Augen auf beim E-Scooter-Kauf

Nach der Freigabe durch den Gesetzgeber d├╝rfen sich die kleinen Flitzer bald auch in Deutschland im ├Âffentlichen Verkehrsraum bewegen.

Stuttgart (ots)

Auf Stra├čenzulassung und Versicherung achten

  • Schutzhelm wird dringend empfohlen
  • DEKRA warnt vor Billigprodukten und r├Ąt zu gegenseitiger R├╝cksicht

Bahn frei f├╝r die E-Scooter, die vielen als ideales Verkehrsmittel f├╝r die “letzte Meile” gelten: Nach der Freigabe durch den Gesetzgeber d├╝rfen sich die kleinen Flitzer bald auch in Deutschland im ├Âffentlichen Verkehrsraum bewegen. Bei der Anschaffung m├╝ssen Verbraucher allerdings einige Aspekte beachten, wie etwa Zulassung, Versicherungsschutz, Fahrerlaubnis, Helm und Produktqualit├Ąt. Hier warten einige T├╝cken, warnen die Sachverst├Ąndigen von DEKRA.

“Erste Praxistests im DEKRA Technology Center haben gezeigt, dass der Verbraucher beim Kauf eines E-Scooters neben Zulassung und Versicherung auf Qualit├Ąt achten muss, wenn er an seinem Fahrzeug Freude haben m├Âchte. Bei Billigprodukten sind Zweifel angebracht”, sagt Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands DEKRA SE. “Auch in punkto Fahrsicherheit betreten wir Neuland. Vor allem die kleinen R├Ąder, das Bremsverhalten und das Zusammentreffen unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf engem Verkehrsraum bergen Risiken.”

Verwirrende Vielfalt – Stra├čenzulassung und Versicherungspflicht

“F├╝r den Verbraucher etwas verwirrend ist die gro├če Vielfalt der E-Scooter am Markt”, erkl├Ąrt Mario Zweig, Sachverst├Ąndiger am DEKRA Technology Center in Klettwitz. “Das Spektrum reicht vom Billig-Scooter ohne Stra├čenzulassung ├╝ber die maximal 20 km/h schnellen Roller bis hin zu den E-Scootern, die bis zu 25 km/h fahren d├╝rfen und den Mofas gleichgestellt sind – und f├╝r jede dieser Varianten gelten unterschiedliche Regelungen.”

Damit ein E-Scooter am Stra├čenverkehr teilnehmen darf, braucht er in jedem Fall eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), eine Einzelbetriebserlaubnis (EBE) oder – f├╝r die den Mofas gleichgestellten Modelle – eine EG-Typgenehmigung. Dies ist an einem Label am E-Scooter zu erkennen. Ohne eine dieser Genehmigungen darf das Fahrzeug nur auf privatem Gel├Ąnde fahren: Auf ├Âffentlichen Wegen fehlt der Versicherungsschutz, auch eine private Haftpflichtversicherung greift nicht.

Im ├ťbrigen ist f├╝r alle E-Scooter, die sich im Stra├čenverkehr bewegen, eine Versicherung vorgeschrieben. F├╝r E-Roller bis 20 km/h soll es eine kleine aufzuklebende Versicherungsplakette geben. E-Scooter bis maximal 25 km/h brauchen ein Mofa-Versicherungskennzeichen.

Ab 14 Jahren geht’s los

Um einen E-Scooter bis maximal 20 km/h zu fahren, muss man mindestens 14 Jahre alt sein. Ein F├╝hrerschein ist nicht erforderlich. Die Fahrer von 25 km/h schnellen E-Scootern wiederum sind den Mofa-Fahrern gleichgestellt. Sie m├╝ssen mindestens 15 Jahre alt sein und brauchen eine Mofa-Pr├╝fbescheinigung.

Die Fahrer der kleineren Elektro-Roller m├╝ssen wie Fahrradfahrer den Radweg benutzen und d├╝rfen nicht auf den Gehweg. Die E-Scooter bis 25 km/h m├╝ssen wie Mofas die Fahrbahn benutzen.

Schutzhelm dringend empfohlen

Wer einen E-Scooter bis h├Âchstens 20 km/h f├Ąhrt, muss keinen Helm tragen. Erst ab den 25-km/h-Scootern gilt die Helmpflicht. DEKRA r├Ąt aber auch den Fahrern der kleineren E-Roller dringend zum Helm. “Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass es bei etwa jedem zweiten Unfall mit Personenschaden zu Kopfverletzungen kam”, sagt Markus Egelhaaf, Unfallforscher von DEKRA. “Weiter ist zu erwarten, dass es mit der Einf├╝hrung der neuen Fahrzeuggruppe zu zahlreichen Unf├Ąllen kommen wird, bis sich alle Verkehrsteilnehmer an die neuen Fahrzeuge gew├Âhnt haben.”

Vorsicht auf nasser Fahrbahn

Der Forscher empfiehlt auch, sich bei Neuanschaffung nicht sofort ins Verkehrsget├╝mmel zu st├╝rzen, sondern sich vorher mit den Fahreigenschaften des Rollers gut vertraut zu machen. “Vor allem die Kombination aus Mini-R├Ądern und hohem Lenker ist brisant. Bremst der Fahrer bei flotter Fahrt zu stark mit der Vorderradbremse ab oder verlagert er sein Gewicht beim Bremsen nicht genug nach hinten, droht ein Sturz ├╝ber die Lenkstange.” Au├čerdem sei wegen der kleinen R├Ąder auf nasser, verschmutzter und unebener Fahrbahn mit erh├Âhter Sturzgefahr zu rechnen.

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