Soft Mobility auf dem Vormarsch: Der MobilitÀtsmix Àndert sich

Um ein Auto zu besitzen und es tĂ€glich zu nutzen, mĂŒssen Fahrer:innen inzwischen spitz rechnen. Vor allem die stark gestiegenen Spritpreise belasten das Budget.

MĂŒnchen (ots)

  • Alternative Verkehrsmittel: Die HĂ€lfte der Deutschen lĂ€sst das Auto fĂŒr Bus, Bahn oder Fahrrad inzwischen stehen.
  • Alternativer MobilitĂ€tskonsum: 56 Prozent der Autobesitzer:innen haben ein Fahrrad als zusĂ€tzliches Verkehrsmittel, fast zehn Prozent einen E-Roller.
  • Alternativen nur in der Stadt? Auf dem Land sind immer noch fast sieben von zehn Deutschen tĂ€glich auf das Auto angewiesen.

Um ein Auto zu besitzen und es tĂ€glich zu nutzen, mĂŒssen Fahrer:innen inzwischen spitz rechnen. Vor allem die stark gestiegenen Spritpreise belasten das Budget. Diese Entwicklung zeigt zugleich: Es braucht offenbar finanziellen Druck, um auch ökologisch etwas zu bewegen. Denn nach den Ergebnissen des Autobarometers 2023 “Cars: Whatever it takes?” von Consors Finanz BNP Paribas rĂŒckt die Soft Mobility, also MobilitĂ€tsformen, die die Umwelt weniger belasten, jetzt stĂ€rker ins Visier der Fahrer:innen. Knapp 30 Prozent der deutschen Autobesitzer:innen und 32 Prozent weltweit steigen hĂ€ufiger als frĂŒher auf das Fahrrad um oder gehen zu Fuß, 20 Prozent (24 Prozent weltweit) nehmen öfter Bus und Bahn.

Soft Mobility fĂŒr den Alltag, das Auto fĂŒr Reisen

Inzwischen nutzen mehr als vier von zehn Autofahrer:innen weltweit und in Deutschland sogar knapp ĂŒber die HĂ€lfte regelmĂ€ĂŸig öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder E-Roller als Alternative fĂŒr ihre tĂ€glichen Fahrten zur Arbeit. Auch fĂŒr Touren zum Supermarkt oder zu Hobbys lassen 44 Prozent der Befragten (Deutschland und weltweit) ihr Auto inzwischen stehen. Bei Reisen bleibt der Pkw das Transportmittel Nummer eins – allerdings nicht mit riesigem Abstand: 51 Prozent der Deutschen und 39 Prozent weltweit fahren mit dem Auto in den Urlaub, 25 bzw. 33 Prozent (Deutschland/weltweit) nehmen Zug oder Reisebus, 15 bzw. 13 Prozent Flugzeug oder Schiff und 9 bzw. 15 Prozent setzen auf Carsharing.

Fahrrad als neues Statussymbol

Wenn es um MobilitĂ€tsalternativen geht, scheint Autobesitzern neben dem Spareffekt FlexibilitĂ€t wichtig zu sein. So haben 56 Prozent der Deutschen ein Fahrrad in der Garage stehen, mit dem sie regelmĂ€ĂŸig unterwegs sind. In 16 Prozent der Haushalte befindet sich ein Motorrad oder Motorroller und bei neun Prozent ein Scooter. Die Entwicklung spiegelt zugleich einen verĂ€nderten MobilitĂ€tskonsum wider: E-Bikes entwickeln sich zu einem neuen Statussymbol – der Absatz hat sich in Deutschland seit 2015 vervierfacht und lag 2022 bei 2,2 Millionen verkauften E-Bikes. Das entspricht einen Marktanteil von 48 Prozent des Gesamtabsatzes an FahrrĂ€dern. Dabei werden laut dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) E-Bikes erheblich öfter und ĂŒber lĂ€ngere Wegstrecken verwendet.

Soft-Mobility-Angebote sind auf dem Land noch immer ausbaufÀhig

Diese Ergebnisse dĂŒrfen allerdings nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass es in Sachen MobilitĂ€t nach wie vor große Unterschiede zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung gibt. Auf dem Land ist das Auto weiterhin das Verkehrsmittel der Wahl. In Bezug auf die tĂ€glichen Fahrten zeigt sich das GefĂ€lle am deutlichsten: In Deutschland geben 65 Prozent der Landbewohner an, beinahe ausschließlich den Pkw zu nutzen (weltweit 56 Prozent). Bei den Stadtbewohnern sind es nur 41 Prozent (35 Prozent). Daran Ă€ndert auch der Kostendruck wenig – die Ausgaben fĂŒr das Auto stehen dem wirtschaftlichen Zwang, zur Arbeit zu kommen, gegenĂŒber.

HĂ€ndler und Hersteller mĂŒssen sich als Teil der neuen Verkehrskonzepte etablieren

Die Soft Mobility wird nur in dem Maße zu einer echten Alternative zum Pkw, indem Autofahrer:innen sie als praktische und – etwa ĂŒber Angebote wie dem 49-Euro-Ticket – auch preisgĂŒnstige MobilitĂ€tsform kennenlernen können. Aus Sicht von Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz, wird sich daher vor allem in den StĂ€dten mehr und mehr ein MobilitĂ€tsmix etablieren: “Das Auto wird zu einem Puzzleteil eines ganzheitlichen, sauberen Verkehrskonzepts werden.” WĂ€hrend die Wagen zu Hause oder im Parkhaus am Rande der City stehen bleiben, ĂŒbernehmen (Leih-)ZweirĂ€der, Bahn oder E-Busse die letzte Meile. Entsprechend werde sich auch Bedarf insbesondere von Kommunen oder Logistikanbietern Ă€ndern: “Die Nachfrage nach E-Bussen jeder Art und GrĂ¶ĂŸe und nach Fahrzeugen mit autonomer Steuerung steigt deutlich”, sagt der Branchenexperte. Darauf mĂŒssen sich Hersteller und HĂ€ndler einstellen. “Sie können sich frĂŒhzeitig als Partner von Kommunen positionieren und mĂŒssen öffentliche Ausschreibungen gut im Blick behalten.”

Weitere Informationen

Über die Studie

Die Verbraucherstudie wurde vom 23. Juni bis 8. Juli 2022 durch Harris Interactive in 18 LĂ€ndern durchgefĂŒhrt: Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, SĂŒdafrika, USA und TĂŒrkei. Insgesamt wurden ĂŒber 16.600 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt (Online-Befragung ĂŒber CAWI). Diese Personen wurden aus einer reprĂ€sentativen nationalen Stichprobe des jeweiligen Landes ausgewĂ€hlt.

Original-Content von: Consors Finanz, ĂŒbermittelt durch news aktuell

 

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