Automobili Lamborghini von 1963 bis 2023 – 60 Jahre einzigartige Fahrzeuge

Vom 350 GTV von 1963 bis zu den EinzelstĂŒcken Invencible und AutĂ©ntica – 60 Jahre Design-Prototypen, Konzeptfahrzeuge, einzigartige Exemplare und limitierte Sondereditionen.

Seit der GrĂŒndung im Jahr 1963 hat Automobili Lamborghini einmalige Fahrzeuge erschaffen, die die technische und stilistische Richtung des Unternehmens fĂŒr die nahe Zukunft vorgegeben haben. Prototypen, die neue Wege in Sachen Design, Technik oder in der Erprobung neuer Konzepte gegangen sind, um die Entwicklung nachfolgender Lamborghini-Modelle voranzutreiben. In den 60er-Jahren waren diese EinzelstĂŒcke oftmals Showcars, die die Automobilsalons der damaligen Zeit zierten. In der jĂŒngeren Vergangenheit kennt man diese unter der Bezeichnung One-Offs oder Few-Offs, wie die eigens von Lamborghini geschaffene Fahrzeugkategorie fĂŒr limitierte Sondereditionen heißt, die den treu ergebensten Kunden vorbehalten sind und fortschrittlichste technische Lösungen vorwegnehmen oder in den Mittelpunkt rĂŒcken, die bei spĂ€teren Serienmodellen zum Einsatz kommen. Dasselbe Spiel wird sich in wenigen Tagen anlĂ€sslich der Monterey Car Week in Kalifornien wiederholen, auf der Lamborghini den Prototyp seines ersten vollelektrischen Fahrzeugs prĂ€sentieren wird.

Das erste Unikat von Automobili Lamborghini ist der 350 GTV von 1963, er war die Blaupause fĂŒr das erste Serienfahrzeug 350 GT. Innerhalb der Modellreihe 350-400 GT entstehen 1965 auf Grundlage des 350 GT bei Zagato zwei Exemplare des 350 GTZ. Im gleichen Jahr konstruiert die ebenfalls in Mailand angesiedelte Carrozzeria Touring zwei Cabrio-Versionen unter der Bezeichnung 350 GTS. Auch der 400 Monza des Karosseriebauers Neri & Bonacini, der die Rohrrahmen der Modellreihe 350-400 GT fertigt, wird 1965 aus der Taufe gehoben. Das letzte Werk von Carrozzeria Touring ist der 400 GT Flying Star von 1966, ein innovativer Kombi, der mit seiner Praxistauglichkeit den Espada inspirieren wird.

1965 werden mit dem P400 Tigre von Carrozzeria Touring und dem P400 des neu gegrĂŒndeten Designstudios Italdesign von Giorgetto Giugiaro zwei Stilmodelle mit Heck-Mittelmotor kreiert, die als Blaupause fĂŒr den Miura dienen werden. Das Konzept geht allerdings nicht auf, da die revolutionĂ€re technische Lösung des quer angeordneten Zwölfzylinder-Mittelmotors nicht ausreichend zur Geltung kommt. Die Fertigung im Maßstab 1:1 bleibt daher aus. Allerdings wartet die Version von Giugiaro erstmals mit TĂŒren auf, die sich anders als gewohnt gemeinsam mit dem Dach nach vorne oben öffnen. Der erste Keim einer Idee, die mit dem Countach Wirklichkeit werden wird.

Der vollverglaste Viersitzer Marzal, der 1967 vorgestellt wird, ist dazu bestimmt, eines der bekanntesten Showcars der Welt zu werden und bringt zahlreiche Ideen auf den Weg, die spĂ€ter Eingang in die Serienproduktion finden. Dazu gehören in erster Linie vier bequeme SitzplĂ€tze – ein lang gehegter Wunsch von Ferruccio Lamborghini, die flache, schnittige Nase und die zahlreichen Sechsecke, die sich alle im Espada wiederfinden. Die Sechsecke werden spĂ€ter zu einem charakteristischen Stilelement von Lamborghini, das auch heute noch Verwendung findet. DarĂŒber hinaus brĂŒstet sich der Marzal mit riesigen FlĂŒgeltĂŒren. „Wir haben alles unternommen, um sie im Espada zu ĂŒbernehmen“, erinnert sich Ingenieur Paolo Stanzani, „aber die unterschiedlichen BaurĂ€ume, die durch die Frontanordnung des V12-Motors bedingt waren – beim Marzal hatten wir einen quer angeordneten 6-Zylinder-Reihenmittelmotor – machten es unmöglich.“

1968 wird am Stand von Carrozzeria Bertone auf dem BrĂŒsseler Autosalon der Miura Roadster vorgestellt, der augenblicklich in seinen Bann zieht. Ein Traumfahrzeug, das leider keine Chance auf eine Serienfertigung hat. Lamborghini hat zu dieser Zeit bereits zwei neue Projekte am Laufen: den ersten Viersitzer (der Prototyp des Espada wurde 1967 vorgestellt) und ein „kleines“ Fahrzeug, von dem 1968 der erste Prototyp enthĂŒllt wird, der 1969 zum Urraco fĂŒhrt. Basierend auf dem Espada entsteht 1981 der Faena der Carrozzeria Frua als viertĂŒrige Version des Espada. In Sant’Agata Bolognese ist man allmĂ€hlich bei der Überzeugung angelangt, dass es einen Markt fĂŒr einen Lamborghini-ViertĂŒrer geben kann.

1970 stellt Bob Wallace, der legendĂ€re Testfahrer von Lamborghini, den Miura Jota vor. Seine in der Freizeit in Eigenregie gebaute Kreation, fĂŒr die er Maschinen und Teile aus dem Unternehmen verwendet, wird persönlich von Ferruccio unterstĂŒtzt, der einen fantastischen experimentellen Prototyp in ihr erkennt. Der Jota ist ein Rennauto durch und durch, das die Anforderungen des Anhang J des FIA-Reglements fĂŒr Tourenwagen erfĂŒllt. Der Mythos, der ihn umgibt, lĂ€sst Lamborghini begreifen, dass sich die Kunden immer ein StĂŒck mehr ertrĂ€umen. Das Konzept der aus dem Standardmodell entwickelten Sondereditionen, das noch heute von enormer Bedeutung fĂŒr Lamborghini ist, nimmt mit diesem Prototyp seinen Anfang. Auf dringende Kundennachfrage fertigt Lamborghini schließlich vier von diesem Jota inspirierte Miura-Exemplare, die den Zusatz SV-J tragen.

Der LP500 Countach wird 1971 auf dem Genfer Autosalon als Idea Car prĂ€sentiert. Er soll mit seiner futuristischen Optik die Reaktionen der Öffentlichkeit und potenzieller Kunden testen. Dank seines durchschlagenden Erfolgs geht der LP 400 Countach mit minimalen Änderungen in die Serienproduktion – inklusive der legendĂ€ren ScherentĂŒren, die ab 1973 ein charakteristisches Merkmal aller Lamborghinis mit 12-Zylinder-Mittelmotor sind.

1973 kreiert Bob Wallace auf dem Basiskonzept des Miura Jota den Urraco Rally, der ausgehend vom Urraco 250 auf dem neuen Reglement fĂŒr Rennautos der Gruppe 5, den sogenannten Silhouette-Fahrzeugen, aufbaut und mit einem Dreiliter-Motor ausgestattet ist. Aus diesem Prototyp entsteht 1974 der Urraco P300 mit kettengetriebenem Dreiliter-DOHC-Motor und 1976 der Silhouette, eine auf dem Urraco 300 basierende Cabrio-Version mit vom Rallysport inspirierter Aerodynamik.

Der Jarama Rally mit dem Spitznamen Jarama Bob von 1973 ist die letzte Kreation von Bob Wallace mit demselben Konzept der beiden VorgĂ€ngermodelle, die diesmal auf dem Jarama 2+2 von 1970 basiert. Auch in diesem Fall sorgen die ĂŒberarbeitete Aerodynamik in Verbindung mit einem reduzierten Gesamtgewicht sowie insbesondere einem nach hinten in Richtung Innenraum versetzten V12-Frontmotor fĂŒr eine bessere Balance und Gewichtsverteilung und damit eine drastisch verbesserte Straßenlage.

Der Kunde und Freund des Hauses Walter Wolf gibt 1978, unterstĂŒtzt von Giampaolo Dallara als externem Berater, einige Modifikationen seines Countach LP400 in Auftrag. GrĂ¶ĂŸere Felgen, tiefere Reifen, breitere Radlaufblenden und grĂ¶ĂŸere Bremsen. Das Fahrwerk wird auf die neuen Lösungen abgestimmt und im Heckbereich des Fahrzeugs ein großer FlĂŒgel verbaut. Aus diesem Countach Wolf mit auf fĂŒnf Liter vergrĂ¶ĂŸertem Zwölfzylinder-Motor geht im darauffolgenden Jahr der Countach LP 400 S hervor, der allen Nachfolgeversionen des Countach als Vorbild dient. Bis zu seinem Produktionsende 1990 bleibt der Countach sowohl in Sachen Optik als auch Leistung aktuell und prĂ€gt die Geschichte von Lamborghini wie kein zweiter.

1974 stellt Bertone auf Basis des Urraco P300 den Bravo vor: um 20 Zentimeter verkĂŒrzter Radstand, keine RĂŒcksitze mehr, kantigere, extrem futuristische Linien und Felgen in Form einer TelefonwĂ€hlscheibe, die zu einem typischen Designelement des Countach LP 400 S werden. Der Bravo ist das erste Zweisitzer-CoupĂ© mit kompaktem Mittelmotor aber ohne Zwölfzylinder. Mit dem Gallardo (2003) und dem HuracĂĄn (2014) geht dieses Konzept bei Lamborghini in die Serie ein.

1980 wird der Athon aus der Taufe gehoben, der bei Carrozzeria Bertone als Machbarkeitsstudie einer offenen Silhouette in Auftrag gegeben wurde. Das gĂ€nzlich im Stil der 80er-Jahre gehaltene Design des Fahrzeugs ist derart futuristisch, dass es mit ein paar wenigen Änderungen auch heute noch als modern durchgehen könnte. Der Athon gilt als Urheber des Roadster-Konzepts von Lamborghini.

Auf der Suche nach einer dritten Modellreihe erkennt Lamborghini viel frĂŒher als andere Fahrzeughersteller die neue Nachfrage am Markt nach sportlichen GelĂ€ndefahrzeugen. Als Antwort darauf entsteht 1982 der LMA, der Prototyp des spĂ€teren LM 002, der 1986 in Produktion geht und heute als Urvater des Urus gilt. Der LMA verfĂŒgt ĂŒber einen Rohrrahmen, einen V12-Frontmotor und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von ĂŒber 200 km/h – fĂŒr ein GelĂ€ndefahrzeug absolut revolutionĂ€r.

1985 beginnt Lamborghini, mit einem gerade erst entwickelten neuen Werkstoff zu experimentieren: einer aus Carbonfasern hergestellten, extrem steifen, robusten und leichten Textilfaser. Erstmals zur Anwendung kommt dieses Material im Countach Evoluzione, einem EinzelstĂŒck auf Basis des Countach Quattrovalvole mit einer vollstĂ€ndig aus Carbonfaser gefertigten Karosserie. Die Formen sind extrem eckig, nahezu primitiv, da der Bearbeitung des Werkstoffs, der die Sportwagenkonstruktion revolutionieren wird, zunĂ€chst starke Grenzen gesetzt sind. Der Countach Evoluzione wiegt 400 kg weniger als das Quattrovalvole-Serienmodell und ist pfeilschnell. Dieses Fahrzeug legt den Grundstein fĂŒr die untrennbare Verbindung des Unternehmens zum Werkstoff Carbonfaser und das hohe technische Know-how in diesem Bereich. Auch heute ist der Werkstoff, der im Automotivebereich immer wichtiger geworden ist, fĂŒr Lamborghini essenziell. Bei den aktuellen Zwölfzylinder-Modellen aus Sant’Agata Bolognese wird er fĂŒr das Chassis eingesetzt.

1988 wird auf dem Stand von Carrozzeria Bertone auf dem Turiner Autosalon der Genesis vorgestellt: Auf der Suche nach einer vierten Modellreihe untersucht Lamborghini die Machbarkeit eines Zwölfzylinder-Vans mit lĂ€ngs eingebautem Frontmotor. Seine Markenzeichen sind die VordertĂŒren, die sich gemeinsam mit der gewaltigen Frontscheibe wie FlĂŒgeltĂŒren öffnen sowie die fĂŒr diesen Fahrzeugtyp herausragenden Leistungen. Die Ressourcen fĂŒr die Entwicklung neuer Modelle sind allerdings begrenzt und fließen vor allem in die Entwicklung des neuen Zwölfzylinder-GT-Modells.

Die Arbeiten zum 1990 vorgestellten Diablo unter dem Projektnamen P132 nehmen 1985 mit einer bei mehreren Designern in Auftrag gegebenen Stilstudie ihren Ausgang. Dass die Mechanik eine direkte Weiterentwicklung des Countach sein soll, ist jedoch von Beginn an klar. Nach fĂŒnf Jahren Feilen und TĂŒfteln ist der Diablo schließlich bereit, die Welt in Staunen zu versetzen. Seine Mission, das ĂŒbermĂ€chtige Heiligtum Countach abzulösen, ist eine Mammutaufgabe, die der Diablo mit Bravour meistert. Heute, 30 Jahre spĂ€ter, ist der Diablo bei Sammlern ebenso heiß begehrt wie der Countach. Auf Basis des Diablo entstehen 1992 der Diablo Roadster, der die Formensprache der offenen 12-Zylinder-Supersportwagen aus Sant’Agata Bolognese vorwegnimmt, der Canto des Karosseriebauers Zagato von 1996, der es fast in die Serienproduktion schafft, und der Raptor, ebenfalls von Zagato, mit großer FlĂŒgeltĂŒr, in der die SeitentĂŒren und das Dach integriert sind. Zu diesen gesellen sich 1998 der Pregunta von Heuliez mit großen seitlichen LufteinlĂ€ssen unten und hypermodernem Design sowie der L147 des I.D.E.A. Institute von 1999.

Das 1987 ins Leben gerufene Projekt P140, das die Realisierung eines Supersportwagens mit V8- oder V10-Motor zum Ziel hat, fĂŒhrt zur Entstehung des Gallardo und zur Konsolidierung der zweiten Modellreihe als tragender SĂ€ule des wirtschaftlichen Erfolgs von Lamborghini. Die Einsatzmöglichkeiten verschiedener Motorisierungen und Designkonzepte werden untersucht und finden im CalĂ , der 1995 von Giorgetto Giugiaro realisiert und auf dem Genfer Autosalon enthĂŒllt wird, ihre Antwort. Seine Proportionen leben im Gallardo wieder auf, wĂ€hrend die runden Formen kantigeren Linien im typischen Lamborghini-Stil weichen. Der CalĂ  wird auch in offener AusfĂŒhrung angedacht und zeigt Lamborghinis Bestrebungen, das CoupĂ© auch als Roadster herauszubringen.

Der Concept S von 2005 ist das Werk von Luc Donckerwolke, dem damaligen Leiter des Centro Stile Lamborghini. Das auf dem Gallardo basierende, komplett offene Modell zeichnet sich durch einen Innenraum mit vollstĂ€ndig mittels LĂ€ngstraverse getrennten SitzplĂ€tzen und einer dank sorgfĂ€ltiger Strömungsforschung besonders ausgeklĂŒgelten Aerodynamik aus, die den Luftstrom unter dem Fahrzeug vorbeileitet und damit das Dynamikverhalten optimiert.

Der Miura Concept von 2006 aus der Feder von Walter de Silva, damaliger Designchef der Audi-Gruppe, ist eine moderne Reminiszenz an den Miura der 60er- und 70er-Jahre, der 2006 seinen 40. Geburtstag feierte. Eine Stilstudie zwar, aber in Sachen klarer Formensprache und prĂ€ziser LinienfĂŒhrung noch immer ein Vorzeigebeispiel.

2007 entsteht auf Grundlage des MurciĂ©lago LP 640 der ReventĂłn, von dem lediglich 20 Exemplare vom Band laufen. Der ReventĂłn ist mit seinen prĂ€zisen, kantigen Linien ein Straßenwagen, der ans Limit geht. Die aus CFK und Carbonfaser gefertigten Karosserieteile sind mit dem Rahmen aus CFK und Stahl verklebt. Die Bi-Xenon-Scheinwerfer verfĂŒgen ĂŒber Leuchtdioden, die LED-Heckleuchten strahlen in Form eines dreifachen Pfeils. Viele dieser Lösungen finden spĂ€ter Eingang in die Serienmodelle von Lamborghini. 2009 folgt die Roadster-Version in einer Auflage von 16 Fahrzeugen.

Der Estoque von 2008 ist die erste Studie einer möglichen vierten Modellreihe fĂŒr einen viertĂŒrigen Lamborghini mit sportlichem Charakter. Das auf dem Pariser Autosalon vorgestellte Konzeptfahrzeug mit Front-Mittelmotor ist auf den ersten Blick als Lamborghini zu erkennen.

Der Sesto Elemento von 2010 ist ein auf der technischen Basis des Gallardo entwickeltes TechnologiebĂŒndel mit Space-Frame-Rahmen aus Aluminium und Carbon. SĂ€mtliche Karosserieteile sowie die wichtigsten, auch strukturellen, Komponenten im Innenraum sind aus Carbonfaser gefertigt, um Gewicht einzusparen. Dies schlĂ€gt sich in einem Gesamtgewicht von 999 kg und einem Leistungsgewicht von 1,75 kg/CV nieder. Der Sesto Elemento untermauert wieder einmal die Vorreiterrolle von Lamborghini in der Produktion und Anwendung von Carbonfaser.

Der Aventador J, die Barchetta-Version des Aventador, wird 2012 auf dem Genfer Autosalon enthĂŒllt. Er verfĂŒgt weder ĂŒber Frontscheibe, Seitenscheiben noch Verdeck und greift das Anhang J-Konzept fĂŒr Tourenwagen wieder auf. Ein Rennwagen in Reinkultur.

Ebenfalls 2012 stellt Lamborghini auf der Automesse Peking den Prototyp des Super SUV Urus vor, der 2018 die dritte Modellreihe der Marke aus der Taufe hebt oder ihr, wenn man den LM 002 berĂŒcksichtigt, neues Leben einhaucht. Ganz im Zeichen der Lamborghini-Tradition nimmt dieser Prototyp bereits die wichtigsten stilistischen und technischen Aspekte des Serienmodells vorweg, ohne jedoch alle finalen Errungenschaften preiszugeben.

2013 feiert Lamborghini mit dem Veneno sein 50. FirmenjubilĂ€um, von dem Modell entstehen vier CoupĂ©s und neun Roadster. Ein auf Basis des Aventador entwickeltes Fahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 355 km/h und einer ausgeklĂŒgelten Aerodynamik, die eine hervorragende Straßenlage gewĂ€hrleistet. Der Monocoque-Rahmen ist vollstĂ€ndig aus dem Carbonfaser-Werkstoff CFK gefertigt, der auch bei den Karosserieteilen zur Anwendung kommt. Im Innenraum finden hingegen die ultraleichten Materialien Forged Composite und CarbonSkin Verwendung, die auch bei nachfolgenden Supersportwagen eingesetzt werden. Ebenfalls 2013 wird das von Walter de Silva designte, eindeutig von einem Kampfflugzeug inspirierte EinzelstĂŒck Egoista auf der Feier zum 50-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Marke vorgestellt.

2014 wird der von Filippo Perini, dem damaligen Leiter des Centro Stile Lamborghini, kreierte Asterion LPI-910 prĂ€sentiert. Der Prototyp eines Hybrid-CoupĂ©s – LPI steht fĂŒr Longitudinale Posteriore Ibrido – mit 910 CV kombinierter Leistung aus Verbrennungsmotor und Elektromotoren und gleichzeitig das erste Hybrid-Konzept von Lamborghini beeindruckt mit verschiedensten technischen Lösungen, die Jahre spĂ€ter im kĂŒrzlich vorgestellten Revuelto Anwendung finden.

Zur Feier des 100. Geburtstags von Ferruccio Lamborghini wird 2016 der auf dem Aventador basierende Centenario prĂ€sentiert, von dem 20 CoupĂ©- und 20 Roadster-Exemplare produziert werden. Er zeichnet sich durch weichere Formen und einen kraftvolleren Motor mit 770 CV, LufteinlĂ€sse an der Frontklappe fĂŒr mehr Abtrieb und einen Monocoque-Rahmen aus Carbonfaser aus.

2018 stellt Lamborghini Squadra Corse den SC18 Alston vor, ein auf Basis des Aventador SVJ gefertigtes EinzelstĂŒck fĂŒr einen passionierten Kunden. Der SC18 ist zwar fĂŒr den Straßeneinsatz zugelassen, aber mit seiner ĂŒberarbeiteten Aerodynamik und verbesserter Bremsen- und MotorkĂŒhlung fĂŒr den 6,5-Liter-Zwölfzylinder vorwiegend als Rennbolide konzipiert.

Der SiĂĄn von 2019 ist das erste fĂŒr Kunden erhĂ€ltliche Hybrid-Modell von Lamborghini, es werden 63 CoupĂ©s und 19 Roadster gefertigt. Das auf Basis des Aventador SVJ entwickelte Modell verfĂŒgt ebenfalls ĂŒber einen 6,5-Liter-Zwölfzylinder mit 785 CV, der in diesem Fall mit Titan-Einlassventilen, neu konfiguriertem SteuergerĂ€t und neuer Abgasanlage ausgestattet ist und in Kombination mit einem Elektromotor zum Einsatz kommt, der weitere 34 CV bereitstellt. Die Gesamtleistung von 819 CV macht den SiĂĄn zum bis dato kraftvollsten Lamborghini-Serienfahrzeug. Der von einem Superkondensator gespeiste Elektromotor mit unmittelbarer Leistungsabgabe ist ein absolutes Novum im Automobilsektor.

Der auf dem Aventador basierende Essenza SCV 12, wobei SC fĂŒr Squadra Corse steht, wird ab 2020 in einer Auflage von gerade einmal 40 Exemplaren gefertigt, die nicht fĂŒr den Straßeneinsatz zugelassen sind. Er besteht als erster GT die ausschließlich fĂŒr Rennwagen vorgesehenen Crashtests und macht den Einsatz eines ÜberrollbĂŒgels dank seiner enorm widerstandsfĂ€higen Karosseriestruktur aus Carbonfaser unnötig. Seine LED-Scheinwerfer sind tiefer positioniert und der Heckbereich wartet mit einem auffĂ€lligen Diffusor und einem breiten verstellbaren Spoiler auf. Der gegenĂŒber dem Aventador lĂ€nger und schmaler ausgefĂŒhrte Bolide zeichnet sich durch einen vom Dach ausgehenden Lufteinlass aus, der sich bis zur Motorhaube erstreckt. Die in Zusammenarbeit mit Dallara entwickelte Aerodynamik gewĂ€hrleistet 1200 kg Abtrieb bei 250 km/h. Ein 830 CV starken 6,5-Liter-V12-Saugmotor, der gegenĂŒber dem Aventador um 180° gedreht wurde, treibt ausschließlich die HinterrĂ€der des Rennwagens an.

Ebenfalls 2020 stellt Lamborghini Squadra Corse den SC20 vor, ein EinzelstĂŒck auf Basis des Aventador, der dieselbe Mission wie der SC18 verfolgt: geboren fĂŒr die Rennstrecke und trotzdem mit Straßenzulassung. Dem komplett offenen Rennwagen liegen sorgfĂ€ltige aerodynamische Studien zugrunde, um eine optimale Luftströmung zu erzielen. Der HeckflĂŒgel ist in drei verschiedene Positionen verstellbar und sorgt so fĂŒr geringen, mittleren oder hohen Anpressdruck.

Auf der Technik des SiĂĄn wird 2021 der Countach LPI 800-4 vorgestellt. Der zur Feier des 50. Geburtstags des Countach herausgebrachte LPI 800-4, der stilistisch von seinem VorgĂ€nger inspiriert ist, wird, in Anlehnung an die Projektnummer des Countach der 70er-Jahre, in einer Auflage von 112 StĂŒck produziert. Die gelungene Mischung aus innovativen Lösungen und Retro-Touch aus der Feder von Mitja Borkert, dem aktuellen Leiter des Centro Stile Lamborghini, ĂŒbt eine ganz besondere Faszination aus. Alle produzierten Exemplare sind bereits vor der offiziellen PrĂ€sentation des Modells ausverkauft.

Zu guter Letzt erblicken 2023 zwei EinzelstĂŒcke von Automobili Lamborghini das Licht der Welt, die den V12-Motor in seiner reinen Verbrennerversion noch einmal hochleben lassen, bevor er endgĂŒltig ausgedient hat. Das CoupĂ© Invencible und der Roadster AutĂ©ntica, die beide auf dem Aventador SVJ mit 780 CV starkem V12 basieren, stellen den absoluten Höhepunkt exklusiver Supersportwagen dar. Die in einigen Aspekten von anderen limitierten Serien der Vergangenheit wie dem Sesto Elemento, dem ReventĂłn und dem Veneno inspirierten Unikate sind im Innenraum minimalistischer gehalten, um den Fahrer weniger abzulenken und die Emotionen des V12 ungefiltert auf ihn einwirken zu lassen. Beide Fahrzeuge teilen sich den Monocoque-Rahmen aus Carbonfaser und eine Vollcarbon-Karosserie und warten mit Design-Konzepten und technischen Lösungen auf, die erfolgreich im Motorsport getestet wurden.

Diese außergewöhnliche Tradition wird in den nĂ€chsten Wochen fortgesetzt, wenn in den USA der erste Prototyp der vierten Modellreihe enthĂŒllt wird – der vollelektrische Lamborghini, der wie im Programm Direzione Cor Tauri von 2021 vorgesehen bis zum Ende des Jahrzehnts in Produktion gehen soll.

ĂŒbermittelt durch Lamborghini

 

Das könnte Sie auch interessieren:

%d Bloggern gefÀllt das: