Die Bußgeld-Panne des Jahres

“Geblitzt” mit 2 km/h unter dem Tempolimit.

Berlin (ots) – Ein Autofahrer aus Guldental staunte nicht schlecht ĂŒber seinen Anhörungsbescheid. Darin warf ihm die Zentrale Bußgeldstelle des rheinlandpfĂ€lzischen PolizeiprĂ€sidiums eine Ordnungswidrigkeit vor, die in Wirklichkeit gar keine war. Der Betroffene wandte sich in seiner Not an die Coduka GmbH. Über deren Online-Service Geblitzt.de wurden seit FirmengrĂŒndung im Jahr 2013 bereits an die 200.000 BußgeldvorwĂŒrfe geprĂŒft.

Der Autofahrer war im Sommer dieses Jahres mit der amtlich “festgestellten Geschwindigkeit von 128 km/h” auf der Bundesautobahn 61 Richtung Ludwigshafen unterwegs. Obwohl die “zulĂ€ssige Geschwindigkeit” an der Messstelle 130 km/h betrĂ€gt, leiteten die Beamten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Der Vorwurf: “Sie ĂŒberschritten die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften um 2 km/h.” Dabei ist der vermeintliche VerkehrssĂŒnder eigentlich sogar unterhalb des Tempolimits geblieben.

“Folglich ist der Vorwurf nicht nur unrechtmĂ€ĂŸig, sondern fernab jeder Verkehrsregel-Logik”, sagt Jan Ginhold als GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Coduka. Bei der Ermittlung von VerkehrsverstĂ¶ĂŸen sei nichts unmöglich. “Es gab schon FĂ€lle, in denen die Behörden sogar physikalische Gesetze ausgehebelt haben. Einmal soll ein Pkw-Fahrer laut Bußgeldbescheid zur exakt selben Zeit an mehreren Orten gleichzeitig geblitzt worden sein.” Doch nicht nur bei kuriosen BußgeldvorwĂŒrfen bietet das Berliner Unternehmen Verkehrsteilnehmern eine kostenfreie ÜberprĂŒfung an.

DafĂŒr arbeitet die Coduka GmbH eng zusammen mit zwei großen Anwaltskanzleien, deren VerkehrsrechtsanwĂ€lte bundesweit vertreten sind. Die Zahlen können sich sehen lassen. TĂ€glich erreicht das Geblitzt.de-Team eine Flut von Anfragen. 12 % der betreuten FĂ€lle werden eingestellt. Bei weiteren 35 % besteht die Möglichkeit einer Strafreduzierung. Und wie finanziert sich das kostenfreie GeschĂ€ftsmodell? Durch die Erlöse aus Lizenzen einer selbst entwickelten Software, mit der die AnwĂ€lte ihre FĂ€lle deutlich effizienter bearbeiten können. Somit leistet die Coduka GmbH aufgrund des Einsatzes von Legal-Tech-Lösungen Pionierarbeit auf dem Gebiet der Prozessfinanzierung.

Der Fall des Fahrers aus Guldental erwies sich erst Wochen spĂ€ter als Fehler vom Amt. Die Beamten waren an diesem Tag nicht auf TemposĂŒnder aus, sondern fĂŒhrten eine Abstandkontrolle durch. Dabei errechneten sie ĂŒber den Weg und die Zeit auch die Geschwindigkeit des Autofahrers. Nur, die war völlig korrekt und kein Grund fĂŒr die Einleitung eines Verfahrens. Dem Betroffenen wird kein Geschwindigkeitsverstoß mehr vorgeworfen.

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