BMW Group investiert 200 Millionen Euro in Kompetenzzentrum Batteriezelle

MĂŒnchen. Die BMW Group setzt ihre ElektromobilitĂ€tsstrategie konsequent um. KĂŒnftig bĂŒndelt das Unternehmen in einem neuen Kompetenzzentrum seine Technologie-kompetenz rund um die Batteriezelle. Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Forschung und Entwicklung, und Oliver Zipse, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Produktion, legten heute zusammen mit der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner den symbolischen Grundstein fĂŒr das BMW Group Kompetenzzentrum Batteriezelle in MĂŒnchen. Ziel dieses interdisziplinĂ€ren Kompetenzzentrums ist es, die Technologie der Batteriezelle voranzutreiben und die Produktionsprozesse technologisch zu durchdringen. Das Unternehmen investiert in den Standort in den nĂ€chsten vier Jahren 200 Millionen Euro und beschĂ€ftigt dort 200 Mitarbeiter. Anfang 2019 wird das Zentrum eröffnet.

Klaus Fröhlich sagte anlĂ€sslich der Grundsteinlegung: „Im neuen High-Tech Kompetenzzentrum bĂŒndeln wir unser Inhouse-Fachwissen zur kompletten Wertschöpfungskette der Batteriezelltechnologie. In den neuen Entwicklungslaboren und Anlagen fokussieren wir nun internationale Experten auf die Batteriezelle und deren Weiterentwicklung bei Chemie und Design. Im Fokus stehen dabei eine weitere Verbesserung bei Performance, Lebensdauer, Sicherheit, dem Laden und nicht zuletzt den Kosten der Batterien. Damit sind wir Benchmark im gesamten Wettbewerb.“

Oliver Zipse ergĂ€nzte: „Die Produktion von Batteriezell-Prototypen ermöglicht es uns, die Wertschöpfungsprozesse der Zelle vollstĂ€ndig zu analysieren und zu verstehen. Diese Build-to-Print Kompetenz hilft uns dabei, potentielle Lieferanten bei der Zellproduktion entsprechend unserer Vorgaben zu befĂ€higen. Dieser Erkenntnisgewinn ist fĂŒr uns entscheidend, unabhĂ€ngig davon, ob wir die Batteriezelle selbst produzieren oder nicht.“

Ilse Aigner sagte: „Mit dem Kompetenzzentrum fĂŒr Batteriezelltechnologie investiert BMW ein weiteres Mal krĂ€ftig in Bayern. Das ist ein klares Bekenntnis zum Freistaat als Industrie- und Hochtechnologiestandort. Batteriezellen sind eine SchlĂŒsseltechnologie auf dem Weg hin zur emissionsfreien MobilitĂ€t. Bayern ist ein Vorreiter der ElektromobilitĂ€t und diese Spitzenposition wollen wir weiter ausbauen. Das sichert langfristig Wachstum, Wohlstand und BeschĂ€ftigung.“

Mit ihrer Strategie NUMBER ONE > NEXT hat die BMW Group den klaren technologischen Fokus auf die Themen ElektromobilitĂ€t, Digitalisierung und autonomes Fahren gelegt. Dabei stĂ€rkt das Unternehmen auf Basis seiner nachhaltigen ProfitabilitĂ€t den Standort Deutschland als Innovationstreiber fĂŒr die MobilitĂ€t und Technologien der Zukunft. Die BMW Group als der fĂŒhrende Anbieter von PremiummobilitĂ€t stellt dazu die WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse seiner Kunden in den Mittelpunkt und treibt die ACES-Themenfelder (Autonomous, Connected, Electrified und Services) maßgeblich voran.

Kernkompetenz Batteriezelle bietet wichtigen Wettbewerbsvorteil

Die Batteriezelle ist das HerzstĂŒck einer Batterie. Sie bestimmt Leistung, Energieinhalt, LadefĂ€higkeit und Lebensdauer einer Batterie und hat damit maßgeblich Einfluss auf die Performance eines elektrifizierten Fahrzeugs.

In den Laboren, Forschungs- und Prototypeneinrichtungen des zukĂŒnftigen Kompetenzzentrums analysieren die Fachbereiche das Zelldesign und die Zelltechnologie. DarĂŒber hinaus bauen sie Prototypen kĂŒnftiger Batteriezellen auf. Der Fokus liegt dabei auf der Zusammensetzung der Zellchemie, der Verwendung verschiedener Materialien, dem Verhalten der Zelle in kritischen oder extrem kalten Situationen, dem Lade- und Schnellladeverhalten und der Bewertung von ZellgrĂ¶ĂŸen und Zellformen. Diese Inhouse-Technologiekompetenz ist wesentlich fĂŒr die Weiterentwicklung der Batterie zu einer höheren LeistungsfĂ€higkeit.

Gleichzeitig erwirbt das Unternehmen eine sogenannte Build-to-Print-Kompetenz und kann als Auftraggeber die Batteriezelle nach exakten Produktvorgaben und Spezifikationen fertigen lassen. Diese Kernkompetenz verschafft einen klaren Wettbewerbsvorteil, da sie mit der Materialauswahl, dem Zelldesign, der Integration in die Batteriesysteme, der Produzierbarkeit und den Produktionstechnologien die ganze Wertschöpfungskette beinhaltet. Sie ermöglicht zudem die Erarbeitung von Kostenvorteilen und Skaleneffekten.

Die BMW Group forscht bereits seit vielen Jahren an der Batteriezelle und hat sich insbesondere durch die Entwicklung der BMW i-Modelle eine hohe Beurteilungskompetenz aufgebaut. Im neuen Kompetenzzentrum Batteriezelle wird das Unternehmen das Know-how aus unterschiedlichen Fachbereichen und Standorten bĂŒndeln, weiter intensivieren und so dessen Wirksamkeit beschleunigen. Die Forschungsergebnisse fließen direkt in die jeweils neue Generation von Batterien ein.

FĂŒnfte Generation BMW Group E-Antrieb ab 2021: Elektromotor, Getriebe und Leistungselektronik bilden eine neue Komponente

Derzeit entwickelt die BMW Group fĂŒr 2021 die bereits fĂŒnfte Generation ihres E-Antriebs, in der das Zusammenspiel aus E-Motor, Getriebe, Leistungselektronik und dazugehöriger Batterie weiter optimiert ist.

Ein entscheidender Vorteil dieses zukĂŒnftigen E-Antriebs ist, dass E-Motor, Getriebe und Leistungselektronik in einer neuen, eigenen E-Antriebskomponente zusammengefasst sind. Diese hochintegrierte E-Antriebskomponente benötigt mit ihrer kompakten Bauweise deutlich weniger Platz als die drei einzelnen Komponenten der VorgĂ€ngergenerationen. Zudem ist sie dank ihres modularen Aufbaus skalierbar und kann an unterschiedliche BaurĂ€ume und Leistungsstufen angepasst werden. Dadurch erhöht sich die FlexibilitĂ€t fĂŒr den Einbau der neuen E-Antriebskomponente in verschiedene Fahrzeugderivate. Durch die Integration von E-Motor, Getriebe und Leistungselektronik in eine Komponente werden zudem Bauteile und in der Folge auch Kosten eingespart.

Ein weiteres Highlight ist, dass der E-Motor ohne seltene Erden auskommt. Damit macht sich die BMW Group unabhĂ€ngig von deren VerfĂŒgbarkeit.

Die fĂŒnfte Generation des E-Antriebs umfasst zudem neue, leistungsfĂ€higere Batterien. Diese können dank ihrer skalierbaren, modularen Baukastenauslegung flexibel in der jeweiligen Fahrzeugarchitektur und den jeweiligen Produktionsstandorten zum Einsatz kommen.

Vor allem dank der Weiterentwicklung der Batterie steigert sich mit dem neuen E-Antrieb die Reichweite von rein batterieelektrischen Fahrzeugen auf bis zu 700 km. Bei Plug-in-Hybrid-Modellen sind bis zu 100 Kilometer möglich. Damit baut die BMW Group ihre InnovationsfĂŒhrerschaft weiter aus.

Bereits heute hat die BMW Group eine hohe Kernkompetenz und Wertschöpfung bei E-Antrieben. E-Motor und Batterie werden im Haus entwickelt und produziert. Durch die Inhouse-Produktion hat die BMW Group einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, indem sie sich Know-how bei neuen Technologien sichert, wichtige Systemkompetenz hinzu gewinnt und Kostenvorteile nutzen kann.

Die flexibel einsetzbare, neue E-Antriebskomponente und die weiterentwickelte, modulare Batterie stellen die uneingeschrĂ€nkte HandlungsfĂ€higkeit der BMW Group auch in Zukunft sicher. Dank dieser skalierbaren E-BaukĂ€sten werden alle Modellreihen ab 2020 – bei entsprechender Nachfrage – mit jeder Antriebsart ausgestattet werden können. Die fĂŒnfte Generation der E-Antriebe erreicht hohe Fahrleistungen und große Reichweiten bei deutlich reduziertem Gewicht. Sie wird in die beiden flexiblen, weiterentwickelten Fahrzeugarchitekturen integriert, die dann jeweils fĂŒr alle Antriebsformen geeignet sein werden. Damit kann das Unternehmen den fĂŒr 2025 prognostizierten Bedarf an mehreren 100.000 Einheiten elektrifizierter Fahrzeuge abdecken.

Internationales Produktionsnetzwerk

Die BMW Group verfĂŒgt ĂŒber ein hoch flexibles Produktionsnetzwerk, das schnell auf die Nachfrage nach elektrifizierten Modellen reagieren kann. Alle elektrifizierten Fahrzeuge werden in das bestehende Produktionssystem integriert.

Bereits heute produziert das Unternehmen an zehn Standorten weltweit elektrifizierte Fahrzeuge. Die dafĂŒr benötigten Batterien kommen aus den drei Batteriefabriken in Dingolfing, Spartanburg/USA und Shenyang/China. Dabei ĂŒbernimmt das BMW Group Werk Dingolfing als Kompetenzzentrum fĂŒr E-Antriebssysteme innerhalb des Netzwerks eine fĂŒhrende Rolle.

BMW Group fĂŒhrender Hersteller von elektrifizierten Fahrzeugen weltweit

Seit Beginn dieses Jahres bis Ende Oktober hat die BMW Group weltweit insgesamt 78.096 BMW i, BMW iPerformance und elektrifizierte MINI Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert – eine Zunahme um 63,7%. Mit aktuell neun elektrifizierten Automobilen gehört die BMW Group zu den fĂŒhrenden Anbietern weltweit. Bis Jahresende will das Unternehmen weltweit 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge absetzen.

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