Volvo 360c Konzeptstudie

Volvo 360c Exterior

Vollautonome Autos als Alternative zum Fliegen.

  • Autonome Fahrzeuge könnten InlandsflĂŒge ersetzen
  • Volvo prĂ€sentiert vier mögliche Einsatzzwecke
  • Auswirkungen auf Stadtplanung, Infrastruktur und ökologischen Fußabdruck

Köln. Eine Welt, in der kĂŒrzere Strecken ohne Flugzeuge absolviert werden? Ohne Sicherheitskontrollen, Warteschlangen und laute, ĂŒberfĂŒllte Flieger? Stattdessen ist man in einem Privatabteil wie in der ersten Klasse unterwegs und wird zuhause abgeholt und direkt zum Ziel gebracht. Dieses Idealbild des autonomen Reisens hat die Volvo Car Group heute (5. September 2018) mit ihrem neuen 360c Konzept vorgestellt – einer ganzheitlichen Sicht auf das autonome, elektrische, vernetzte und sichere Reisen. Sie könnte dem schwedischen Premium-Hersteller weitere WachstumsmĂ€rkte wie die milliardenschwere Luftfahrtindustrie erschließen.

Den Ausgangspunkt des 360c Konzepts bilden vollautonome, vollelektrische Fahrzeuge, die keinen menschlichen Fahrer erfordern. Das Konzept nutzt die Designfreiheit, die durch den Wegfall des Lenkrads und des Verbrennungsmotors entsteht. Dadurch lÀsst sich die traditionelle Sitzanordnung durch zwei oder drei Reihen ersetzen.

Mit dem 360c Konzept werden vier Einsatzmöglichkeiten fĂŒr autonome Fahrzeuge prĂ€sentiert: eine Schlafumgebung, ein mobiles BĂŒro, ein Wohnzimmer und ein Unterhaltungsraum. Sie definieren die Art und Weise neu, wie Menschen kĂŒnftig reisen. Außerdem wird ein globaler Standard fĂŒr die sichere Kommunikation zwischen autonomen Fahrzeugen und allen anderen Verkehrsteilnehmern vorgeschlagen.

„Das GeschĂ€ft wird sich in den kommenden Jahren Ă€ndern und Volvo soll diesen Wandel in unserer Branche anfĂŒhren“, sagt HĂ„kan Samuelsson, PrĂ€sident und CEO der Volvo Car Group. „Autonomes Fahren hilft uns, den nĂ€chsten Schritt bei der Sicherheit zu gehen, aber auch neue spannende GeschĂ€ftsmodelle zu eröffnen. Kunden können im Auto kĂŒnftig das machen, was sie wollen.“

Das Konzept 360c könnte sich zum lukrativen Konkurrenten fĂŒr KurzstreckenflĂŒge entwickeln, einer Multimilliarden-Dollar-Industrie mit Fluggesellschaften, Flugzeugherstellern und anderen Dienstleistern. Insbesondere kĂŒrzere Strecken, bei denen Start- und Zielort nur rund 300 Kilometer auseinander liegen, eignen sich fĂŒr alternative Verkehrsmittel.

Allein in den USA haben im vergangenen Jahr mehr als 740 Millionen Reisende InlandsflĂŒge unternommen und der amerikanischen Luftfahrtindustrie so Milliarden-UmsĂ€tze beschert. Dabei sind klassische Strecken von GeschĂ€ftsreisenden wie von New York nach Washington D.C., von Houston nach Dallas und von Los Angeles nach San Diego mit dem Flugzeug zeitaufwendiger als mit dem Auto, wenn man die Anreise zum Flughafen, die Sicherheitskontrollen und die Wartezeiten berĂŒcksichtigt.

„InlandsflĂŒge klingen super, wenn man sich ein Ticket kauft, aber sie sind es nicht wirklich. Das 360c Konzept zeigt eine völlig neue Sichtweise der Branche“, erlĂ€utert MĂ„rten Levenstam, Senior Vice President Corporate Strategy der Volvo Car Group. „Die Schlafkabine bietet Premium-Komfort und ruhiges Reisen bei Nacht, sodass man erfrischt am Zielort aufwacht. Es könnte uns in die Lage versetzen, mit den weltweit fĂŒhrenden Flugzeugherstellern zu konkurrieren.“

Neben der Erschließung neuer Kundengruppen hat das Volvo 360c Konzept Auswirkungen auf die Zukunft des Reisens, die Stadtplanung, die Infrastruktur und den ökologischen Fußabdruck der modernen Gesellschaft. Es geht nicht nur um das Reisen an sich, sondern auch darum, wie wir mit Freunden oder Familie interagieren und unterwegs die gewonnene Zeit nutzen.

„Autonome Fahrzeugkonzepte neigen dazu, ein Schaufenster der Technik zu werden anstatt eine Vision dafĂŒr, wie Menschen sie nutzen“, so Robin Page, Senior Vice President Design bei der Volvo Car Group. „Aber Volvo stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Wir konzentrieren uns auf den Alltag unserer Kunden und wie wir diesen besser machen können. Das 360c Konzept ist die nĂ€chste Stufe dieses Ansatzes.“

Volvo 360c ist ein erster, aber bewusster Schritt hin zu einer breiten Diskussion ĂŒber das Potenzial autonomer Fahrtechnik, die die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht grundlegend verĂ€ndern wird.

„Als die GebrĂŒder Wright 1903 in die LĂŒfte stiegen, hatten sie keine Ahnung, wie der moderne Flugverkehr aussehen wĂŒrde“, ergĂ€nzt MĂ„rten Levenstam. „Wir wissen nicht, wie die Zukunft des autonomen Fahrens aussehen wird, aber sie wird einen großen Einfluss darauf nehmen, wie die Menschen reisen, wie wir unsere StĂ€dte gestalten und wie wir die Infrastruktur nutzen. Wir betrachten 360c als den Anfang eines GesprĂ€chs, das mit der Zeit weitere Ideen und Antworten bringt.“

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