ūüė≤ SKODA Erlk√∂nige: Die Kunst der Tarnung

SKODA Erlkönig

Erlkönige fallen den meisten nur wegen ihrer auffälligen Tarnfolien auf. Aber wozu eigentlich dieser ganze Aufwand? Dahinter steckt mehr als nur eine farbenfrohe Camouflage.

Mlad√° Boleslav (ots)

  • Gemusterte Tarnfolien verwischen Konturen und kaschieren neue Designmerkmale
  • Tarnspezialisten arbeiteten 120 Stunden an der Tarnung des rein batterieelektrischen SKODA ENYAQ iV
  • Erprobungsmarathon auf dem Weg zur Serienreife findet auf allen Kontinenten statt

Erlk√∂nige fallen den meisten nur wegen ihrer auff√§lligen Tarnfolien auf. Aber wozu eigentlich dieser ganze Aufwand? Dahinter steckt mehr als nur eine farbenfrohe Camouflage. Erlk√∂nige von SKODA lassen nur vage R√ľckschl√ľsse zu, was sich unter der Folie versteckt. Das ist notwendig, da Prototypen von neuen Modellen des tschechischen Herstellers lange vor Markteinf√ľhrung bis zu zwei Millionen Testkilometer unter Praxisbedingungen zur√ľcklegen. H√§ufig findet die Erprobung dabei vor allem im √∂ffentlichen Stra√üenverkehr statt. Um das Design sowie die Details an den neuen Fahrzeugen vor neugierigen Blicken und unerw√ľnschten Fotos zu sch√ľtzen, werden sie mithilfe von Tarnmustern optisch verfremdet.

Bevor SKODA der Welt√∂ffentlichkeit ein neues Modell pr√§sentiert, verbringen Prototypen tausende Stunden auf Pr√ľfst√§nden sowie in Klimakammern und spulen bis zu zwei Millionen Testkilometer ab. Der Erprobungsmarathon auf dem Weg zur Serienreife findet dabei auf allen Kontinenten statt, schlie√ülich muss das Serienfahrzeug sp√§ter bei unter minus 30 Grad Celsius genauso zuverl√§ssig funktionieren wie bei weit √ľber plus 40 Grad Celsius. Das anspruchsvolle und umfangreiche Testprogramm wird daher bei sengender Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und auf staubigen Schlechtwegstrecken ebenso absolviert wie bei arktischen Temperaturen, im Schnee und auf eisigen Pisten. Und nat√ľrlich im √∂ffentlichen Stra√üenverkehr.

Florian Weymar, Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeug bei SKODA, erkl√§rt: “Neben dem eigentlichen Zweck der Tarnung sind nat√ľrlich die Erfordernisse des √∂ffentlichen Stra√üenverkehrs zu beachten. Deshalb muss jeder Prototyp beispielsweise √ľber funktionierende Blinker und Bremsleuchten verf√ľgen, sowie √ľber alle Sensoren, unabh√§ngig von der Tarnung oder Verfremdung des Designs. Au√üerdem m√ľssen Testfahrer und Ingenieure w√§hrend der Fahrt ihre Aufgaben an Bord wahrnehmen k√∂nnen. Daher darf etwa die K√ľhlluftzufuhr in der Regel nicht beeintr√§chtigt und die L√ľftungsd√ľsen d√ľrfen nicht abgeklebt sein. So lassen die ermittelten Messergebnisse R√ľckschl√ľsse auf die Daten des tats√§chlichen Serienfahrzeugs zu. Im Innenraum ist es wichtig, dass w√§hrend der Fahrt jederzeit der Blick auf die Instrumente und der Zugriff auf wichtige Bedienelemente m√∂glich ist.”

Spannung bis kurz vor der Premiere

Um die Prototypen vor den neugierigen Blicken von Journalisten, Fotografen und Wettbewerbern zu sch√ľtzen, werden sie sorgf√§ltig getarnt. Denn nur so lassen sich technische Innovationen, neue Designmerkmale und clevere Details verbergen. Selbst den SKODA Schriftzug oder das Markenemblem sucht man an den Erlk√∂nigen des Herstellers vergeblich. Besonders interessant f√ľr Sp√§her mit Kamera oder Smartphone sind optisch charakteristische Teile, Konturen oder Karosseriepartien wie die Scheinwerfer, der K√ľhlergrill oder das Heck. Daher werden sie besonders sorgf√§ltig abgedeckt oder teilweise mit Anbauten verfremdet. Tarnmuster verschleiern zudem Konturen und Linienf√ľhrung der Karosserie, selbst die Seitenscheiben sind teilweise beklebt, damit der Verlauf der Fensterlinie nicht zu erkennen ist.

√Ąhnliches gilt f√ľr den Innenraum. Auch ein bereits seriennah gestaltetes Interieur wird vor den Objektiven der Fotografen abgeschirmt, denn auch ein Testtr√§ger parkt ab und zu in der √Ėffentlichkeit, etwa an einer Tankstelle. An Bord des Erlk√∂nigs kommen meist blickdichte Vliesstoffe zum Einsatz, die Details wie Cockpit, Instrumententafel, zentrales Display, Infotainmentsystem, Mittelkonsole, Bedienelemente oder L√ľftungsd√ľsen bei Bedarf einzeln verdecken. Vor der Weiterfahrt lassen sie sich aber mit wenigen Handgriffen wieder entfernen. Diese aufw√§ndigen, umfangreichen Tarnma√ünahmen betreibt SKODA bis zur offiziellen Vorstellung eines neuen Modells und sorgt damit bis zum Schluss f√ľr Spannung bei Kunden und Vertretern der Fachpresse.

Camouflage: Vom Erlkönig zum Kunstobjekt

Bei SKODA k√ľmmern sich Tarnspezialisten um den Entwurf und die Entwicklung der Tarnmuster. Dabei sind der Phantasie und der Kreativit√§t der Experten kaum Grenzen gesetzt. Sie spielen mit Mustern, 3D-Effekten und Farbkontrasten, um den Betrachter optisch zu t√§uschen. Manchmal verstecken sie sogar Botschaften in der Tarnung, wie einen Hashtag des Twitter-Accounts @skodaautonews. Die fertigen Tarnfolien werden in mehrst√ľndiger Handarbeit am Fahrzeug angebracht.

F√ľr besondere Anl√§sse entwickeln die Tarnexperten in Zusammenarbeit mit den Marketingspezialisten von SKODA ganz spezielle Ideen. Auf der Schlussetappe der Tour de France 2016 rollte beispielsweise das SUV KODIAQ vor seinem Serienstart in einer rot-grau-schwarzen Camouflage-Folie √∂ffentlichkeitswirksam als F√ľhrungsfahrzeug des gro√üen Tour-Trosses √ľber die Champs-Elys√©es. Die vierte Generation des SKODA OCTAVIA pr√§sentierte sich 2019 kurz vor ihrer Weltpremiere auf den Stra√üen von Prag und Mlad√° Boleslav in einer speziellen Bicolor-Tarnfolie in Gelb und Orange und spielte mit SKODA Fans ‘Catch me if you can’. Wer seine Fotos der getarnten Fahrzeuge bei Facebook, Twitter oder Instagram hochlud, konnte eine exklusive Einladung zur Weltpremiere in Prag gewinnen. Bei Prototypen des sp√§teren SCALA setzte SKODA auf ein wei√ü-blaues Strichmuster.

Aktuell ist im Umkreis des Unternehmenssitzes in Mlad√° Boleslav manchmal ein Prototyp des SKODA ENYAQ iV in seinem Tarnkleid mit gr√ľn-wei√ü-grauen Facetten und dreidimensionalen Elementen unterwegs. Die Tarnspezialisten waren insgesamt 120 Stunden damit besch√§ftigt, das Tarnkonzept des ersten rein elektrischen SUV von SKODA entsprechend zu entwickeln, und verarbeiteten f√ľr seine Tarnung rund 18 Quadratmeter Folie. Der SKODA ENYAQ iV wird noch in diesem Jahr enth√ľllt. Zeit zum Ausruhen haben die Tarnspezialisten jedoch kaum, denn bis Ende 2022 werden insgesamt zehn Modelle der elektrifizierten SKODA iV-Familie vorgestellt.

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