Seepferdchen als K├╝hlerfigur – ein ZeitHaus Klassiker mit bewegter Geschichte

Seepferdchen als K├╝hlerfigur

Sein ├Âffentliches Deb├╝t feierte der 3 Litre 1919 als Prototyp auf der London Motor Show – die Serienproduktion mit dem 70 PS starken Motor startete 1921 in Cricklewood.

Wolfsburg (ots) –┬áDie Sammlung des Automobilmuseums ZeitHaus in der Autostadt in Wolfsburg ist marken├╝bergreifend und umfasst rund 260 Fahrzeuge von mehr als 60 Herstellern. Dass der Bentley 3 Litre Speed, den Anthony Methley 1923 bestellte, einmal Teil dieser Sammlung sein w├╝rde, war f├╝r ihn ebenso wenig abzusehen wie das bronzene Seepferdchen, das den K├╝hler sp├Ąter schm├╝ckte.

Bei der Bestellung seines Fahrzeugs konnte Methley – so war es damals ├╝blich – das motorisierte Chassis von einem Karosseriebauer seiner Wahl einkleiden lassen. Als einer von lediglich 32 3-Litre-Kunden entschied er sich f├╝r James Young & Co. – einem 1863 in Bromley gegr├╝ndeten Karosseriespezialisten f├╝r exklusive Individualaufbauten. Seinen 3 Litre mit viersitzigem “James Young-Aufbau” und der Chassis-Nummer 506 ├╝bernahm Methley dann am 24. Februar 1924 im Bentley-Werk Cricklewood. Wartungseintr├Ąge in der “Bentley-Akte #506” beurkunden eine vorbildliche Scheckheftpflege in den folgenden Jahren: Die Bremsen wurden erstmals am 10. Januar 1925 nachgestellt. Im November justierte man – bei einem Tachostand von 9.746 Meilen – das Ventilspiel und behob ein Wackeln in der Lenkung. 1927 stand eine erste Motor├╝berholung auf dem Programm, sp├Ąter wurden Kolben, Wasserpumpe und die Lager der Kurbelwelle ersetzt. Auch Unfall-Reparaturen sind in der penibel handschriftlich gef├╝hrten “#506-Akte” vermerkt. Die Aufzeichnungen enden 1938 mit der Notiz, dass “diverse Lagerbuchsen und ein Kardanwellenlager” geordert wurden.

Die Spur des Dreiliter-Bentleys verlor sich im Anschluss bis in das Jahr 1940: Bootsbauer Austin Packard Farrar suchte einen Schrottplatz nahe Lancing, Sussex, auf und fand dort zuf├Ąllig einen Bentley 3 Litre – es handelte sich um #506. Farrar erwarb das f├╝r die Verschrottung bestimmte Automobil f├╝r 20 ┬ú. Per Zug verfrachtete er den Bentley an seinen Wohnort Portsmouth, wo er dem Fahrzeug neues Leben einhauchte – fortan nannte er ihn wegen seines Motorenger├Ąuschs “Bumble” – auf deutsch: Hummel. Farrars Plan war es, das Fahrzeug k├╝nftig als “working horse” einzusetzen, um seine gebauten Boote damit ├╝ber Land zum Kunden zu transportieren. Das gefl├╝gelte “Bentley-B” auf dem Verschlussdeckel des K├╝hlers ersetzte er durch ein filigran gefertigtes Seepferdchen aus Bronze – es symbolisierte die N├Ąhe des Bootsbauers zum Meer. Austin Packard Farrar verstarb 2004 im Alter von 91 Jahren. Mit dem Erwerb von #506 im Jahre 2006 durch die Autostadt in Wolfsburg wird die Geschichte “Bumbles” im ZeitHaus weitererz├Ąhlt – als dem letzten verbliebenen 3 Litre mit James Young-Aufbau und einem Seepferdchen als K├╝hlerfigur.

Hintergrund Bentley 3 Litre

Sein ├Âffentliches Deb├╝t feierte der 3 Litre 1919 als Prototyp auf der London Motor Show – die Serienproduktion mit dem 70 PS starken Motor startete 1921 in Cricklewood. Das Exponat aus der Sammlung des ZeitHauses wurde ab 1924 als sportlichere Variante unter dem Namen “3 Litre Speed” verkauft – mit 80 PS aus 2,996 cm3 Hubraum, Vierradbremse und einer H├Âchstgeschwindigkeit von 145 km/h. Die Hochleistungsvariante “Super Sports” kam 1925 mit knapp 90 PS auf den Markt und war f├╝r den Motorsport ausgelegt – ihr gelangen 1924 und 1927 Siege in Le Mans. Insgesamt wurden von 1921 bis 1929 1.619 “3 Litre” produziert – darunter 513 Speed-Modelle. Das erste Modell der Bentley Motors Ltd. war damit auch Begr├╝nder einer bis heute reichenden Tradition hochwertiger Spitzen-Automobile.

Original-Content von: Autostadt GmbH, ├╝bermittelt durch news aktuell

Das k├Ânnte Sie auch interessieren:

%d Bloggern gef├Ąllt das: