Show-down in Down-under

Show down in Down under

Ford Fiesta-Fahrer SĂ©bastien Ogier will seinen sechsten Rallye-WM-Titel einfahren. Der Champion reist gemeinsam mit Beifahrer Julien Ingrassia mit einem Dreipunktevorsprung zum großen Finale der Rallye-Weltmeisterschaft in Australien.

Köln (ots)

  • Champions SĂ©bastien Ogier und Julien Ingrassia reisen mit einem Dreipunktevorsprung zum großen Finale der Rallye-Weltmeisterschaft in Australien
  • Weltmeister M-Sport Ford hat noch Chancen, mit dem Fiesta WRC auf Basis des in Köln produzierten Kleinwagens den Herstellertitel zu verteidigen
  • Elfyn Evans/Daniel Barritt und Teemu Suninen/Mikko Markkula wollen mit ihren Fiesta WRC die WM-Chancen ihres Teams wahren

Die Weichen fĂŒr eines der spannendsten Finale in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft sind gestellt: Mit ihrem Ford Fiesta WRC gehen die amtierenden Champions SĂ©bastien Ogier/Julien Ingrassia als TabellenfĂŒhrer an den Start der Schotter-Rallye Australien. Erst beim vorletzten Saisonlauf in Spanien konnten sich die beiden Franzosen wieder an die Spitze der Fahrer- und Beifahrerwertung setzen. Vor dem großen Show-down in Down-under verteidigen sie einen Vorsprung von lediglich drei Punkten auf ihre Herausforderer Thierry Neuville/Guy Coulsol. Auch das Team M-Sport Ford besitzt rein rechnerisch noch Chancen auf die Verteidigung des Herstellertitels. Mit dem World Rally Car auf Basis des in Köln produzierten Ford Fiesta belegt es in der Tabelle mit 25 Punkten RĂŒckstand aktuell den dritten Rang.

Als WM-FĂŒhrende mĂŒssen Ogier und Copilot Ingrassia auf den acht WertungsprĂŒfungen der ersten Etappe jeweils als Erste auf die rolligen Pisten – ein Umstand, der ihnen speziell bei sommerlich-trockenen Bedingungen zum Nachteil gereichen kann: Die Schotterstrecken rund um das Rallye-Zentrum in Coffs Harbour an der GoldkĂŒste zwischen Brisbane und Sidney sind berĂŒchtigt fĂŒr ihren dicken Staubbelag. Er handicapt die frĂŒhen Starter besonders stark, wĂ€hrend nachfolgende Teilnehmer bereits eine saubere Spur vorfinden. Setzt Regen ein, verwandeln sich die Wege in heimtĂŒckische Rutschbahnen. Mit ihrem Mix aus schnellen, harmonisch geschwungenen Abschnitten entlang des Meeres und engen, sehr technischen Passagen durch den Regenwald im Landesinneren, die oftmals nur im Millimeterabstand an massiven BĂ€umen vorbeifĂŒhren, besitzt die Rallye Australien einen ganz eigenen Charakter. Staubbildung in den WĂ€ldern und Sonnenstrahlen, die wie ein Stroboskop-Licht durch die Baumkronen brechen, können erschwerend hinzukommen.

“Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt einer so knappen und spannenden WM-Entscheidung beim Finallauf entgegen geblickt haben”, betont M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson. “Das ist Rallye-Sport, wie er im Idealfall sein sollte. Ich bin enorm gespannt, wie sich das Geschehen in Australien entwickelt. SĂ©bastien Ogier und Julien Ingrassia gehen als TabellenfĂŒhrer an den Start, auch wenn ihr Vorsprung nur drei Punkte betrĂ€gt. Als fĂŒnffache Weltmeister wissen sie aber, wie Titel gewonnen werden, und nach drei Siegen in Australien kennen sie sich auch mit den dortigen Bedingungen ganz gut aus. Das ganze Team steht geschlossen hinter ihnen. Wir alle wollen, dass unsere gemeinsame Zeit mit dem bestmöglichen Ergebnis endet. Auch im Kampf um die Hersteller-Weltmeisterschaft besitzen wir noch eine mathematische Chance und wer weiß – im Rallye-Sport ist alles möglich. Elfyn Evans und Teemu Suninen sind schon ganz scharf darauf, mit starken Resultaten ihren Beitrag zu leisten, es noch möglich zu machen.”

SĂ©bastien Ogier/Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC, Startnummer 1); WM-Rang: 1. Rallye-Australien-Starts: 7. Bestes Ergebnis: Platz 1 (2013, 2014 und 2015)

Die fĂŒnffachen Weltmeister stehen kurz vor ihrem sechsten Titelgewinn und reisen mit einem Dreipunktevorsprung nach Down-under. Ein SelbstlĂ€ufer wird das Saisonfinale fĂŒr die beiden Franzosen deswegen aber bei weitem nicht: Als Erste auf dem losen australischen Schotter stehen sie vor einer schwierigen Aufgabe. Dennoch sind es nicht Ogier und Ingrassia, die beim Finale angreifen mĂŒssen. Mit einem vierten Sieg bei dem Rallye-Klassiker am anderen Ende der Welt wĂ€ren alle Rechenspiele erledigt – dann kĂ€me es auch nicht mehr darauf an, wie viele WM-Punkte ihre belgischen Konkurrenten auf der abschließenden Power-Stage am Sonntagmittag erringen.

“Im Kampf um den Titel könnte es kaum enger zugehen”, bestĂ€tigt Ogier. “Wir liegen vor dem letzten Lauf in Australien mit drei Punkten vorne – das ist eine gute Ausgangsbasis verglichen mit dem 23-Punkte-RĂŒckstand, dem wir noch zwei Rallyes zuvor gegenĂŒberstanden. Der Druck liegt jetzt auf unseren Kontrahenten, die aufholen mĂŒssen. Klar wissen wir, dass uns als Erste auf der Strecke keine einfache Aufgabe bevorsteht. Aber wir sind bereit fĂŒr die Herausforderung, im Rallye-Sport kann alles passieren. Wir konnten in den vergangenen Jahren in Australien tolle Erfolge feiern, dies möchten wir am kommenden Wochenende fortsetzen. Wir wollen zwei tolle Jahre mit Malcolm Wilson und seinem Team auf die bestmögliche Weise krönen.”

Elfyn Evans/Daniel Barritt (Ford Fiesta WRC, Startnummer 2); WM-Rang: 6. Rallye-Australien-Starts: 3. Bestes Ergebnis: Platz 5 (2017)

Elfyn Evans und Daniel Barritt wollen in Australien dort weitermachen, wo sie bei der Rallye Spanien aufgehört haben: Der Waliser und sein britischer Copilot möchten eine mitunter schwierige Saison mit einem weiteren Podiumsresultat zu einem guten Ende fĂŒhren. Im Kampf um die Verteidigung des Herstellertitels könnten sie das ZĂŒnglein an der Waage spielen.

“Ich habe die Rallye Australien mit ihrer entspannten und freundlichen AtmosphĂ€re schon immer gemocht”, betont Evans. “Von der ersten Sekunde an, wenn du in Coffs Harbour ankommst, fĂŒhlst du dich sehr willkommen. Die Veranstaltung selbst aber ist eine echte Herausforderung und unterscheidet sich stark von allen anderen WM-LĂ€ufen der Saison. Die Sicht spielt oftmals eine besondere Rolle, wenn der Staub in den WĂ€ldern hĂ€ngen bleibt – darum kommt es auf den Aufschrieb besonders an. Wenn die Sonne tiefsteht, erzeugt dies eine Art Stroboskop-Effekt, der ebenfalls die Sicht und das Lesen der Strecke erschwert. Hinzu kommen die Schatten der BĂ€ume. Daher ist maximale Konzentration wĂ€hrend des gesamten Wochenendes ein absolutes Muss. Ich kann mich nicht an eine engere Ausgangssituation vor dem Saisonfinale erinnern, jeder ist extrem gespannt, was passieren wird. Wir geben wieder unser Bestes und wollen nach Spanien erneut ein starkes Ergebnis fĂŒr das Team einfahren.”

Teemu Suninen/Mikko Markkula (Ford Fiesta WRC, Startnummer 3); WM-Rang: 11. Rallye-Australien-Starts: 0

Der 24 Jahre junge Finne geht zum allerersten Mal bei der Rallye Australien an den Start und vertraut neben seinem immensen Talent auch der Erfahrung seines routinierteren Beifahrers Mikko Markkula. Trotz der fehlenden Streckenkenntnis ist Suninen aber stets fĂŒr eine positive Überraschung gut.

“Auf mein Australien-DebĂŒt habe ich mich genauso konzentriert vorbereitet wie fĂŒr andere Rallyes auch – zum Beispiel durch intensives Video-Studium”, betont Suninen. “2016 war ich bereits in Down-under und habe einen Aufschrieb erstellt, damals wurden aber nicht alle WertungsprĂŒfungen gefahren, die in diesem Jahr auf dem Programm stehen. Darum spielt das Abfahren der Strecken fĂŒr uns eine elementare Rolle, wenn wir auf einem Level mit unseren Konkurrenten kĂ€mpfen wollen. Ich hĂ€tte nichts dagegen, wenn wir am Ende einer so spannenden Saison mit einem weiteren Höhepunkt aufwarten könnten.”

Original-Content von: Ford-Werke GmbH,Â ĂŒbermittelt durch news aktuell

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