedster geht die Konzeptstudie jetzt in Serie, streng limitiert auf 1948 Exemplare.

Verbrauchsangaben

911 Speedster: Kraftstoffverbrauch kombiniert 13,8 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert 317 g/km

ĂŒbermittelt durch Porsche

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