Diesel: VMF nimmt Stellung zur Zukunft des Dieselantriebs

Verbot und “Einbruch” der Zulassungszahlen nicht in Sicht / Gebrauchtwagenpreise noch relativ stabil / Expertise und Feedback der herstellerunabh√§ngigen Gesellschaften wichtig /

Diesel: VMF nimmt Stellung zur Zukunft des Dieselantriebs

Michael Velte: “Zum Diesel gibt es noch keine wirkliche, marktreife Alternative f√ľr lange Strecken”

Private und gewerbliche Dieselkunden, aber auch alle anderen Marktteilnehmer, sind seit September 2015 beunruhigt und aktuell h√§ufen sich die Presseanfragen, wie es mit dem Diesel weitergeht. Das nimmt der Verband der markenunabh√§ngigen Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) zum Anlass, sich die Entwicklung noch einmal genauer anzusehen und ein Res√ľmee zu ziehen.

Der Dieselskandal war ein Schock f√ľr alle. “Made in Germany” hat dadurch einen Imageschaden davongetragen, Hersteller, Leasinggesellschaften und vor allem auch die Kunden sind verunsichert. Die VMF-Gesellschaften versuchen diese Verunsicherung und s√§mtliche weiteren Negativauswirkungen wie Restwertabsenkung, einen m√∂glichen h√∂heren Treibstoffverbrauch nach dem Update der Software etc. durch intensive Beratung in Kundengespr√§chen und Aufkl√§rung abzufedern.

VMF sieht aktuell keinen Einbruch von Diesel-Fahrzeugen in Fuhrparks
In deutschen Fuhrparks ist der Diesel √ľberproportional hoch vertreten. Trotz der weiter unklaren Gemengelage und da bisher noch keine Erfahrungswerte vorliegen, sind die Chancen f√ľr den Diesel derzeit nicht schlecht. 45,9 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge waren 2016 mit Dieselantrieb ausgestattet. Das waren laut Kraftfahrtbundesamt zwei Prozentpunkte weniger als 2015. “Das ist ein sehr gutes Ergebnis vor dem Hintergrund der damals herrschenden Dieselskandale verschiedener Hersteller”, so Velte. Inwiefern es in 2017 speziell in Firmenfuhrparks zu weiteren sp√ľrbaren R√ľckg√§ngen kommt, bleibt noch abzuwarten. Bekanntlich hat dieser Teilmarkt ganz andere Gesetzm√§√üigkeiten als der Privatmarkt. Dort ist die aktuelle Verunsicherung schon deutlich an Zulassungszahlen des Diesels abzulesen. Auf der anderen Seite gibt es auch noch keine wirkliche, marktreife Alternative f√ľr lange Strecken, die den Diesel unter betriebswirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten abl√∂sen k√∂nnte. Dieselantriebe sind nach wie vor die Leistungsst√§rksten, nicht nur bei Transportern und Lkw. Elektrofahrzeuge sind bisher einfach noch nicht so weit – weder was die Reichweite, die Wirtschaftlichkeit, noch die fl√§chendeckenden Ladem√∂glichkeiten betrifft. Auch ein generelles, regionales Dieselverbot sieht der VMF bisher nicht. “Wichtig ist, dass die Politik Rahmenbedingungen f√ľr echte Alternativen schafft. Elektromobilit√§t ist nur eine Alternative, aber langfristig m√ľsste es weitere M√∂glichkeiten und Technologien geben. Alleine auf die E-Mobilit√§t zu setzen ist zu kurz gegriffen”, sagt Michael Velte, Vorstandsvorsitzender des VMF.

Softwareupdate und Restwerte
Die Informationen durch Volkswagen √ľber den Abgasskandal an die Kunden und die Nachr√ľstungen liefen schleppend. Doch nun sind diese Wogen wieder gegl√§ttet, wenn man nur die Technik um den Dieselskandal betrachtet. “Allerdings waren daraufhin die Gebrauchtwagenpreise bei den vom Skandal betroffenen Dieselfahrzeugen aus dem VW Konzern um einige Prozentpunkte abgesackt und werden sich aus unserer Sicht auf diesem niedrigeren Niveau jetzt stabilisieren”, so Velte. Insofern ist ein m√∂glicher Wertverlust alleine durch die negative Diskussion um den Diesel bei diesen Fahrzeugen schon vorweggenommen. Inwiefern die Restwerte f√ľr Dieselfahrzeuge und speziell f√ľr Leasingr√ľckl√§ufer auch von anderen Herstellern mittelfristig nachgeben werden, bleibt noch abzuwarten. Wenn der DAT auch mit seiner Umfrage bei 700 Autoh√§ndlern im Mai 2017 feststellt, dass gebrauchte Dieselfahrzeuge aktuell wegen der Kundenverunsicherung zwar im Durchschnitt 12 Tage l√§nger auf dem Hof stehen, aber ansonsten kein tats√§chlich sp√ľrbarer Wertverlust eingetreten ist, sollte man die t√§glichen Standkosten von circa EUR 24,– pro Tag nicht au√üer Acht lassen. Wichtig ist, potenziellen K√§ufern wieder Sicherheit in die Dieseltechnologie zu geben. Denn nach jetzigem Stand wird es entsprechende M√∂glichkeiten der Nachr√ľstung von EU 5 auf EU 6 geben.

Zwischenfazit zur Dieseldiskussion
Fuhrparkbetreibern und ihren Beratern aus den Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaften wird Flexibilit√§t abverlangt und eine regelm√§√üige Marktbeobachtung ist unerl√§sslich – besonders bei einigen Modellen. Die Car Policies m√ľssen ggf. an die Situation angepasst werden. Jeder sollte vor allem schauen, welche Schritte die Politik auf Betreiben der Hersteller unternimmt und an welchen Stellschrauben gedreht wird. “Zurzeit wird Elektromobilit√§t gepuscht und dabei kann man sich fragen, ob die angestrebte St√ľckzahl von Fahrzeugen auf Deutschlands Stra√üen politisch nicht auf Kosten des Dieselantriebs erreicht werden soll”, hinterfragt Velte die aktuellen Nachrichten aus Berlin und Br√ľssel. Zumindest ist es der Politik gelungen, erheblichen Druck bei den Herstellern aufzubauen. Nun gilt es f√ľr die Politik ebenso, diese Diskussion wieder zu entschleunigen. Welcher Politiker will schon – und das auch noch vor einer Bundestagswahl – massive volkswirtschaftliche Verwerfungen riskieren. Denn an dieser Technologie h√§ngen eine ganze Menge Arbeitspl√§tze.

Entscheidend f√ľr Flottenbetreiber ist jetzt einmal mehr, dem richtigen Leasinggeber bei seiner Beratung in der Auswahl der Fahrzeuge zu vertrauen. Er tr√§gt nicht nur das sp√§tere Vermarktungsrisiko, sondern hat auch langj√§hrige Erfahrungswerte und wird ad√§quate Vorkehrungen treffen.

Der VMF, der Verband der markenunabh√§ngigen Fuhrparkmanagementgesellschaften, fokussiert sich auf Qualit√§ts- und Zukunftssicherung. Er versteht sich als Kompetenzzentrum f√ľr Fuhrparkmanagement. Ihm geh√∂ren die bedeutendsten herstellerunabh√§ngigen Flottenleasinggesellschaften mit langj√§hriger Erfahrung an. Mit ihrer gemeinsamen Arbeit setzen sie Branchenstandards, um dem anspruchsvollen Flottenbetreiber, Sicherheit und Transparenz beim Management seines Fuhrparks zu bieten. Sie sind objektive Berater zu Wirtschaftlichkeit und Effizienz im Fuhrpark durch eine alleine auf die Bed√ľrfnisse des Fuhrparks abgestimmte Fahrzeugleasing-Service Kombination. Gerade f√ľr Fuhrparkneulinge sind sie erste Anlaufstelle.

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