Elektroauto-Neuzulassungen 01/2018: Starkes Wachstum in China – Europa hinkt hinterher

Elektroladesäule

D√ľsseldorf (ots) – Aktuelle PwC-Analyse:

Nachdem es im vergangenen Jahr sp√ľrbar aufw√§rtsging, hat die Dynamik des Markts f√ľr Elektro- und Hybridfahrzeuge zum Jahresauftakt √ľberraschend in Europa deutlich nachgelassen: Die Zahl der im ersten Quartal neu zugelassenen Batterie-Elektrofahrzeuge stieg in den f√ľnf wichtigsten europ√§ischen M√§rkten Deutschland, Gro√übritannien, Frankreich, Spanien und Italien lediglich um knapp 4.000 auf knapp 22.000, davon knapp 9.000 in Deutschland. Das zeigt die aktuelle “E-Mobility Sales Review”, der internationale Trendbericht zur Elektromobilit√§t von PwC Autofacts. Die Wachstumsrate, die 2017 noch bei mehr als 47 Prozent lag, ging damit auf nur noch 22 Prozent zur√ľck. “Das erste Quartal hat die Grenzen der aktuellen Kapazit√§t von Elektroautos gezeigt”, sagt Felix Kuhnert, Global Automotive Leader von PwC. “Wer auf eine Fortsetzung des Booms gehofft hatte, wird noch etwas Geduld brauchen.”

Ab Sommer könnte es kräftig aufwärtsgehen

Allerdings d√ľrfe der Wachstumsr√ľckgang “nicht √ľberbewertet werden”, meint Kuhnert. “Das Interesse an Elektroautos w√§chst deutlich schneller, als es die Neuzulassungen suggerieren.” Wesentliche Ursachen f√ľr den verhaltenen Jahresauftakt seien weit verbreitete Lieferengp√§sse von existierenden Modellen sowie das Warten auf neue Angebote.

Das hat aber bald ein Ende; ab Sommer k√∂nnte der Markt deshalb wieder deutlich kr√§ftiger wachsen. “Mehrere Hersteller bringen in den n√§chsten Monaten neue Modelle mit h√∂heren Reichweiten auf den Markt”, sagt Christoph St√ľrmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts. Zudem geht er davon aus, dass die Autokonzerne ihre Produktionskapazit√§ten sukzessive ausweiten werden.

Absatz und Kapazität in China wachsen rasant

In den USA verlief der Jahresauftakt f√ľr Hersteller von Elektroautos zwar etwas erfreulicher – aber auf niedrigem Niveau: Mit 14.429 neu zugelassenen Elektrofahrzeugen im Januar und Februar stieg die Wachstumsrate laut PwC-Autofacts-Trendbericht von 20,5 auf 28 Prozent.

Auf dem chinesischen Markt, den die PwC-Experten im Vorfeld der am 25. April beginnenden Beijing Motor Show besonders genau unter die Lupe genommen haben, bietet sich ein anderes Bild: Die Wachstumsrate bei den Neuzulassungen von Elektroautos lag in den ersten beiden Monaten des Jahres bei 153 Prozent und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Angesichts der hohen Pr√§senz von Elektrofahrzeugen im √∂ffentlichen Bereich – etwa bei den st√§dtischen Taxiflotten – und einer intensiven staatlichen F√∂rderung sei das aber erst der Beginn einer weiteren Umstellung des Marktes, meint Kuhnert. “Der chinesische Markt hat ausreichende Produktionskapazit√§ten f√ľr weiteres Wachstum der E-Mobilit√§t.”

Verschärfter Wettbewerb in Fernost?

Allerdings k√∂nnte sich die Situation bald ver√§ndern: Auf der Beijing Motor Show werden chinesische und internationale Hersteller zahlreiche attraktive neue Modelle pr√§sentieren, die auch kurzfristig zum Verkauf zur Verf√ľgung stehen. “Nachdem 2017 √ľber 500.000 Elektrofahrzeuge in China produziert worden sind, erwarten wir 2018 eine Zunahme um 50 Prozent auf √ľber 750.000 Einheiten. Die Schwelle von einer Million Batteriefahrzeugen wird schon 2019 √ľberschritten werden”, erl√§utert Kuhnert.

Allein in China? Eine Frage des Vertrauens

Zudem hat die Regierung im Vorfeld des Events angek√ľndigt, die H√ľrden f√ľr ausl√§ndische Unternehmen zu senken. Demnach will sie Hersteller von Elektroautos bereits 2018 von der Pflicht befreien, Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Anbietern zu gr√ľnden. Die Liberalisierung k√∂nnte weitere Anbieter nach China locken, und den internen Wettbewerb versch√§rfen – und die Platzhirsche in Fernost somit zwingen, die Schlagzahl zu erh√∂hen. “Ich halte es f√ľr denkbar, dass ein Motiv der chinesischen Regierung ist, die lokalen Hersteller zu professionalisieren”, sagt St√ľrmer.

Allerdings sei derzeit noch nicht absehbar, ob europ√§ische Autokonzerne die Einladung annehmen. “Wer ohne Joint-Venture-Partner in China investieren will, sollte sich vorher fragen, ob und inwieweit er sich zutraut, sich ohne strategischen Partner in dem dortigen Rechts- und Gesellschaftssystem zurechtzufinden”, r√§t er. Deutlich unberechenbarer als die Produktion sei im √úbrigen die Zulassung von Fahrzeugen f√ľr den chinesischen Markt. “Wegen hoher H√ľrden und schneller Regel√§nderungen k√∂nnte hier mancher sein blaues Wunder erleben”, warnt St√ľrmer. Damit ist noch offen, wie deutsche Hersteller von der Markt√∂ffnung in China profitieren werden.

Elektro- statt Dieselfahrzeuge?

In Deutschland ist es um den Diesel wieder etwas ruhiger geworden, w√§hrend sich der Marktanteil auf niedrigem Niveau stabilisiert hat. “Sp√§testens wenn die ersten St√§dte Fahrverbote verh√§ngen, d√ľrften sich deutsche Autofahrer wieder verst√§rkt vom Diesel abwenden”, sagt St√ľrmer. “Ich bin aber skeptisch, ob sie schon auf breiter Front auf Elektro-Autos umsatteln.” Viele Diesel-Fahrer seien preissensitiv und somit keine Erstk√§ufer f√ľr neuartige E-Fahrzeuge. Zugleich m√ľsse sich erst noch zeigen, inwieweit Kunden mit hoher Preisbereitschaft Modelle deutscher Hersteller kaufen. St√ľrmer: “Gerade die Avantgarde-Kunden d√ľrften im Moment nach abwarten, weil zahlreiche neue Modelle der Premiumhersteller angek√ľndigt worden sind.” Der PwC Autofacts-Trendbericht zu E-Mobilit√§t wird quartalsweise ver√∂ffentlicht. Die n√§chste Ausgabe erscheint nach Abschluss des zweiten Quartals 2018. Die Reports finden Sie unter: www.pwc.de/e-mobilitysales

Original-Content von: PwC Deutschland, √ľbermittelt durch news aktuell

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