Bundesweite Kinder-Fahrraddemos am 24. und 25. September 2022

Kidical Mass fordert bessere und sichere Mobilit├Ąt f├╝r Kinder.

K├Âln/Hamburg/Berlin (ots) –┬áMehr Sicherheit im Stra├čenverkehr! Damit die Politik diese Forderung endlich umsetzt, ruft das Kidical Mass B├╝ndnis am Wochenende des 24. und 25. Septembers zu bundesweiten Fahrraddemos auf. In Deutschland werden zehntausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf Fahrr├Ądern, Laufr├Ądern und Rollern in mehr als 160 gro├čen St├Ądten und kleinen Orten demonstrieren. Auch im Ausland werden viele Menschen auf die Stra├če gehen.

Dieses Mal ist es eine besondere Demonstration: Politisch Verantwortliche erhalten in zahlreichen Orten die Unterschriften einer Petition von Kindern und Vertreter*innen des Kidical Mass Aktionsb├╝ndnisses. Bereits 81.000 Menschen haben die Petition f├╝r ein kinderfreundliches Stra├čenverkehrsrecht unterschrieben. Viele B├╝rgermeister*innen, Beigeordnete und Mitglieder des Verkehrsausschusses des Bundestages sind f├╝r eine ├ťbergabe dabei. Folgende Verkehrsminister*innen der L├Ąnder haben bereits zugesagt: die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz Maike Schaefer in Bremen, Bettina Jarasch in Berlin, Oliver Krischer f├╝r NRW in K├Âln, Anjes Tjarks in Hamburg sowie ein Vertreter f├╝r Bayern in M├╝nchen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing ist angefragt.

Die Menschen wollen eine bessere und sichere Mobilit├Ąt. In den St├Ądten. Auf dem Land. ├ťberall. Die Kidical Mass-Organisatorin Simone Kraus sagt: “Wir passen unsere Kinder an eine Umwelt mit immer mehr Autos an und stecken sie in Warnwesten, anstatt die Infrastruktur zu verbessern.” Sie erg├Ąnzt: “Dabei hat ein kindgerechtes Verkehrssystem zahlreiche positive Effekte: Es sch├╝tzt nicht nur unsere Kinder, sondern auch die immer gr├Â├čer werdende Gruppe der ├älteren, es hilft Mobilit├Ątseingeschr├Ąnkten, dem Klima und unser aller Gesundheit.” Deshalb fordert das Aktionsb├╝ndnis, dass das Stra├čenverkehrsrecht komplett umgekrempelt wird. Alle sollen sich sicher und selbstst├Ąndig mit dem Fahrrad, dem Roller und zu Fu├č auf den Stra├čen bewegen k├Ânnen.

Verkehrsminister Wissing muss umgehend die Reform des Stra├čenverkehrsrechts auf den Weg bringen, so wie es der Koalitionsvertrag vorsieht. Das neue Verkehrsrecht muss Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts ebenso erm├Âglichen, wie den unkomplizierten Bau von breiten, baulich getrennten Radwegen. Die Sicherheit von Kindern und der Klimaschutz m├╝ssen in dem reformierten Stra├čenverkehrsrecht Vorrang vor dem Autoverkehr bekommen.

St├Ądte und Gemeinden d├╝rfen nicht warten, bis das neue Verkehrsrecht steht, sie m├╝ssen ihren aktuellen Handlungsspielraum voll aussch├Âpfen, fordert das Kidical Mass B├╝ndnis. Bereits die derzeitige Rechtslage bietet viel mehr, als tats├Ąchlich umgesetzt wird. Denn kinder- und fahrradfreundliche Mobilit├Ąt beginnt vor Ort.

Zitate der Organisationen des Kidical Mass B├╝ndnisses:

Rebecca Peters, ADFC-Bundesvorsitzende: “Verkehrsminister Wissing hat es selbst gesagt: Elterntaxis sind keine Option. Nun muss er auch den n├Ąchsten Schritt gehen und das Stra├čenverkehrsgesetz entsprechend reformieren: Die Vision Zero und die Schutzbed├╝rftigkeit von Kindern m├╝ssen das zentrale Anliegen des Verkehrsministers werden. Daf├╝r gehen Gro├č und Klein bei der Kidical Mass auf die Stra├če, denn von einem kindgerechten Stra├čenverkehrsrecht profitieren auch alle anderen Verkehrsteilnehmer.”

Christoph Bautz, Gesch├Ąftsf├╝hrer Campact e.V.: “Die Klimakrise galoppiert, doch Deutschlands Verkehrspolitik gibt immer noch Autos den Vorrang. Wir m├╝ssen dringend auf klimafreundliche Verkehrstr├Ąger umsatteln. Daf├╝r muss Bundesverkehrsminister Wissing den Weg freimachen. Mit tausenden radelnden Kindern und Erwachsenen zeigen wir bei der Kidical Mass, wie Verkehrswende geht.”

Ragnhild S├Şrensen, Changing Cities: “Bekenntnisse zu kinderfreundlichen Stra├čen und sicherer Mobilit├Ąt gibt es zuhauf. In der Realit├Ąt kommt aber nichts an, im Gegenteil: In den 70ern liefen laut einer Forsa-Umfrage ca. 90 Prozent aller Kinder alleine zur Schule, heute fast 50 Jahre sp├Ąter sind es nur 37 Prozent (2017). Uns war das Auto einfach wichtiger als das Wohlergehen unserer Kinder. Das istein Fehler, den wir dringend korrigieren m├╝ssen!”

Barbara Stoll, Direktorin Clean Cities Campaign: “In ganz Europa setzen sich Kinder und Eltern f├╝r eine kinderfreundliche Verkehrsinfrastruktur ein. Die Kidical Mass ist eine der wichtigsten Antriebskr├Ąfte der europ├Ąischen Verkehrsrevolution, die sich gerade vollzieht. Und wir m├╝ssen das Rad nicht neu erfinden; Ma├čnahmen wie Schulstra├čen, mehr und bessere Radwege sowie mehr Platz f├╝r Fu├čverkehr k├Ânnen den Unterschied ausmachen, f├╝r unsere Gesundheit und die Gesundheit der k├╝nftigen Generationen.”

Holger Hofmann, Bundesgesch├Ąftsf├╝hrer des Deutschen Kinderhilfswerkes: “Wir brauchen eine an den Bed├╝rfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Verkehrspolitik und eine echte Mobilit├Ątswende. Kinder, die sich selbstst├Ąndig im Stra├čenverkehr bewegen und beispielsweise mit dem Rad zur Schule kommen, nehmen ihre Umgebung aktiv wahr. Sie lernen, sich gut zu orientieren und auf sich selbst aufzupassen. Das st├Ąrkt ihr Selbstbewusstsein – auch f├╝r andere Lebenssituationen.”

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: “Kinder sollen sich jederzeit frei und sicher bewegen k├Ânnen. Daf├╝r muss die Politik im Stra├čenverkehr die n├Âtigen Voraussetzungen schaffen. Davon profitieren auch alle anderen, die klimafreundlich mit dem Rad oder zu Fu├č unterwegs sind.

Denn die Verkehrswende von morgen, beginnt bei den Kindern von heute.”

J├╝rg Buri, Gesch├Ąftsf├╝hrer Pro Velo Schweiz: “Wer die Mobilit├Ąt verbessern will, muss bei den Kindern ansetzen. Das neue Veloweggesetz, welches in der Schweiz am 1. Januar 2023 in Kraft tritt, schafft die Grundlage f├╝r ein besseres Mobilit├Ątsverhalten bei Kindern und Jugendlichen. Die Velowege f├╝r den Alltag sollen insbesondere ├Âffentliche Einrichtungen wie Schulen, Freizeit- und Sportanlagen erschlie├čen und verbinden. Pro Velo sorgt daf├╝r, dass dieses Gesetz rasch und in allen Landesteilen umgesetzt wird.”

├ťber das Kidical Mass Aktionsb├╝ndnis

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Stra├če. Die Kidical Mass setzt sich f├╝r kinder- und fahrradfreundliche St├Ądte und Gemeinden ein.

Herzst├╝ck des Aktionsb├╝ndnisses sind mehr als 300 lokale Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk – dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark. Unterst├╝tzt wird es von den ├╝berregionalen Partner*innen: ADFC, Campact, Changing Cities, Clean Cities Campaign, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, Pro Velo Schweiz und VCD.

Hashtags: #KidicalMass #UnsGeh├ÂrtDieStra├če #StreetsForKids

Alle Aktionsorte und Infos hier: https://kinderaufsrad.org/

F├╝r weitere Informationen, Interviewanfragen und Bildmaterial:

Kidical Mass Aktionsb├╝ndnis

Original-Content von: Kidical Mass Aktionsb├╝ndnis, ├╝bermittelt durch news aktuell

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