Notrufsystem bringt Sicherheit fĂŒr Ă€ltere Autos

Notrufsystem bringt Sicherheit fĂŒr Ă€ltere Autos

Wiesbaden (ots) – Seit Ende MĂ€rz mĂŒssen in der EU neue Fahrzeugtypen mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgestattet sein. Besitzern aller anderen Autos rĂ€t das Infocenter der R+V Versicherung die NachrĂŒstung mit einem Ă€hnlichen Notrufsystem. Patricia Rehse, Kfz-Beraterin bei R+V, erklĂ€rt, warum das Sinn macht.

Frau Rehse, bei einem schweren Unfall setzt eCall (Emergency Call) automatisch einen Notruf ab. Ziel ist es, durch den schnellen Einsatz von RettungskrĂ€ften Menschenleben zu retten. Doch bisher gilt diese Pflicht in der EuropĂ€ischen Union ausschließlich fĂŒr Fahrzeugmodelle, fĂŒr die erstmals eine Typengenehmigung beantragt wird. Die meisten Autos werden also weiterhin ohne eCall gebaut und verkauft. Außerdem fahren viele Gebrauchtwagen ohne das System. Was raten Sie diesen Autobesitzern?

Patricia Rehse: Nach Berechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dauert es noch fast zehn Jahre, bis auch nur die HĂ€lfte aller Autos tatsĂ€chlich eCall an Bord hat. Deshalb haben sich die deutschen Kfz-Versicherer das EU-Vorhaben zum Vorbild gemacht und unter FederfĂŒhrung des GDV mit dem sogenannten “Unfallmeldedienst” eine NachrĂŒstlösung entwickelt. Sie ist schon seit April 2016 auf dem Markt und hat ebenfalls die schnelle Rettung zum Ziel.

Wie funktioniert der Unfallmeldedienst genau?

Patricia Rehse: KernstĂŒck des Unfallmeldedienstes ist der sogenannte Unfallmeldestecker, der einfach in den 12-Volt-Anschluss im Fahrzeug gesteckt wird. Er enthĂ€lt Sensoren, die eine Kollision und die Schwere des Crashs erkennen. Via Bluetooth werden diese Informationen an die dazugehörige Unfallmelde-App auf dem Smartphone des Fahrers ĂŒbermittelt. Die App wiederum meldet den Unfall an die Notrufzentrale der Autoversicherer, zusammen mit Informationen zur Schwere des Unfalls, der Position des Wagens und der Fahrtrichtung.

Gleichzeitig versucht die Notrufzentrale, telefonisch Kontakt zum Fahrer aufzubauen, um die Unfallsituation – sofern möglich – weiter zu klĂ€ren. Je nach Unfallsituation ĂŒbergibt die Notrufzentrale den Fall an die nĂ€chstgelegene Rettungsleitstelle oder organisiert eine Unfall- und Pannenhilfe. Das Ziel ist natĂŒrlich, Menschenleben zu retten. Denn im Notfall kommt es mitunter auf jede Minute an. Die EU rechnet damit, dass sich durch solche Notfallsysteme die Zeit zwischen einem Unfall und dem Eintreffen der RettungskrĂ€fte um 40 bis 50 Prozent reduziert, je nach Unfallort. Der Unfallmeldedienst hat ĂŒbrigens 2017 bei 280 schweren UnfĂ€llen schnelle Hilfe organisiert.

Wie groß ist der Aufwand fĂŒr das NachrĂŒsten?

Patricia Rehse: Sehr gering! Ein Werkstatt-Besuch ist nicht erforderlich. R+V bietet beispielsweise den Schutzbrief “AutoNotruf” mit Unfallmeldedienst. Die Kunden erhalten den Unfallmeldestecker nach Vertragsabschluss automatisch per Post. Den brauchen sie nur in den 12-Volt-Anschluss des Fahrzeugs stecken, “AutoNotruf-App” downloaden, Registrierung durchfĂŒhren, und schon ist das System startklar. Ab Juli wird die Registrierung ĂŒbrigens noch einmal schneller gehen.

Warum macht das NachrĂŒsten aus Ihrer Sicht Sinn?

Patricia Rehse: 2017 haben sich mehr als 2,6 Millionen VerkehrsunfĂ€lle auf deutschen Straßen ereignet. Bei ĂŒber 300.000 davon waren Personen betroffen. Diese Zahlen sind ein gutes Argument dafĂŒr, ein Notrufsystem im Auto zu haben. Zudem sind viele Autofahrer im Falle eines Falles ĂŒberfordert und wissen nicht, wie sie bei einem Unfall oder einer Panne reagieren sollen. Mit dem automatischen Notrufsystem erhalten sie schnelle Hilfe – genau dann, wenn sie diese am dringendsten brauchen.

Quelle: www.infocenter.ruv.de

Original-Content von: R+V Infocenter, ĂŒbermittelt durch news aktuell

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