Kfz-Gewerbe fordert nationale NachrĂŒst-Verordnung fĂŒr Diesel

Bundestagung 2017: Das ZDK-PrÀsidium mit VDA-PrÀsidenten Matthias Wissmann (zweiter von rechts)

Berlin (ots) – Eine nationale NachrĂŒst-Verordnung fĂŒr Ă€ltere Diesel-Pkw und Kleintransporter hat ZDK-VizeprĂ€sident Wilhelm HĂŒlsdonk gefordert. Vor rund 450 Branchenvertretern auf der ZDK-Bundestagung in Berlin sagte er, dass sich Fahrverbote nur verhindern ließen, wenn es nachhaltig wirksame Perspektiven bei der NachrĂŒstung gĂ€be. Praxistests hĂ€tten gezeigt, dass es möglich sei, einen Stickoxidausstoß von weniger als 80 Milligramm pro Kilometer und damit Euro 6-Niveau zu erreichen. Und viele Hersteller hĂ€tten die Teile dafĂŒr offensichtlich bereits im Regal. Diese Verordnung mĂŒsse eine weitere notwendige Konsequenz aus dem Abgas-Skandal sein, nachdem bereits die Endrohrmessung bei der Abgasuntersuchung (AU) zum 1. Januar 2018 wieder verpflichtend eingefĂŒhrt werde.

ZDK-PrĂ€sident JĂŒrgen Karpinski wies darauf hin, dass der Diesel-Anteil bei Neuwagen im September um 21,3 Prozent zurĂŒckgegangen sei – ein klares Ergebnis der Verunsicherung der Verbraucher durch die Diskussion um drohende Fahrverbote. Auch im Gebrauchtwagen-GeschĂ€ft seien inzwischen Bremsspuren zu sehen. Rund 300 000 Euro 5-Diesel wĂŒrden sich zurzeit bei den HĂ€ndlern die Reifen plattstehen – mit einem Wert von rund 4,5 Milliarden Euro. Durch Leasing-RĂŒcklĂ€ufer drohe dem Handel weiteres Ungemach. So befĂŒrchteten rund 82 Prozent der markengebundenen HĂ€ndler, dass Diesel-RĂŒcklĂ€ufer aus LeasingvertrĂ€gen in den nĂ€chsten zwei Jahren zu einem existenziellen Risiko fĂŒr das eigene Unternehmen werden könnten. Die Hardware-NachrĂŒstung diene der Umwelt und trage zur Stabilisierung der Fahrzeugwerte bei. “Das ist nicht nur fĂŒr die Autobesitzer, sondern ganz besonders auch fĂŒr unsere Betriebe lebenswichtig”, so Karpinski.

Als Gastredner beklagte VDA-PrĂ€sident Matthias Wissmann einen massiven Angriff auf die individuelle MobilitĂ€t in der öffentlichen Debatte, dem sich die gesamte Automobilbranche entgegenstellen mĂŒsse. Auf die Diesel-Diskussion bezogen betonte er das gemeinsame Ziel, Fahrverbote zu vermeiden, und dankte dem Kfz-Gewerbe fĂŒr dessen Einsatz pro individueller MobilitĂ€t in schwierigen Zeiten. In seinen weiteren AusfĂŒhrungen ging der VDA-PrĂ€sident auf den hohen Ressourceneinsatz der Automobilindustrie fĂŒr Forschung und Entwicklung ein: “Die deutsche Automobilindustrie steht fĂŒr 35 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen (F&E) der deutschen Industrie. Weltweit haben die deutschen Hersteller und Zulieferer 2015 rund 39 Milliarden Euro in F&E investiert. Sie stemmen ein Drittel der gesamten weltweiten F&E-Ausgaben der Automobilbranche. Damit sind sie Spitzenreiter noch vor ihren japanischen und amerikanischen Wettbewerbern.

Die F&E-Investitionen richten sich zum einen auf die Möglichkeiten des Verbrenners. Zu den faszinierenden Zukunftsoptionen gehört es, ihn eines Tages mit klimaneutralen Kraftstoffen zu betreiben. E-Fuels werden auf Basis regenerativer Energiequellen, wie Sonne oder Wind, produziert. Sie binden bei ihrer Produktion die CO2-Menge, die bei ihrer Verbrennung freigesetzt wird. Experten gehen davon aus, dass E-Fuels einen wichtigen Beitrag leisten können zu einem langfristig klimaneutralen Verkehr.

Zugleich ist auch der Umstieg auf die ElektromobilitĂ€t in vollem Gange. Sie bildet einen Schwerpunkt unserer F&E-Investitionen. Bis 2020 werden dafĂŒr rund 40 Milliarden Euro aufgewendet und die deutschen Automobilhersteller werden ihr Modellangebot an E-Autos mehr als verdreifachen – von derzeit 30 Modellen auf knapp 100. In Westeuropa sind die deutschen Anbieter mit einem E-Marktanteil von 52 Prozent fĂŒhrend.”

Weitere Themen auf der Bundestagung waren alternative Antriebe, technische FahrzeugĂŒberwachung, internetbasierte Kfz-Zulassung, die zukĂŒnftige Rolle des Autohandels und die Nachwuchsgewinnung. Dazu setzte Autor und Strategieberater Sascha Lobo nachdenkenswerte Akzente unter der Überschrift “Die Generation Z in ihrer hyper neuen Arbeitswelt”.

Original-Content von: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, ĂŒbermittelt durch news aktuell

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