Totalschaden auf dem Weg zur Arbeit – Staat beteiligt sich teilweise an Kosten

MĂŒnchen (ots) – Morgendliche Staus auf dem Weg zur Arbeit, Termindruck oder Nebel in den frĂŒhen Morgenstunden, wer mit dem Auto zur Arbeit fĂ€hrt, ist immer einem Risiko ausgesetzt. Schneller als man denkt ist man in einen Unfall verwickelt. Von 2,5 Mio. AutounfĂ€llen im Jahr passieren 10 Prozent auf dem Weg zur Arbeit. Soweit die Zahl der gemeldeten WegeunfĂ€lle, die Dunkelziffer dĂŒrfte weit höher sein. Ist ein anderer Verkehrsteilnehmer schuld, so wird der eigene Schaden ersetzt. TrĂ€gt man aber selbst die Schuld am Unfall und liegt am eigenen Fahrzeug ein Totalschaden vor, dann ist das ein privater Super-GAU. Die Versicherung zahlt nicht und ein neues Fahrzeug muss angeschafft werden. “Viele Berufspendler wissen nicht, dass sie in diesem Fall Steuererleichterungen erhalten können”, erklĂ€rt Gudrun Steinbach, Vorstand der Lohi.

Alle Kosten, die im Zusammenhang mit einem Schaden auf dem Weg zwischen Wohnung und ArbeitsstĂ€tte entstehen, können Arbeitnehmer in der EinkommensteuererklĂ€rung als Werbungskosten absetzen. Kann das Fahrzeug repariert werden, so werden die Rechnung der Werkstatt und sonstige Rechnungen im Zusammenhang mit dem Unfall einfach addiert, in die Steuerformulare eingetragen und fĂŒhren so zur einer Reduktion der persönlichen Steuerlast.

Kompliziert wird es, wenn das eigene Auto einen Totalschaden erleidet und eine Reparatur nicht mehr machbar oder rentabel ist. Denn weder der Anschaffungspreis des neuen KFZ, noch die Differenz zwischen dem tatsĂ€chlichen Wiederbeschaffungswert vor und nach dem Unfall bei dem Schrottfahrzeug werden in der SteuererklĂ€rung berĂŒcksichtigt. Die Steuererleichterung richtet sich nach den Richtlinien der AfaA (Abschreibung fĂŒr außergewöhnliche Abnutzung).

Alter des Autos entscheidet

Der SchlĂŒssel fĂŒr einen Steuervorteil liegt im Alter des KFZ. Um die Höhe der Werbungskosten zu bestimmen, wird der Verkaufserlös oder Schrottwert des Fahrzeugs vom fiktiven Restbuchwert zum Zeitpunkt des Unfalls abgezogen. Der fiktive Restbuchwert ergibt sich, indem die Abschreibung fĂŒr die Zeit zwischen Anschaffung des Neuwagens und dem Unfall in gleichen Jahresraten vom Anschaffungspreis abgezogen wird. FĂŒr einen PKW liegt der Abschreibungszeitraum zwischen sechs und acht Jahren. Bei einer hohen jĂ€hrlichen Kilometerleistung kann die geschĂ€tzte Nutzungsdauer aber auch niedriger sein. Ist der PKW bereits Ă€lter als acht Jahre, so ist der fiktive Restwert gleich null und er gilt als voll abgeschrieben. In diesen FĂ€llen gibt es leider keinen Steuervorteil mehr.

“Ist der Neuwagen hingegen weniger als acht Jahre alt, so kann die Bilanz positiv ausfallen”, betont Gudrun Steinbach. Wichtig ist, dass beim Werbungskostenabzug ein KFZ-Gutachten ĂŒber den Schaden und ein Unfallbericht, der den Unfall zum Zeitpunkt einer Betriebsfahrt bestĂ€tigt, vorliegen. Ebenfalls sollte die Geltendmachung im Unfalljahr erfolgen und nicht im Folgejahr, auch wenn der Unfall zum Beispiel Ende Dezember passiert.

Steuerlicher Abzug bei Gebrauchtwagen

Wurde kein Neuwagen, sondern ein bereits gebrauchtes Fahrzeug oder ein Jahreswagen angeschafft, so wird die geschĂ€tzte Nutzungsdauer individuell festgelegt. Diese hĂ€ngt stark vom Alter des Fahrzeugs sowie seinem Zustand ab und liegt in der Regel zwischen drei und fĂŒnf Jahren. Bei einem Jahreswagen kann sie bis zu sieben Jahren betragen. Anhand des individuellen Abschreibungszeitraums wird nun genauso wie bei Neuwagen der fiktive Restbuchwert berechnet.

Kommt es also vor Ablauf der geschĂ€tzten Nutzungsdauer zu einem Totalschaden des Autos, so bleibt ein Teil des Anschaffungspreises als Restbuchwert ĂŒbrig. Dieser ergibt abzĂŒglich eines Verkaufserlöses bzw. des Schrottwerts den Steuervorteil des Unfallautos. “Bei einem Überschreiten der Werbungskostenpauschale fĂŒhrt das dann meistens zu einer SteuerrĂŒckerstattung”, resĂŒmiert die Steuerexpertin

Quelle: http://www.lohi.de/steuertipps.html

Original-Content von: Lohnsteuerhilfe Bayern e.V., ĂŒbermittelt durch news aktuell

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