Schreckmoment oder schwerer Unfall? Die Geschwindigkeit macht den Unterschied / DEKRA …

Schreckmoment oder schwerer Unfall

Assistenzsysteme, Automatisierung, vernetztes Fahren: Wenn es um die Verkehrssicherheit von morgen geht, denken viele an Elektronik.

Stuttgart (ots)

Bei 30 km/h ist der Anhalteweg inklusive Reaktionsweg ca. 13 Meter lang

  • Aus 50 km/h hat der Bremsvorgang nach 13 Metern noch nicht begonnen
  • DEKRA Experten: Zul√§ssige H√∂chstgeschwindigkeit einhalten

Assistenzsysteme, Automatisierung, vernetztes Fahren: Wenn es um die Verkehrssicherheit von morgen geht, denken viele an Elektronik. Deren Potenzial ist auch durchaus nicht zu verachten. Doch zumindest mittelfristig spielt das Verhalten von Menschen im Stra√üenverkehr weiterhin die entscheidende Rolle. Beispiel angepasste Geschwindigkeit: F√ľr zu viele Autofahrer sind 10 km/h √ľber dem Limit nicht der Rede wert, auch 20 km/h zu viel sind oft “noch drin”. Welche verheerenden Folgen eine solche Haltung haben kann, zeigt ein Crashversuch f√ľr den aktuellen DEKRA Verkehrssicherheitsreport.

Mit zwei Fahrten im DEKRA Technology Center am Lausitzring in Klettwitz (Brandenburg) wurde dabei der Unterschied im Anhalteweg zwischen 30 km/h und 50 km/h Ausgangsgeschwindigkeit visualisiert. Der im Fahrzeug installierte Fahr-Roboter fuhr per Differential-GPS-Steuerung jeweils exakt dieselbe Strecke und bekam an derselben Stelle das Kommando, eine Sekunde Reaktionszeit abzuwarten und dann voll zu bremsen. Auf der Fahrstrecke stand ein Kinderwagen, der eine unerwartete Verkehrssituation symbolisierte.

“Die Bilder sind eindr√ľcklich: Aus 30 km/h kommt das Fahrzeug unmittelbar vor dem Kinderwagen zum Stehen, der Anhalteweg betr√§gt etwa 13 Meter”, so DEKRA Unfallforscher Markus Egelhaaf. “Bei der zweiten Fahrt mit 50 km/h wird in der Schrecksekunde ein deutlich l√§ngerer Reaktionsweg zur√ľckgelegt.” Das bedeutet: Der Kinderwagen wird mit unverminderter Geschwindigkeit vom Fahrzeug erfasst und durch die Luft geschleudert, bevor das Fahrzeug √ľberhaupt beginnt zu bremsen. “F√ľr ein im Kinderwagen liegendes Baby w√§ren schwerste oder t√∂dliche Verletzungen zu erwarten”, so der Unfallforscher.

Selbst wenn das in diesem Fall angenommene Tempolimit “nur” um 10 km/h √ľberschritten wird, h√§tte das immer noch schwerwiegende Folgen. “Aus 40 km/h w√ľrde der Kinderwagen in unserem Beispiel noch mit einer Restgeschwindigkeit von rund 35 km/h getroffen – auch das w√§re f√ľr ein Baby fatal.” Der Appell des DEKRA Unfallexperten an die Autofahrer ist deshalb, sich jeweils an die zul√§ssige H√∂chstgeschwindigkeit zu halten. “Damit lie√üen sich viele schwere Unf√§lle vermeiden.”

Mehr Informationen zum beschriebenen DEKRA Crashtest inklusive Bewegtbild unter https://www.dekra-roadsafety.com/de/vermeidung-vieler-unfaelle/.

Der DEKRA Verkehrssicherheitsreport wird seit 2008 j√§hrlich ver√∂ffentlicht. Im Mittelpunkt des Reports stehen diesmal Kinder unter 15 Jahren. Eine gesonderte Beilage f√ľr Kinder unterstreicht, wie wichtig DEKRA gerade auch die Sicherheit der j√ľngsten Verkehrsteilnehmer auf der Stra√üe ist. Der neueste DEKRA Verkehrssicherheitsreport steht unter www.dekra.de/verkehrssicherheitsreport online zur Verf√ľgung.

Original-Content von: DEKRA SE, √ľbermittelt durch news aktuell

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