Alkohol im Blut: Hände weg vom Steuer

Clown am Steuer

Nach zwei Jahren Pandemie k√∂nnen alle Narren und Jecken endlich wieder feiern. Die f√ľnfte Jahreszeit hat begonnen und n√§hert sich langsam ihrem H√∂hepunkt.

Coburg (ots)

Alkohol im Blut: Hände weg vom Steuer

  • Mitfahrt bei Betrunkenem kann Konsequenzen haben
  • Promillegrenzen gelten auch beim Radfahren

Nach zwei Jahren Pandemie k√∂nnen alle Narren und Jecken endlich wieder feiern. Die f√ľnfte Jahreszeit hat begonnen und n√§hert sich langsam ihrem H√∂hepunkt. F√ľr viele Narren geh√∂rt ein guter Schluck genauso zum Fasching wie die gute Laune. Doch schon geringe Alkoholmengen gen√ľgen, um die Reaktionsf√§higkeit drastisch einzuschr√§nken.

Bei Fahrauffälligkeiten Рwie dem Fahren von Schlangenlinien oder zu dichtem Auffahren Рdrohen bereits ab 0,3 Promille ein Fahrverbot, Punkte und ein Bußgeld. Wer mit 0,5 Promille in eine Polizeikontrolle gerät, wird mit mindestens 500 Euro zur Kasse gebeten, darf sich mindestens einen Monat nicht ans Steuer setzen und kassiert zwei Punkte in Flensburg.

Sind Autofahrer:innen mit mehr als 1,1 Promille unterwegs, geht der Gesetzgeber automatisch von absoluter Fahrunt√ľchtigkeit aus. Personen, die die Polizei so antrifft, m√ľssen sich f√ľr mindestens sechs Monate von ihrem F√ľhrerschein verabschieden. Weitere Konsequenzen sind drei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe. Zudem wird bei solch einer Trunkenheitsfahrt der F√ľhrerschein entzogen. Seine R√ľckgabe muss bei der Stra√üenverkehrsbeh√∂rde beantragt werden.

Fahranf√§nger:innen sollten ber√ľcksichtigen: Bis zum 21. Geburtstag beziehungsweise w√§hrend der Probezeit ist Alkohol am Steuer tabu. Auch Radfahren und Alkohol passen nicht zusammen: Wer angetrunken einen Unfall verursacht, l√§uft ab 0,3 Promille ebenfalls Gefahr, seinen F√ľhrerschein verlieren. Ab 1,6 Promille m√ľssen auch Radfahrer:innen mit einem Verfahren rechnen – unabh√§ngig davon, ob sie einen F√ľhrerschein besitzen.

Nicht mit Versicherungsschutz spielen

Soweit die strafrechtliche Seite. War bei einem Unfall Alkohol im Spiel, kann sich das, wie die HUK-COBURG mitteilt, auch auf den Versicherungsschutz auswirken. Inwiefern h√§ngt vom Blutalkoholspiegel und der individuellen Fahrt√ľchtigkeit ab. Also davon, ob Fahrerinnen eine Situation erkannt und angemessen reagiert haben. Wer Schlangenlinien gefahren, von der Stra√üe abgekommen ist oder Autos gerammt hat, hat diese Grenze √ľberschritten. Wie viel Alkohol zu Ausfallerscheinungen f√ľhrt, ist bei jedem verschieden. Im Extremfall gen√ľgt ein Glas Sekt.

L√§sst sich der Unfall eindeutig auf Alkoholkonsum zur√ľckf√ľhren, greift in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Trunkenheitsklausel. Sie befreit den Versicherer von seiner Leistungspflicht. Das hei√üt: Die Versicherung reguliert den Schaden des Opfers, nimmt aber den Unfallverursacher in Regress. Maximal 5.000 Euro kann sie sich vom Sch√§diger oder der Sch√§digerin zur√ľckholen.

In der Kasko-Versicherung kann sich der Versicherer auf Leistungsfreiheit berufen und nur einen Teil des Schadens oder gar nichts bezahlen. Bei 1,1 Promille gilt der Alkoholgenuss automatisch als unfallurs√§chlich. Allerdings gen√ľgen auch geringere Mengen, um den Versicherungsschutz ins Wanken zu bringen. Die Gretchenfrage ist und bleibt, ob der Alkohol urs√§chlich f√ľr die Karambolage war.

Beifahrer:innen mit in der Verantwortung

Auch wer bei seinem alkoholisierten Trinkkumpan ins Auto steigt, muss bei einem Unfall mit Konsequenzen rechnen. Werden Mitfahrende verletzt, k√∂nnen ihre Anspr√ľche gek√ľrzt werden, die sie im Normalfall gegen den Verursacher gehabt h√§tten. Dies gilt zum Beispiel f√ľr das Schmerzensgeld. Die Rechtsprechung unterstellt hier, dass Mitfahrende, die sich zu einem Betrunkenen ins Auto setzen, sich selbst gef√§hrden und die Verletzungsfolgen dadurch mit verursacht haben.

Selbst am Morgen nach einer fröhlich durchzechten Nacht ist der Alkohol immer noch ein Thema. Schließlich dauert es um die zehn Stunden, bis ein Promille Alkohol im Körper abgebaut wird. Im Zweifelsfall empfiehlt sich der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel.

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