Wenn die Autobatterie streikt: So geben Sie richtig Starthilfe

Stuttgart (ots) – Besonders in der kalten Jahreszeit kann es manchen Autofahrer erwischen: Der Motor springt nicht mehr an. Meist ist eine zu schwache oder entladene Batterie die Ursache. Mit Hilfe eines Starthilfekabels lĂ€sst sich der Akku wiederbeleben. Die GTÜ Gesellschaft fĂŒr Technische Überwachung und der ACE Autoclub Europa zeigen, wie es richtig geht.

Mit einem Starthilfekabel und einem zweiten Fahrzeug ist alles halb so dramatisch. Wir zeigen Schritt fĂŒr Schritt, wie auch Laien ihr Auto schnell wieder flottbekommen. Dabei ist aber unbedingt auf den richtigen Ablauf zu achten. Fehler können zu SchĂ€den an der empfindlichen Elektronik oder zu Stromschlag fĂŒhren. Sollte kein Starthilfekabel oder zweites Fahrzeug zur VerfĂŒgung stehen, hilft selbstverstĂ€ndlich auch der ACE weiter.

FĂŒr eine erfolgreiche Starthilfe braucht es ein “Spenderfahrzeug” und ein Starthilfekabel mit ausreichendem Kabelquerschnitt, damit genĂŒgend Strom fließt. Zudem sollte die Batteriespannung beider Fahrzeuge gleich sein. Bei Pkw und Transportern sind das in der Regel 12 Volt. Am besten, die Autos stehen sich Motorhaube an Motorhaube gegenĂŒber, sie dĂŒrfen sich aber nicht berĂŒhren. LĂ€ngere Kabel erleichtern das Rangieren. Die ZĂŒndungen beider Fahrzeuge sind ausgeschaltet. Sollte die Batterie im Kofferraum eingebaut sein, bieten so gut wie alle Fahrzeuge dennoch Polanschlusspunkte im Motorraum. Die Polzange des roten Pluskabels wird erst mit dem Pluspol des Autos mit Startschwierigkeiten, also dem “EmpfĂ€ngerfahrzeug” verbunden, danach mit dem Pluspol des Spenderfahrzeugs.

Sitzt das Pluskabel an beiden Pluspolen, folgt der Anschluss der Zange des schwarzen Minuskabels (auch Massekabel genannt) an den Minuspol des Spenderfahrzeugs. Das andere Ende des Minuskabels ist anschließend an einen speziell dafĂŒr vorgesehenen Kontakt oder an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock des EmpfĂ€ngerfahrzeugs zu klemmen. Einen direkten Anschluss am Minuspol der Batterie gilt es wegen eventuell austretendem Knallgas und der damit verbundenen Explosionsgefahr zu vermeiden. Weiter mĂŒssen beide Kabel so verlegt sein, dass sie nicht in Kontakt mit sich bewegenden Motorkomponenten (LĂŒfterrad oder Keilriementrieb) kommen können.

Sitzen beide Kabel fest an ihren Kontaktpunkten, ist der Motor des Spenderfahrzeugs zu starten. Bei einer tiefentladenen Batterie des EmpfĂ€ngerfahrzeugs (wenn bei zuvor eingeschalteter ZĂŒndung selbst die Armaturenlampen nicht mehr leuchten), sollte dieser mindestens zehn Minuten vor dem ersten Startversuch laufen. WĂ€hrend dieser Zeit kann die Batterie des EmpfĂ€ngerfahrzeugs genĂŒgend Strom ziehen. Danach folgt ein erster Startversuch des Pannenfahrzeugs. Springt der Motor nach drei bis vier Sekunden nicht an, kann man den Vorgang abbrechen und nach einer kurzen Pause wiederholen.

War der Startversuch erfolgreich, empfiehlt es sich, Verbraucher mit hohem Strombedarf, etwa Heckscheibenheizung und GeblĂ€se, einzuschalten. Damit lassen sich Spannungsspitzen beim Entfernen des Starthilfekabels vermeiden, die zu ElektronikschĂ€den fĂŒhren können. Das Abklemmen der Kabel geschieht in umgekehrter Reihenfolge: ZunĂ€chst ist das schwarze Minuskabel am Massepunkt des EmpfĂ€ngerfahrzeugs zu lösen, danach am Minuskontakt des Spenders. Dann kann man das rote Pluskabel erst vom Kontakt des EmpfĂ€nger- und dann vom Pol des Spenderfahrzeugs abklemmen. Danach werden Heckscheibenheizung und GeblĂ€se des EmpfĂ€ngers abgeschaltet.

Um sicher zu gehen, dass die Lichtmaschine des EmpfÀngers die leere Batterie wieder ausreichend lÀdt, muss der Motor weiterlaufen, das Auto ist dabei etwa 30 Minuten zu bewegen.

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