Abgasskandal: Verwaltungsgericht DĂŒsseldorf wendet Stilllegungen ab – Trotzdem massive Wertverluste

Auto, Diesel

Bremen/Stuttgart (ots) – Das Verwaltungsgericht DĂŒsseldorf hat mit Urteil vom 24.01.2016 – 6 K 12341/17 – den von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geltend gemachten Anspruch auf Stilllegung von Fahrzeugen, die mit vom Abgasskandal betroffenen Motoren angetrieben werden zurĂŒckgewiesen. Die DUH hat bereits angekĂŒndigt, Rechtmittel gegen das Urteil einzulegen. GrĂ¶ĂŸeres Ungemach droht Autofahrern im Februar: Das Bundesverwaltungsgericht wird dann letztinstanzlich ĂŒber ein Fahrverbot entscheiden. Anders als bei dem nun zunĂ€chst gescheiterten Versuch der sofortigen Stilllegung von bestimmten Dieselfahrzeugen hatten mehrere Verwaltungsgerichte, unter anderem das Verwaltungsgericht DĂŒsseldorf, der Fahrverbots-Klage der DUH in vollem Umfang stattgegeben. WĂ€hrend Stilllegungen und Fahrverbote noch nicht RealitĂ€t geworden sind, haben allein die bestĂ€ndigen Nachrichten ĂŒber drohende Stilllegungen und Fahrverbote ganz reale Konsequenzen: Massive Wertverluste der betroffenen Diesel-Fahrzeuge.

UnzÀhlige Dieselbesitzer, die sich wegen des Abgasskandals an HAHN RechtsanwÀlte wenden, berichten davon, wie schwer es ist, ihr Diesel-Fahrzeug zu verkaufen und einen angemessenen Preis zu erzielen. Wer will schon ein Auto kaufen, das womöglich in bestimmten StÀdten bald gar nicht mehr fahren darf? Gerade Besitzer von teuren Premium-Fahrzeugen der Marken Audi, Porsche und VW sind besonders betroffen und verunsichert. Kunden, die versuchen, Fahrzeuge in Zahlung zu geben, berichten von erschreckend niedrigen Preisen, die ihnen genannt werden und die durch den normalen Wertverlust der Fahrzeuge nicht erklÀrbar sind.

Dies zeigt: Auch in Deutschland kostet der Dieselskandal Milliardensummen. Nur zahlt die Zeche anders als in den USA nicht die fĂŒr den Abgasskandal verantwortliche Autoindustrie, sondern der Kunde. “Das ist der große Skandal im Skandal, dass diejenigen, die beim Autokauf getĂ€uscht worden sind, auch noch den Schaden tragen. Politik und Verwaltung schĂŒtzen die Autoindustrie und lassen die Verbraucher im Regen stehen” sagt der Fachanwalt Murken-Flato von HAHN RechtsanwĂ€lte.

Vor den deutschen Zivilgerichten haben die Hersteller allerdings kein leichtes Spiel: Mehrere Landgerichte haben Volkswagen bereits wegen vorsĂ€tzlicher sittenwidriger SchĂ€digung zum Schadenersatz verurteilt. “Auch in Deutschland ist es möglich, Kompensation fĂŒr erlittene SchĂ€den beim Dieselskandal zu erhalten”, berichtet Anwalt Murken-Flato aus eigener Erfahrung. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, wie der Verbraucher Schadenersatz erlangen kann. Neben der deliktischen Haftung der Hersteller kommt auch die ganz normale SachmĂ€ngelgewĂ€hrleistung in Betracht. “Ob ein Fahrzeug mit einem kaputten Getriebe oder mit einer illegalen Abschaltvorrichtung verkauft wird, lĂ€uft juristisch auf dasselbe hinaus nĂ€mlich einen sogenannten Sachmangel des Kaufgegenstands” erklĂ€rt Murken-Flato. Beim finanzierten Fahrzeugkauf gibt es sogar erweiterte Möglichkeiten. Viele Hersteller-Banken, wie z.B. die VW-Bank, haben bei den Formalien dieser DarlehensvertrĂ€ge Fehler gemacht. Dies bietet in vielen FĂ€llen einen Hebel, um den Kauf durch den Widerruf des Autokredits rĂŒckabzuwickeln. Eines haben alle Möglichkeiten aber gemeinsam: Anders als in den USA mĂŒssen die Betroffenen selbst aktiv werden, Politik und Verwaltung kommen ihnen nicht zur Hilfe.

Zum Kanzleiprofil:

Bei HAHN RechtsanwĂ€lte PartG mbB handelt es sich um eine der bundesweit fĂŒhrenden Kanzleien im Bank- und Kapitalmarktrecht, Versicherungs- und Verbraucherrecht. Der KanzleigrĂŒnder, Rechtsanwalt Peter Hahn, M.C.L., ist seit 30 Jahren, Partnerin, RechtsanwĂ€ltin Dr. Petra Brockmann und assoziierter Partner Rechtsanwalt Lars Murken-Flato, sind seit mehr als 10 Jahren im Bank-und Kapitalmarktrecht tĂ€tig. Alle Partner sind FachanwĂ€lte fĂŒr Bank- und Kapitalmarktrecht. Hahn RechtsanwĂ€lte vertritt ausschließlich Kapitalanleger. FĂŒr die Kanzlei sind zurzeit fĂŒnfzehn AnwĂ€lte tĂ€tig, davon sind sechs FachanwĂ€lte fĂŒr Bank- und Kapitalmarktrecht. HAHN RechtsanwĂ€lte verfĂŒgt ĂŒber Standorte in Bremen, Hamburg und Stuttgart. http://www.hahn-rechtsanwaelte.de

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