Erstes Smart-City-Reallabor der ThĂŒga: Koblenz bekommt Klimastraße

Smart-City-Reallabor der ThĂŒga

Die “Klimastraße” wird mehrere Anwendungen verbinden: ParkraumĂŒberwachung, Ladeinfrastruktur, Emissions- und weitere Sensorik. Im September sollen die ersten Anlagen in Betrieb gehen.

MĂŒnchen/Koblenz (ots) – In einem gemeinsamen Reallabor testen die Energieversorgung Mittelrhein (evm) und die ThĂŒga innovative Smart-City-Lösungen fĂŒr Koblenz. Die “Klimastraße” wird mehrere Anwendungen verbinden: ParkraumĂŒberwachung, Ladeinfrastruktur, Emissions- und weitere Sensorik. Im September sollen die ersten Anlagen in Betrieb gehen.

Mit der “Klimastraße” konnte sich die evm bei der Ausschreibung fĂŒr das Reallabor durchsetzen. Das ThĂŒga-Kompetenzcenter Innovation hatte Anfang 2020 ThĂŒga-Partnerunternehmen aufgefordert, sich zu bewerben. Den Gewinner wĂ€hlten die 39 Mitglieder der Innovationsplattform per Abstimmung. Ziel des Reallabors ist die Pilotierung von anwendungsĂŒbergreifenden Smart-City-Projekten unter realen Bedingungen vor Ort.

BĂŒrger profitieren im Alltag

Energieversorgern und ihren Kommunen eröffnet ein solcher Probelauf wesentliche Erkenntnisse fĂŒr den Wandel zur Smart City. Josef Rönz, Vorstandsvorsitzender der evm, fasst das Ziel zusammen: “Wir möchten Smart-City in Koblenz erlebbar machen und mit Nutzen fĂŒr den Alltag der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger verbinden.” Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ThĂŒga, erklĂ€rt: “Es gibt ein berechtigt hohes Interesse der Partnerunternehmen, sich erfolgreiche Smart-City-Lösungen zunĂ€chst anzusehen, bevor sie ein Projekt so oder in Ă€hnlicher Weise selbst umsetzen. Mit den Reallaboren gehen wir einen großen Schritt in Richtung Transparenz”. FĂŒr alle ThĂŒga-Partnerunternehmen und ihre Kommunen besteht die Möglichkeit, an den Erfahrungen mit den neuen Technologien teilzuhaben.

Weniger Parkplatzsucher, bessere Luft und mehr

Die geplante “Klimastraße” im viel befahrenen oberen Teil der Löhrstraße, die sich in der Stadtmitte von Koblenz befindet, gliedert sich in zwei Projektbereiche. Hier wird das Projekt Smart Parking aufgesetzt, das auch aus Mitteln des “Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020” der Bundesregierung gefördert wird. Dazu werden in einem Teil der Straße die Straßenlaternen mit Overhead-Sensoren ausgestattet. Zusammen mit LoRaWAN Parksensoren im Boden – in einem weiteren Straßenabschnitt – ĂŒbermitteln sie Autofahrern u.a. per digitalen Anzeigetafeln an den Kreuzungen und ĂŒber App die Summe freier ParkplĂ€tze in der Straße. Ziel ist es, den Parksuchverkehr und Schadstoff-Emissionen zu verringern. Über LoRaWAN und andere Mess-Anwendungen kann die LuftqualitĂ€t ĂŒberprĂŒft und die Zahl der Radfahrer und Fahrzeuge festgehalten werden. In einem weiteren Projektschritt werden die Straßenlaternen zu einer schnellen Ladeinfrastruktur fĂŒr E-Autos ausgebaut und eine Informations-Station fĂŒr die Passanten der Klimastraße eingerichtet.

Der Koblenzer OberbĂŒrgermeister David Langner erklĂ€rt: “Gerade in der Innenstadt macht alleine der Parkplatzsuchverkehr einen nicht zu unterschĂ€tzenden Teil des gesamten Autoverkehrs aus. Hier intelligente Problemlösungen zu finden wird ein Pro fĂŒr Autofahrer, Anwohner und Umwelt sein. Wir sind sehr gespannt auf das Reallabor.”

Umsetzungsstart fĂŒr Juni geplant

Aktuell laufen die Planungen zwischen evm und der Stadt Koblenz. Beispielsweise mĂŒssen noch die genauen Standorte fĂŒr die Sensoren und IoT-Schnittstellen abgestimmt werden. Im Juni soll dann der Aufbau des Reallabors beginnen. Der Testbetrieb fĂŒr die verschiedenen AnwendungsfĂ€lle in der Klimastraße wird mindestens 18 Monate laufen. Die Finanzierung setzt sich maßgeblich zusammen aus dem Mittelanteil der evm, aus Bundesfördermitteln fĂŒr das Smart-Parking-Projekt und dem Förderanteil der ThĂŒga Innovationsplattform. Die nötigen personellen und technischen Ressourcen stellen die evm, die Stadt Koblenz und die ThĂŒga bereit.

Zur Umsetzung kommt außerdem ein Reallabor bei der badenova AG & Co KG in Freiburg. Hier rĂŒckt die stĂ€rkere digitale VerknĂŒpfung der Smart City mit dem lĂ€ndlichen Raum in den Fokus – eine Herausforderung, die viele weitere Kommunen der ThĂŒga Innovationsplattform betrifft.

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