Elektrifizierung der Luftfahrt: Start-ups treiben Innovation

Electrical Propulsion Development.

MĂŒnchen (ots) – Immer mehr Systeme an Bord von Flugzeugen werden auf elektrische Antriebe umgestellt. Auch die ersten voll- oder teilelektrisch angetriebenen Luftfahrzeuge sind bereits im Test oder im Zulassungsverfahren, etwa ein autonom fliegendes Air-Taxi, das kĂŒrzlich in Dubai vorgestellt wurde. Dabei sind es meist Start-ups oder kleine Akteure die an Projekten fĂŒr elektrische Flugzeugantriebe arbeiten; die traditionellen Flugzeugbauer sind bisher nur am Rande beteiligt. Doch die Industrie darf die Entwicklung nicht unterschĂ€tzen und sollte sich auf diesen Wandel vorbereiten, so die neue Roland Berger-Studie “Aircraft Electrical Propulsion – The Next Chapter of Aviation?”.

“Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern wann elektrisch angetriebene Flugzeuge NormalitĂ€t sein werden”, sagt Manfred Hader, Partner von Roland Berger. “In den nĂ€chsten Jahrzehnten wird sich die Luftfahrt stark verĂ€ndern.” Dabei kommen immer neue Akteure ins Spiel. So haben die Roland Berger-Experten 70 Elektromodell-Projekte unter die Lupe genommen: Fast die HĂ€lfte (46%) davon wird von Start-ups oder unabhĂ€ngigen Entwicklern betrieben. Nur in 18 Prozent der FĂ€lle sind die großen Flugzeughersteller beteiligt. Ein Fehler, meint Hader: “Die traditionelle Luftfahrtindustrie sollte die Entwicklung nicht nur genau beobachten, sondern sich aktiv einbringen und frĂŒhzeitig geeignete Partnerschaften, zum Beispiel mit Start-ups, eingehen.”

Technischer Fortschritt gibt die Richtung vor

Zwar hat die Entwicklung hin zum elektrischen Fliegen erst angefangen und es gibt noch einige HĂŒrden auf dem Weg. Da ist zum einen der Markt: Da elektrische Antriebe zunĂ€chst nur fĂŒr Kurzstrecken infrage kommen, ist die Nachfrage klein. Dazu kommen technische Herausforderungen: FĂŒr den breiten Einsatz voll- und hybridelektrischer Systeme im Flugzeugbau muss vor allem die Speicherdichte von Batterien deutlich steigen. Zudem sind leichte und gleichzeitig leistungsstarke Motoren nötig, die auch völlig neue Bauweisen, zum Beispiel mit mehreren Propellern, erlauben. Denn: “FĂŒr das elektrische Fliegen reicht es nicht, einfach heutige Flugzeugmodelle auf Elektromotoren umzustellen”, sagt Hader. “Das gesamte Flugzeugdesign muss energieeffizienter werden.”

Doch der Fortschritt geht bereits in die richtige Richtung. So erwarten die Roland Berger-Experten, dass die Speicherdichte von Batterien ab 2025 den Wert von 0,5 Kilowattstunden pro Kilogramm erreicht. Ab diesem Wert ist ein sinnvoller Einsatz der Batterien in der Luftfahrt möglich. “Bei den langen EntwicklungszeitrĂ€umen im Flugzeugbau ist das nicht mehr so weit entfernt”, sagt Hader. “Das zeigt, dass die Flugzeugbauer sich schon jetzt mit diesem Trend befassen sollten, sonst kommen sie möglicherweise zu spĂ€t.”

Regulierung muss mit Wandel Schritt halten

Auch die Behörden haben dies erkannt: In den vergangenen Monaten haben sowohl die amerikanische (FAA) als auch die europĂ€ische Luftfahrtbehörde (EASA) elektrische Antriebe fĂŒr Flugzeuge grundsĂ€tzlich zugelassen. “Damit öffnen sich Möglichkeiten fĂŒr die Entwicklung neuer Systeme in der Luftfahrt”, sagt Hader. “Jetzt muss die Regulierung weiter Schritt halten mit der technologischen Entwicklung und den Übergang optimal begleiten.” Im Zentrum stehen dabei Sicherheit und ZuverlĂ€ssigkeit der Systeme.

Wie schnell und weitgehend die Luftfahrt elektrifiziert wird, hĂ€ngt also von verschiedenen Faktoren ab. Die Roland Berger-Experten halten vier Szenarien fĂŒr möglich: von der langsamen Evolution bis hin zur Revolution durch die schnelle Entwicklung neuer Technologien, die auch fĂŒr große Flugzeuge hybridelektrische oder sogar vollelektrische Antriebe ermöglichen. “Unsere Szenarien zeigen die Bandbreite der möglichen Entwicklungen”, sagt Hader. “Auch wenn noch offen ist, welches davon letztendlich eintritt: Tatsache ist, dass die Luftfahrt sich wandeln wird. Darauf muss sich die Industrie einstellen, je frĂŒher desto besser.”

Die vollstÀndige Studie finden Sie unter www.rolandberger.de/pressemitteilungen

Roland Berger, 1967 gegrĂŒndet, ist die einzige der weltweit fĂŒhrenden Unternehmensberatungen mit deutscher Herkunft und europĂ€ischen Wurzeln. Mit rund 2.400 Mitarbeitern in 34 LĂ€ndern ist das Unternehmen in allen global wichtigen MĂ€rkten erfolgreich aktiv. Die 50 BĂŒros von Roland Berger befinden sich an zentralen Wirtschaftsstandorten weltweit. Das Beratungsunternehmen ist eine unabhĂ€ngige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 220 Partnern.

Original-Content von: Roland Berger, ĂŒbermittelt durch news aktuell

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