Automobili Lamborghini von 1963 bis 2023 – 60 Jahre einzigartige Fahrzeuge

Vom 350 GTV von 1963 bis zu den Einzelstücken Invencible und Auténtica – 60 Jahre Design-Prototypen, Konzeptfahrzeuge, einzigartige Exemplare und limitierte Sondereditionen.

Seit der Gründung im Jahr 1963 hat Automobili Lamborghini einmalige Fahrzeuge erschaffen, die die technische und stilistische Richtung des Unternehmens für die nahe Zukunft vorgegeben haben. Prototypen, die neue Wege in Sachen Design, Technik oder in der Erprobung neuer Konzepte gegangen sind, um die Entwicklung nachfolgender Lamborghini-Modelle voranzutreiben. In den 60er-Jahren waren diese Einzelstücke oftmals Showcars, die die Automobilsalons der damaligen Zeit zierten. In der jüngeren Vergangenheit kennt man diese unter der Bezeichnung One-Offs oder Few-Offs, wie die eigens von Lamborghini geschaffene Fahrzeugkategorie für limitierte Sondereditionen heißt, die den treu ergebensten Kunden vorbehalten sind und fortschrittlichste technische Lösungen vorwegnehmen oder in den Mittelpunkt rücken, die bei späteren Serienmodellen zum Einsatz kommen. Dasselbe Spiel wird sich in wenigen Tagen anlässlich der Monterey Car Week in Kalifornien wiederholen, auf der Lamborghini den Prototyp seines ersten vollelektrischen Fahrzeugs präsentieren wird.

Das erste Unikat von Automobili Lamborghini ist der 350 GTV von 1963, er war die Blaupause für das erste Serienfahrzeug 350 GT. Innerhalb der Modellreihe 350-400 GT entstehen 1965 auf Grundlage des 350 GT bei Zagato zwei Exemplare des 350 GTZ. Im gleichen Jahr konstruiert die ebenfalls in Mailand angesiedelte Carrozzeria Touring zwei Cabrio-Versionen unter der Bezeichnung 350 GTS. Auch der 400 Monza des Karosseriebauers Neri & Bonacini, der die Rohrrahmen der Modellreihe 350-400 GT fertigt, wird 1965 aus der Taufe gehoben. Das letzte Werk von Carrozzeria Touring ist der 400 GT Flying Star von 1966, ein innovativer Kombi, der mit seiner Praxistauglichkeit den Espada inspirieren wird.

1965 werden mit dem P400 Tigre von Carrozzeria Touring und dem P400 des neu gegründeten Designstudios Italdesign von Giorgetto Giugiaro zwei Stilmodelle mit Heck-Mittelmotor kreiert, die als Blaupause für den Miura dienen werden. Das Konzept geht allerdings nicht auf, da die revolutionäre technische Lösung des quer angeordneten Zwölfzylinder-Mittelmotors nicht ausreichend zur Geltung kommt. Die Fertigung im Maßstab 1:1 bleibt daher aus. Allerdings wartet die Version von Giugiaro erstmals mit Türen auf, die sich anders als gewohnt gemeinsam mit dem Dach nach vorne oben öffnen. Der erste Keim einer Idee, die mit dem Countach Wirklichkeit werden wird.

Der vollverglaste Viersitzer Marzal, der 1967 vorgestellt wird, ist dazu bestimmt, eines der bekanntesten Showcars der Welt zu werden und bringt zahlreiche Ideen auf den Weg, die später Eingang in die Serienproduktion finden. Dazu gehören in erster Linie vier bequeme Sitzplätze – ein lang gehegter Wunsch von Ferruccio Lamborghini, die flache, schnittige Nase und die zahlreichen Sechsecke, die sich alle im Espada wiederfinden. Die Sechsecke werden später zu einem charakteristischen Stilelement von Lamborghini, das auch heute noch Verwendung findet. Darüber hinaus brüstet sich der Marzal mit riesigen Flügeltüren. „Wir haben alles unternommen, um sie im Espada zu übernehmen“, erinnert sich Ingenieur Paolo Stanzani, „aber die unterschiedlichen Bauräume, die durch die Frontanordnung des V12-Motors bedingt waren – beim Marzal hatten wir einen quer angeordneten 6-Zylinder-Reihenmittelmotor – machten es unmöglich.“

1968 wird am Stand von Carrozzeria Bertone auf dem Brüsseler Autosalon der Miura Roadster vorgestellt, der augenblicklich in seinen Bann zieht. Ein Traumfahrzeug, das leider keine Chance auf eine Serienfertigung hat. Lamborghini hat zu dieser Zeit bereits zwei neue Projekte am Laufen: den ersten Viersitzer (der Prototyp des Espada wurde 1967 vorgestellt) und ein „kleines“ Fahrzeug, von dem 1968 der erste Prototyp enthüllt wird, der 1969 zum Urraco führt. Basierend auf dem Espada entsteht 1981 der Faena der Carrozzeria Frua als viertürige Version des Espada. In Sant’Agata Bolognese ist man allmählich bei der Überzeugung angelangt, dass es einen Markt für einen Lamborghini-Viertürer geben kann.

1970 stellt Bob Wallace, der legendäre Testfahrer von Lamborghini, den Miura Jota vor. Seine in der Freizeit in Eigenregie gebaute Kreation, für die er Maschinen und Teile aus dem Unternehmen verwendet, wird persönlich von Ferruccio unterstützt, der einen fantastischen experimentellen Prototyp in ihr erkennt. Der Jota ist ein Rennauto durch und durch, das die Anforderungen des Anhang J des FIA-Reglements für Tourenwagen erfüllt. Der Mythos, der ihn umgibt, lässt Lamborghini begreifen, dass sich die Kunden immer ein Stück mehr erträumen. Das Konzept der aus dem Standardmodell entwickelten Sondereditionen, das noch heute von enormer Bedeutung für Lamborghini ist, nimmt mit diesem Prototyp seinen Anfang. Auf dringende Kundennachfrage fertigt Lamborghini schließlich vier von diesem Jota inspirierte Miura-Exemplare, die den Zusatz SV-J tragen.

Der LP500 Countach wird 1971 auf dem Genfer Autosalon als Idea Car präsentiert. Er soll mit seiner futuristischen Optik die Reaktionen der Öffentlichkeit und potenzieller Kunden testen. Dank seines durchschlagenden Erfolgs geht der LP 400 Countach mit minimalen Änderungen in die Serienproduktion – inklusive der legendären Scherentüren, die ab 1973 ein charakteristisches Merkmal aller Lamborghinis mit 12-Zylinder-Mittelmotor sind.

1973 kreiert Bob Wallace auf dem Basiskonzept des Miura Jota den Urraco Rally, der ausgehend vom Urraco 250 auf dem neuen Reglement für Rennautos der Gruppe 5, den sogenannten Silhouette-Fahrzeugen, aufbaut und mit einem Dreiliter-Motor ausgestattet ist. Aus diesem Prototyp entsteht 1974 der Urraco P300 mit kettengetriebenem Dreiliter-DOHC-Motor und 1976 der Silhouette, eine auf dem Urraco 300 basierende Cabrio-Version mit vom Rallysport inspirierter Aerodynamik.

Der Jarama Rally mit dem Spitznamen Jarama Bob von 1973 ist die letzte Kreation von Bob Wallace mit demselben Konzept der beiden Vorgängermodelle, die diesmal auf dem Jarama 2+2 von 1970 basiert. Auch in diesem Fall sorgen die überarbeitete Aerodynamik in Verbindung mit einem reduzierten Gesamtgewicht sowie insbesondere einem nach hinten in Richtung Innenraum versetzten V12-Frontmotor für eine bessere Balance und Gewichtsverteilung und damit eine drastisch verbesserte Straßenlage.

Der Kunde und Freund des Hauses Walter Wolf gibt 1978, unterstützt von Giampaolo Dallara als externem Berater, einige Modifikationen seines Countach LP400 in Auftrag. Größere Felgen, tiefere Reifen, breitere Radlaufblenden und größere Bremsen. Das Fahrwerk wird auf die neuen Lösungen abgestimmt und im Heckbereich des Fahrzeugs ein großer Flügel verbaut. Aus diesem Countach Wolf mit auf fünf Liter vergrößertem Zwölfzylinder-Motor geht im darauffolgenden Jahr der Countach LP 400 S hervor, der allen Nachfolgeversionen des Countach als Vorbild dient. Bis zu seinem Produktionsende 1990 bleibt der Countach sowohl in Sachen Optik als auch Leistung aktuell und prägt die Geschichte von Lamborghini wie kein zweiter.

1974 stellt Bertone auf Basis des Urraco P300 den Bravo vor: um 20 Zentimeter verkürzter Radstand, keine Rücksitze mehr, kantigere, extrem futuristische Linien und Felgen in Form einer Telefonwählscheibe, die zu einem typischen Designelement des Countach LP 400 S werden. Der Bravo ist das erste Zweisitzer-Coupé mit kompaktem Mittelmotor aber ohne Zwölfzylinder. Mit dem Gallardo (2003) und dem Huracán (2014) geht dieses Konzept bei Lamborghini in die Serie ein.

1980 wird der Athon aus der Taufe gehoben, der bei Carrozzeria Bertone als Machbarkeitsstudie einer offenen Silhouette in Auftrag gegeben wurde. Das gänzlich im Stil der 80er-Jahre gehaltene Design des Fahrzeugs ist derart futuristisch, dass es mit ein paar wenigen Änderungen auch heute noch als modern durchgehen könnte. Der Athon gilt als Urheber des Roadster-Konzepts von Lamborghini.

Auf der Suche nach einer dritten Modellreihe erkennt Lamborghini viel früher als andere Fahrzeughersteller die neue Nachfrage am Markt nach sportlichen Geländefahrzeugen. Als Antwort darauf entsteht 1982 der LMA, der Prototyp des späteren LM 002, der 1986 in Produktion geht und heute als Urvater des Urus gilt. Der LMA verfügt über einen Rohrrahmen, einen V12-Frontmotor und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h – für ein Geländefahrzeug absolut revolutionär.

1985 beginnt Lamborghini, mit einem gerade erst entwickelten neuen Werkstoff zu experimentieren: einer aus Carbonfasern hergestellten, extrem steifen, robusten und leichten Textilfaser. Erstmals zur Anwendung kommt dieses Material im Countach Evoluzione, einem Einzelstück auf Basis des Countach Quattrovalvole mit einer vollständig aus Carbonfaser gefertigten Karosserie. Die Formen sind extrem eckig, nahezu primitiv, da der Bearbeitung des Werkstoffs, der die Sportwagenkonstruktion revolutionieren wird, zunächst starke Grenzen gesetzt sind. Der Countach Evoluzione wiegt 400 kg weniger als das Quattrovalvole-Serienmodell und ist pfeilschnell. Dieses Fahrzeug legt den Grundstein für die untrennbare Verbindung des Unternehmens zum Werkstoff Carbonfaser und das hohe technische Know-how in diesem Bereich. Auch heute ist der Werkstoff, der im Automotivebereich immer wichtiger geworden ist, für Lamborghini essenziell. Bei den aktuellen Zwölfzylinder-Modellen aus Sant’Agata Bolognese wird er für das Chassis eingesetzt.

1988 wird auf dem Stand von Carrozzeria Bertone auf dem Turiner Autosalon der Genesis vorgestellt: Auf der Suche nach einer vierten Modellreihe untersucht Lamborghini die Machbarkeit eines Zwölfzylinder-Vans mit längs eingebautem Frontmotor. Seine Markenzeichen sind die Vordertüren, die sich gemeinsam mit der gewaltigen Frontscheibe wie Flügeltüren öffnen sowie die für diesen Fahrzeugtyp herausragenden Leistungen. Die Ressourcen für die Entwicklung neuer Modelle sind allerdings begrenzt und fließen vor allem in die Entwicklung des neuen Zwölfzylinder-GT-Modells.

Die Arbeiten zum 1990 vorgestellten Diablo unter dem Projektnamen P132 nehmen 1985 mit einer bei mehreren Designern in Auftrag gegebenen Stilstudie ihren Ausgang. Dass die Mechanik eine direkte Weiterentwicklung des Countach sein soll, ist jedoch von Beginn an klar. Nach fünf Jahren Feilen und Tüfteln ist der Diablo schließlich bereit, die Welt in Staunen zu versetzen. Seine Mission, das übermächtige Heiligtum Countach abzulösen, ist eine Mammutaufgabe, die der Diablo mit Bravour meistert. Heute, 30 Jahre später, ist der Diablo bei Sammlern ebenso heiß begehrt wie der Countach. Auf Basis des Diablo entstehen 1992 der Diablo Roadster, der die Formensprache der offenen 12-Zylinder-Supersportwagen aus Sant’Agata Bolognese vorwegnimmt, der Canto des Karosseriebauers Zagato von 1996, der es fast in die Serienproduktion schafft, und der Raptor, ebenfalls von Zagato, mit großer Flügeltür, in der die Seitentüren und das Dach integriert sind. Zu diesen gesellen sich 1998 der Pregunta von Heuliez mit großen seitlichen Lufteinlässen unten und hypermodernem Design sowie der L147 des I.D.E.A. Institute von 1999.

Das 1987 ins Leben gerufene Projekt P140, das die Realisierung eines Supersportwagens mit V8- oder V10-Motor zum Ziel hat, führt zur Entstehung des Gallardo und zur Konsolidierung der zweiten Modellreihe als tragender Säule des wirtschaftlichen Erfolgs von Lamborghini. Die Einsatzmöglichkeiten verschiedener Motorisierungen und Designkonzepte werden untersucht und finden im Calà, der 1995 von Giorgetto Giugiaro realisiert und auf dem Genfer Autosalon enthüllt wird, ihre Antwort. Seine Proportionen leben im Gallardo wieder auf, während die runden Formen kantigeren Linien im typischen Lamborghini-Stil weichen. Der Calà wird auch in offener Ausführung angedacht und zeigt Lamborghinis Bestrebungen, das Coupé auch als Roadster herauszubringen.

Der Concept S von 2005 ist das Werk von Luc Donckerwolke, dem damaligen Leiter des Centro Stile Lamborghini. Das auf dem Gallardo basierende, komplett offene Modell zeichnet sich durch einen Innenraum mit vollständig mittels Längstraverse getrennten Sitzplätzen und einer dank sorgfältiger Strömungsforschung besonders ausgeklügelten Aerodynamik aus, die den Luftstrom unter dem Fahrzeug vorbeileitet und damit das Dynamikverhalten optimiert.

Der Miura Concept von 2006 aus der Feder von Walter de Silva, damaliger Designchef der Audi-Gruppe, ist eine moderne Reminiszenz an den Miura der 60er- und 70er-Jahre, der 2006 seinen 40. Geburtstag feierte. Eine Stilstudie zwar, aber in Sachen klarer Formensprache und präziser Linienführung noch immer ein Vorzeigebeispiel.

2007 entsteht auf Grundlage des Murciélago LP 640 der Reventón, von dem lediglich 20 Exemplare vom Band laufen. Der Reventón ist mit seinen präzisen, kantigen Linien ein Straßenwagen, der ans Limit geht. Die aus CFK und Carbonfaser gefertigten Karosserieteile sind mit dem Rahmen aus CFK und Stahl verklebt. Die Bi-Xenon-Scheinwerfer verfügen über Leuchtdioden, die LED-Heckleuchten strahlen in Form eines dreifachen Pfeils. Viele dieser Lösungen finden später Eingang in die Serienmodelle von Lamborghini. 2009 folgt die Roadster-Version in einer Auflage von 16 Fahrzeugen.

Der Estoque von 2008 ist die erste Studie einer möglichen vierten Modellreihe für einen viertürigen Lamborghini mit sportlichem Charakter. Das auf dem Pariser Autosalon vorgestellte Konzeptfahrzeug mit Front-Mittelmotor ist auf den ersten Blick als Lamborghini zu erkennen.

Der Sesto Elemento von 2010 ist ein auf der technischen Basis des Gallardo entwickeltes Technologiebündel mit Space-Frame-Rahmen aus Aluminium und Carbon. Sämtliche Karosserieteile sowie die wichtigsten, auch strukturellen, Komponenten im Innenraum sind aus Carbonfaser gefertigt, um Gewicht einzusparen. Dies schlägt sich in einem Gesamtgewicht von 999 kg und einem Leistungsgewicht von 1,75 kg/CV nieder. Der Sesto Elemento untermauert wieder einmal die Vorreiterrolle von Lamborghini in der Produktion und Anwendung von Carbonfaser.

Der Aventador J, die Barchetta-Version des Aventador, wird 2012 auf dem Genfer Autosalon enthüllt. Er verfügt weder über Frontscheibe, Seitenscheiben noch Verdeck und greift das Anhang J-Konzept für Tourenwagen wieder auf. Ein Rennwagen in Reinkultur.

Ebenfalls 2012 stellt Lamborghini auf der Automesse Peking den Prototyp des Super SUV Urus vor, der 2018 die dritte Modellreihe der Marke aus der Taufe hebt oder ihr, wenn man den LM 002 berücksichtigt, neues Leben einhaucht. Ganz im Zeichen der Lamborghini-Tradition nimmt dieser Prototyp bereits die wichtigsten stilistischen und technischen Aspekte des Serienmodells vorweg, ohne jedoch alle finalen Errungenschaften preiszugeben.

2013 feiert Lamborghini mit dem Veneno sein 50. Firmenjubiläum, von dem Modell entstehen vier Coupés und neun Roadster. Ein auf Basis des Aventador entwickeltes Fahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 355 km/h und einer ausgeklügelten Aerodynamik, die eine hervorragende Straßenlage gewährleistet. Der Monocoque-Rahmen ist vollständig aus dem Carbonfaser-Werkstoff CFK gefertigt, der auch bei den Karosserieteilen zur Anwendung kommt. Im Innenraum finden hingegen die ultraleichten Materialien Forged Composite und CarbonSkin Verwendung, die auch bei nachfolgenden Supersportwagen eingesetzt werden. Ebenfalls 2013 wird das von Walter de Silva designte, eindeutig von einem Kampfflugzeug inspirierte Einzelstück Egoista auf der Feier zum 50-jährigen Jubiläum der Marke vorgestellt.

2014 wird der von Filippo Perini, dem damaligen Leiter des Centro Stile Lamborghini, kreierte Asterion LPI-910 präsentiert. Der Prototyp eines Hybrid-Coupés – LPI steht für Longitudinale Posteriore Ibrido – mit 910 CV kombinierter Leistung aus Verbrennungsmotor und Elektromotoren und gleichzeitig das erste Hybrid-Konzept von Lamborghini beeindruckt mit verschiedensten technischen Lösungen, die Jahre später im kürzlich vorgestellten Revuelto Anwendung finden.

Zur Feier des 100. Geburtstags von Ferruccio Lamborghini wird 2016 der auf dem Aventador basierende Centenario präsentiert, von dem 20 Coupé- und 20 Roadster-Exemplare produziert werden. Er zeichnet sich durch weichere Formen und einen kraftvolleren Motor mit 770 CV, Lufteinlässe an der Frontklappe für mehr Abtrieb und einen Monocoque-Rahmen aus Carbonfaser aus.

2018 stellt Lamborghini Squadra Corse den SC18 Alston vor, ein auf Basis des Aventador SVJ gefertigtes Einzelstück für einen passionierten Kunden. Der SC18 ist zwar für den Straßeneinsatz zugelassen, aber mit seiner überarbeiteten Aerodynamik und verbesserter Bremsen- und Motorkühlung für den 6,5-Liter-Zwölfzylinder vorwiegend als Rennbolide konzipiert.

Der Sián von 2019 ist das erste für Kunden erhältliche Hybrid-Modell von Lamborghini, es werden 63 Coupés und 19 Roadster gefertigt. Das auf Basis des Aventador SVJ entwickelte Modell verfügt ebenfalls über einen 6,5-Liter-Zwölfzylinder mit 785 CV, der in diesem Fall mit Titan-Einlassventilen, neu konfiguriertem Steuergerät und neuer Abgasanlage ausgestattet ist und in Kombination mit einem Elektromotor zum Einsatz kommt, der weitere 34 CV bereitstellt. Die Gesamtleistung von 819 CV macht den Sián zum bis dato kraftvollsten Lamborghini-Serienfahrzeug. Der von einem Superkondensator gespeiste Elektromotor mit unmittelbarer Leistungsabgabe ist ein absolutes Novum im Automobilsektor.

Der auf dem Aventador basierende Essenza SCV 12, wobei SC für Squadra Corse steht, wird ab 2020 in einer Auflage von gerade einmal 40 Exemplaren gefertigt, die nicht für den Straßeneinsatz zugelassen sind. Er besteht als erster GT die ausschließlich für Rennwagen vorgesehenen Crashtests und macht den Einsatz eines Überrollbügels dank seiner enorm widerstandsfähigen Karosseriestruktur aus Carbonfaser unnötig. Seine LED-Scheinwerfer sind tiefer positioniert und der Heckbereich wartet mit einem auffälligen Diffusor und einem breiten verstellbaren Spoiler auf. Der gegenüber dem Aventador länger und schmaler ausgeführte Bolide zeichnet sich durch einen vom Dach ausgehenden Lufteinlass aus, der sich bis zur Motorhaube erstreckt. Die in Zusammenarbeit mit Dallara entwickelte Aerodynamik gewährleistet 1200 kg Abtrieb bei 250 km/h. Ein 830 CV starken 6,5-Liter-V12-Saugmotor, der gegenüber dem Aventador um 180° gedreht wurde, treibt ausschließlich die Hinterräder des Rennwagens an.

Ebenfalls 2020 stellt Lamborghini Squadra Corse den SC20 vor, ein Einzelstück auf Basis des Aventador, der dieselbe Mission wie der SC18 verfolgt: geboren für die Rennstrecke und trotzdem mit Straßenzulassung. Dem komplett offenen Rennwagen liegen sorgfältige aerodynamische Studien zugrunde, um eine optimale Luftströmung zu erzielen. Der Heckflügel ist in drei verschiedene Positionen verstellbar und sorgt so für geringen, mittleren oder hohen Anpressdruck.

Auf der Technik des Sián wird 2021 der Countach LPI 800-4 vorgestellt. Der zur Feier des 50. Geburtstags des Countach herausgebrachte LPI 800-4, der stilistisch von seinem Vorgänger inspiriert ist, wird, in Anlehnung an die Projektnummer des Countach der 70er-Jahre, in einer Auflage von 112 Stück produziert. Die gelungene Mischung aus innovativen Lösungen und Retro-Touch aus der Feder von Mitja Borkert, dem aktuellen Leiter des Centro Stile Lamborghini, übt eine ganz besondere Faszination aus. Alle produzierten Exemplare sind bereits vor der offiziellen Präsentation des Modells ausverkauft.

Zu guter Letzt erblicken 2023 zwei Einzelstücke von Automobili Lamborghini das Licht der Welt, die den V12-Motor in seiner reinen Verbrennerversion noch einmal hochleben lassen, bevor er endgültig ausgedient hat. Das Coupé Invencible und der Roadster Auténtica, die beide auf dem Aventador SVJ mit 780 CV starkem V12 basieren, stellen den absoluten Höhepunkt exklusiver Supersportwagen dar. Die in einigen Aspekten von anderen limitierten Serien der Vergangenheit wie dem Sesto Elemento, dem Reventón und dem Veneno inspirierten Unikate sind im Innenraum minimalistischer gehalten, um den Fahrer weniger abzulenken und die Emotionen des V12 ungefiltert auf ihn einwirken zu lassen. Beide Fahrzeuge teilen sich den Monocoque-Rahmen aus Carbonfaser und eine Vollcarbon-Karosserie und warten mit Design-Konzepten und technischen Lösungen auf, die erfolgreich im Motorsport getestet wurden.

Diese außergewöhnliche Tradition wird in den nächsten Wochen fortgesetzt, wenn in den USA der erste Prototyp der vierten Modellreihe enthüllt wird – der vollelektrische Lamborghini, der wie im Programm Direzione Cor Tauri von 2021 vorgesehen bis zum Ende des Jahrzehnts in Produktion gehen soll.

übermittelt durch Lamborghini

 

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