Unfall im Ausland: Was ist zu tun?

Vorsicht beim AusfĂŒllen des europĂ€ischen Unfallberichts: Er hat unterschiedliche Beweiskraft in unterschiedlichen LĂ€ndern

Unfall im Ausland: Was ist zu tun?

Warnweste und EuropÀischer Unfallbericht gehören in jedes Handschuhfach. Foto: HUK-COBURG

Der Tritt auf die Bremse kommt zu spĂ€t: Ein lautes Krachen, ein heftiger Ruck, schon ist der Unfall passiert und die Urlaubslaune verflogen. Wen dieses Schicksal – noch dazu im Ausland – ereilt, sollte wissen: Wie verhĂ€lt man sich am Unfallort?

Die HUK-COBURG Versicherungsgruppe rĂ€t vor dem Aussteigen auf jeden Fall eine Warnweste anzuziehen. In vielen europĂ€ischen LĂ€ndern (Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Montenegro, Norwegen, Österreich, Portugal, RumĂ€nien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn) ist das Tragen mittlerweile Pflicht, und wer ohne erwischt wird, muss zahlen: Wie hoch das Bußgeld ausfĂ€llt, ist unterschiedlich: Die Spanne reicht von 14 Euro bis zu knapp 2.200 Euro. In vielen LĂ€ndern mĂŒssen nicht nur Auto- sondern auch Motorradfahrer mit einer Leuchtweste ausgestattet sein. Ebenso variabel gehen die Staaten mit der Frage um, ob Warnwesten nur fĂŒr den Fahrer oder fĂŒr alle Fahrzeuginsassen vorhanden sein mĂŒssen. Mit einer Warnweste fĂŒr jeden ist man immer auf der sicheren Seite.
Genauso wichtig wie die Warnweste ist das Absichern der Unfallstelle mit einem Warndreieck. Liegen die Unfallstellen in einer Kurve oder vor einer Kuppe, muss das Dreieck immer davor aufgestellt werden.

Zudem gibt es Staaten, wie zum Beispiel Polen oder RumĂ€nien, bei denen es Vorschrift ist, einen Unfall der Polizei zu melden. Um nichts falsch zu machen, ist ein Anruf bei der Polizei also immer richtig, selbst wenn sie – wie mancherorts ĂŒblich – nur große Sach- oder PersonenschĂ€den aufnimmt.

Mit oder ohne Polizei, der Unfall muss auf jeden Fall protokolliert werden. Nur wer seine AnsprĂŒche belegen kann, hat spĂ€ter Anspruch auf EntschĂ€digung. Deshalb gehört der europĂ€ische Unfallbericht – den man bei seiner Kfz-Versicherung bekommt – auf jeden Fall ins Handschuhfach. Wer die Fragen nach Personalien, Versicherung und Unfallhergang sorgfĂ€ltig beantwortet, hat eine solide Basis fĂŒr die Schadenregulierung gelegt. Namen und Adressen von eventuellen Zeugen sollten ebenso notiert, wie Fotos von der Unfallstelle gemacht werden.

Den EuropĂ€ischen Unfallbericht gibt es fĂŒr manche LĂ€nder zweisprachig. Hat der Unfallgegner gleichfalls einen dabei, kann man sich darauf verlassen, dass die Fragen identisch sind. Wer unterschreibt, sollte berĂŒcksichtigen, dass dem Bericht in Frankreich und den Benelux-Staaten eine ungleich gewichtigere Rolle bei der Schadenregulierung zukommt: Der Unterschreibende erkennt den Inhalt unwiderruflich an. Anmerkungen oder WidersprĂŒche mĂŒssen unbedingt unter Punkt 14 festgehalten werden. Bei WidersprĂŒchen oder Sprachschwierigkeiten fĂŒllt am besten jeder seinen eigenen Bericht aus und unterzeichnet ihn. Anschließend tauscht man die Kopien gegenseitig aus.

Doch nicht allein in diesem Punkt unterscheidet sich die Schadenregulierung der einzelnen LĂ€nder. Sobald es im Ausland kracht, gilt in der Regel nationales Recht: Zum Beispiel stehen GeschĂ€digten Wertminderung, Anwalts-, Gerichts- oder auch Mietwagenkosten nicht in allen europĂ€ischen Staaten zu. Wer vorbeugen will, kann in Verbindung mit seiner Kfz-Haftpflichtversicherung eine Ausland-Schadenschutzversicherung abschließen. Der eigene Versicherer garantiert dann, Personen- und SachschĂ€den so zu regulieren, als hĂ€tte sich der Unfall in Deutschland ereignet. Statt der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert in diesem Fall der eigene Versicherer den durch einen Dritten verursachten Schaden.

Erst zu Hause reparieren lassen
Auch wenn ein Unfall die Urlaubsfreude trĂŒbt, ist es angenehm, dass man bei UnfĂ€llen im europĂ€ischen Ausland SchadenersatzansprĂŒche von zu Hause aus geltend machen kann. Alle Versicherer in EU-Mitgliedsstaaten mĂŒssen entweder selbst in jedem anderen EU-Staat regulieren oder einen Schadenbeauftragten haben, der dies fĂŒr sie ĂŒbernimmt. Wer auf das Zusatzmodul Auslandschaden-Schutzversicherung verzichtet hat, kann sich zu Hause an den Zentralruf der Autoversicherer (Tel. 0800-250 260 0; aus dem Ausland möglich: 0049 40 300 330 300) wenden. Dort ermittelt man mit Hilfe des gegnerischen Autokennzeichens den Schadenregulierungsbeauftragten. SelbstverstĂ€ndlich erfolgt die Schadenregulierung in der Muttersprache des GeschĂ€digten. Hat die gegnerische Versicherung oder ihr ReprĂ€sentant drei Monate nichts von sich hören lassen, kann man sich auch an die EntschĂ€digungsstelle bei der Verkehrsopferhilfe in Berlin wenden.

Mit weit ĂŒber elf Millionen Kunden ist die HUK-COBURG der große Versicherer fĂŒr private Haushalte mit traditionell preisgĂŒnstigen Angeboten von der Kfz-Versicherung ĂŒber Haftpflicht-, Unfall-, Sach- und Rechtsschutzversicherung bis hin zur privaten Kranken-, der Lebens- sowie der privaten Rentenversicherung. Mit Beitragseinnahmen 2016 von fast sieben Mrd. Euro zĂ€hlt sie zu den zehn grĂ¶ĂŸten deutschen Versicherungsgruppen. Traditioneller Schwerpunkt ist die Kfz-Versicherung: Mit 11,2 Millionen versicherten Fahrzeugen ist sie der grĂ¶ĂŸte deutsche Autoversicherer. In der privaten Haftpflicht- sowie in der Hausratversicherung belegt sie Platz zwei. Die HUK-COBURG mit Sitz in Coburg beschĂ€ftigte Ende 2016 insgesamt ĂŒber 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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