Kopfhörer im Straßenverkehr: Nicht verboten aber bedenklich

Kopfhörer im Straßenverkehr

Verboten sind sie nicht, Kopfhörer im Straßenverkehr. Sicherheitsexperten melden dennoch Bedenken an.

(TRD/MID) – Verboten sind sie nicht, Kopfhörer im Straßenverkehr. Sicherheitsexperten melden dennoch Bedenken an. Denn wer Kopfhörer trĂ€gt, hat ein höheres Unfallrisiko, weil UmgebungsgerĂ€usche weniger gut wahrgenommen werden, warnt die Gesellschaft fĂŒr Technische Überwachung (GTÜ).

Was genau gilt in Sachen Kopfhörer, wenn man beispielsweise mit dem Fahrrad oder dem Auto unterwegs ist? In der Straßenverkehrsordnung (StVO) heißt es lediglich: „Wer ein Fahrzeug fĂŒhrt, ist dafĂŒr verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, GerĂ€te oder den Zustand des Fahrzeugs beeintrĂ€chtigt werden.“

Das Gehör darf nicht beeintrĂ€chtigt sein: Diese Vorgabe ist eine wichtige Orientierung. Hohe LautstĂ€rken verbieten sich somit. Doch noch besser ist es, gar keine Kopfhörer im Straßenverkehr zu verwenden. Denn sie mindern schon ohne Tonsignal die HörfĂ€higkeit. Das gilt fĂŒr kleine, beidseitig im Ohr getragene Varianten ebenso wie fĂŒr voluminöse, ohrumschließende Modelle. ZusĂ€tzlich ablenken und fĂŒr Unaufmerksamkeit sorgen können natĂŒrlich Musik oder die Inhalte von Sprachwiedergaben, etwa Podcasts.

Neben der Wahrnehmung von UmgebungsgerĂ€uschen ist es unbedingt wichtig, Sondersignale zum Beispiel von Feuerwehr, Polizei, Rettungswagen und anderen Hilfsorganisationen zu hören. Daher eignen sich Kopfhörer mit aktiver UnterdrĂŒckung von UmgebungsgerĂ€uschen erst recht nicht fĂŒr den Mobileinsatz.

Wenn die Soundtechnik auf den Ohren die Wahrnehmung eines Sondersignals oder des Hupens anderer Autofahrer verhindert, ist das eine Ordnungswidrigkeit, und es droht ein Bußgeld. Außerdem haben Autofahrer oder Fahrradfahrer, die nachweislich Kopfhörer tragen und in einen Unfall verwickelt werden, laut Versicherern eine Teilschuld.

Wie man den „toten Winkel“ meistert und UnfĂ€lle vermeidet

Besonders an Kreuzungen kommt es immer wieder zu gefĂ€hrlichen Situationen. Oftmals werden Radfahrer oder FußgĂ€nger im sogenannten toten Winkel ĂŒbersehen. Der Versicherer Debeka hat Tipps fĂŒr mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
Der tote Winkel ist der Bereich um ein Fahrzeug herum, den der Fahrer nicht sieht, ohne sich zu bewegen oder die Spiegel anzupassen. Dies kann zu gefĂ€hrlichen Situationen fĂŒhren, wenn sich andere Fahrzeuge, FußgĂ€nger oder Fahrradfahrer in diesem Bereich befinden. Der Fahrer ĂŒbersieht sie schlichtweg, weil sie fĂŒr ihn komplett unsichtbar sind.

Um das zu vermeiden, sollten Fahrer Außen- und RĂŒckspiegel vor jeder Fahrt kontrollieren und gegebenenfalls neu einstellen. Wichtig: Der Blinker ist kein Freifahrtschein! Vor Abbiegen und Spurwechsel also immer in den RĂŒckspiegel schauen plus Schulterblick. Will man abbiegen, sollte man Fuß- und Radwege im Blick behalten und sich vor dem Aussteigen aus dem Auto vergewissern, dass man die TĂŒr gefahrlos öffnen kann.

Einige Fahrzeuge sind mit Technologien wie Toter-Winkel-Assistent oder Spurwechselassistent ausgestattet. Diese Systeme verwenden Sensoren, um die Umgebung des Fahrzeugs zu ĂŒberwachen und Warnung zu geben. In manchen Autos ist ein solcher Assistent schon verbaut. NachgerĂŒstet werden kann er auch. Und dennoch: Den Schulterblick erspart er nicht.

FußgĂ€nger sollten, wenn sie die Straße ĂŒberqueren, immer vorsichtig sein. Wenn möglich, Blickkontakt zum Fahrer aufbauen. Radfahrer sollten sich nicht auf einen gesetzten Blinker verlassen und einen Blick in den Außenspiegel des Fahrzeugs werfen. Wenn er den Fahrer darin sehen kann, kann der Fahrer auch den Radfahrer sehen.

Die Frage nach der Schuld bei einem Unfall hĂ€ngt von den genauen UmstĂ€nden ab und kann pauschal nicht beantwortet werden. Sie wird normalerweise von den rechtlichen Vorschriften und dem genauen Hergang des Unfalls bestimmt. RĂŒcksichtsvolles und vorausschauendes Fahren ist auf jeden Fall schon mal die halbe Miete.

© Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste KG (glp) trd mobil / Redakteure: Lars Wallerang/ Solveig Grewe

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