Kinder mit dem “Elterntaxi” nicht bis zum Schultor bringen

Schulkinder fr√ľhzeitig an Stra√üenverkehr gew√∂hnen

Au√üerdem gilt es, f√ľr mehr Sicherheit einige Regeln zu beachten. So sollten Kinder immer auf der Gehwegseite aus dem Auto steigen.

K√∂ln (ots) –¬†Im bev√∂lkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen startet das neue Schuljahr. Dann bringen wieder viele Eltern ihre Kinder – insbesondere Grundschulkinder – mit dem Auto zur Schule. Dieses auch als “Elterntaxi” bekannte Ph√§nomen ist weit verbreitet. Laut der Studie “Mobilit√§t in Deutschland” von 2017 wird fast die H√§lfte aller Grundschulkinder in Deutschland mit dem Auto zur Schule gefahren. Nur rund ein Drittel der Kinder geht zu Fu√ü, 13 Prozent kommen mit dem Fahrrad und 10 Prozent mit dem Bus. “Es gibt viele Gr√ľnde f√ľr ‘Elterntaxis’. Oft sind beispielsweise beide Eltern berufst√§tig und machen auf dem Weg zur Arbeit einen Abstecher zur Schule. Das l√§sst sich leichter organisieren und ist aus Sicht mancher Eltern sicherer als der Fu√üweg oder der √∂ffentliche Nahverkehr”, sagt Thorsten Rechtien, Kraftfahrzeugexperte bei T√úV Rheinland. “Damit nehmen Eltern ihren Kindern die Chance, Erfahrungen im Stra√üenverkehr zu sammeln. Besser ist es, wenn Kinder sich so fr√ľh wie m√∂glich selbst√§ndig auf den Schulweg machen.”

Halteverbot vor Schulen unbedingt beachten

Wer f√ľr den Schulweg nicht auf das Auto verzichten kann, der kann mit anderen Eltern Fahrgemeinschaften bilden und so den Verkehr rund um die Schule entlasten. Au√üerdem gilt es, f√ľr mehr Sicherheit einige Regeln zu beachten. So sollten Kinder immer auf der Gehwegseite aus dem Auto steigen. Au√üerdem sollten Eltern ihre Kinder nicht direkt am Schultor aussteigen lassen. “Direkt vor Schulen besteht in der Regel ein absolutes Halteverbot. Das bedeutet ausnahmslos: F√ľr das Ein- und Aussteigen darf nicht gehalten werden. Denn das gef√§hrdet andere Schulkinder und Verkehrsteilnehmer”, unterstreicht Rechtien.

Aktive Erfahrung im Verkehr ermöglichen

Besser ist es, einen geeigneten Platz zum Ein- und Aussteigen in der N√§he der Schule zu w√§hlen. Manche Gemeinden haben inzwischen eigene Haltestellen f√ľr “Elterntaxis” eingerichtet. Von dort aus k√∂nnen die Kinder zumindest einen kurzen Weg selbst√§ndig zur√ľcklegen. “Jede Erfahrung als aktiver Verkehrsteilnehmer ist wertvoll. Viele Kinder nutzen im Auto ihr Smartphone und beobachten nicht mehr den Verkehr. Dadurch f√§llt das ‘passive Lernen’ weg”, hat Rechtien beobachtet. Eine Folge der “Elterntaxis” sind laut dem Experten h√∂here Durchfallquoten in der F√ľhrerscheinpr√ľfung. “Wer sich in der Fahrschule erstmals mit den Regeln f√ľr den Stra√üenverkehr besch√§ftigt, dem f√§llt es anfangs sehr schwer, die Verkehrssituationen – beispielsweise im dichten Stadtverkehr – richtig einzusch√§tzen”, sagt Thorsten Rechtien.

Fu√ü- oder Fahrradweg ein√ľben und den sichersten Weg w√§hlen

Sind Fu√üweg oder Fahrrad m√∂gliche Alternativen, sollten Eltern den Weg mit ihren Kindern ein√ľben. Dar√ľber hinaus ist es besser, nicht den k√ľrzesten, sondern den sichersten Weg zu w√§hlen. “Im Zweifel lieber Umwege in Kauf nehmen und Stra√üenquerungen vermeiden”, r√§t Thorsten Rechtien. Wichtig sind besonders im Herbst und Winter helle Kleidung, Reflektoren auf den Schulranzen und gute Beleuchtung am Fahrrad, so dass die Kinder f√ľr Autofahrer schon aus der Ferne gut sichtbar sind. “Sicherer ist es gerade am Anfang, wenn Kinder gemeinsam mit Mitsch√ľlern zur Schule gehen oder fahren. Hierf√ľr sollten Eltern entsprechende Verabredungen treffen”, sagt Rechtien.

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