Verkehrssicherheit: Bitte mit Abstand

Köln (ots) – Auf deutschen Straßen herrscht ein heikles Miteinander: Radler werden oft viel zu eng von Autofahrern ĂŒberholt. Dies fĂŒhrt immer wieder zu brenzligen Situationen und schweren UnfĂ€llen. Aber: Wie viel Abstand muss eigentlich sein? Dies erklĂ€rt die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) in der neuen Ausgabe ihrer Versichertenzeitung “impuls”.

Dabei wirft sie zunĂ€chst einen Blick ins Gesetzbuch: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt vor, dass beim Überholen ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu FußgĂ€ngern und Radfahrern, eingehalten werden muss. Wie groß dieses “ausreichend” im Detail auszusehen hat – darĂŒber schweigt die StVO sich aus.

Nicht jedoch die Gerichte, die immer wieder Ă€hnlich urteilten: Autofahrer sollen beim Überholen mindestens 1,5 Meter Abstand halten, ab einer Geschwindigkeit von 90 km/h sogar zwei Meter (OLG Hamm, Az. 9 U 66/92). In besonderen Situationen, wie an Steigungen, wo Radfahrer eher ins Schlingern geraten, oder bei Radlern mit Kind “an Bord”, sind zwei Meter Abstand erforderlich (OLG Frankfurt/Main, Az. 2 Ss 478/80 und OLG Karlsruhe, 10 U 102/88).

Zudem dĂŒrfe nicht immer von Idealbedingungen ausgegangen werden, gerade jetzt im Herbst, warnt die BG ETEM. Dunkelheit, nasse Straßen oder rutschiges Laub ließen 1,5 bis zwei Meter Abstand mehr als sinnvoll erscheinen. Gleichsam erinnert die Berufsgenossenschaft daran, dass ein Kfz einem Radfahrer hinterherfahren muss, wenn dieser mittig auf der Fahrspur unterwegs ist und ein Überholen ohne Mindestabstand nicht möglich ist – etwa wegen Gegenverkehrs oder einer durchgezogenen Mittellinie. Andersherum sind Radler ihrerseits dazu verpflichtet, ein Überholen an “geeigneter Stelle” wie beispielsweise Bushaltestellen oder Seitenstreifen zu ermöglichen (StVO §5 Absatz 6).

Die Ausgaben von “impuls” können ĂŒber die Website www.bgetem.de als PDF-Datei heruntergeladen werden. Die Zeitung informiert sechsmal im Jahr alle Versicherten ĂŒber Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Hintergrund BG ETEM

Die BG ETEM ist die gesetzliche Unfallversicherung fĂŒr rund 3,8 Millionen BeschĂ€ftigte in gut 200.000 Mitgliedsbetrieben. Sie kĂŒmmert sich um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Mitgliedsbetrieben sowie um Rehabilitation und EntschĂ€digung von ArbeitsunfĂ€llen und Berufskrankheiten. FĂŒr ihre Mitgliedsunternehmen ĂŒbernimmt die BG ETEM die Haftung fĂŒr die gesundheitlichen Folgen von ArbeitsunfĂ€llen und Berufskrankheiten gegenĂŒber den BeschĂ€ftigten und stellt diese auch untereinander von der Haftung frei.

Original-Content von: BG ETEM – Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, ĂŒbermittelt durch news aktuell

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