MĂŒnchen (ots) – Kommt es zu einem harten Brexit, wird dieser die deutsche Automobil-Zulieferindustrie hart treffen: Die Zulieferbranche mĂŒsste im Jahr des Ausscheidens mit UmsatzeinbuĂen in Höhe von 3,8 Milliarden Euro im Vergleich zu einem No-Brexit-Szenario rechnen. Keine guten Voraussetzungen fĂŒr die ArbeitsplĂ€tze in den Unternehmen: Hier könnten nach Berechnungen des aktuellen Deloitte Brexit Briefings “Harter Brexit und die Lieferkette” bis zu 14.000 Jobs gefĂ€hrdet sein. Grund dafĂŒr ist die starke Verflechtung deutscher Zulieferer mit deutschen, britischen und anderen europĂ€ischen Automobilproduzenten auf zwei Ebenen: So beliefern deutsche Zulieferer die britische Autoindustrie direkt und sind zudem indirekt an der Produktion deutscher und anderer europĂ€ischer Exportwagen nach UK beteiligt. Durch die EinfĂŒhrung von WTO-Zöllen und einer dauerhaften Abwertung des Pfunds im Falle des harten Brexit sinkt der Autoabsatz und die Automobilproduktion in UK trifft dies somit unmittelbar deutsche Automobilzulieferer, da nahezu jedes fĂŒnfte im Vereinigten Königreich verbaute Automobil-Teil aus deutscher Produktion stammt.
“Die Lieferketten der europĂ€ischen Automobilindustrie erstrecken sich ĂŒber zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten. Im Zuge des Brexits aufkommende Handelshemmnisse, wie Zölle oder Regulierungen, wĂŒrden den Lieferketten erheblich schaden und dadurch die Kosten fĂŒr Zulieferer und deren Abnehmer erhöhen”, erklĂ€rt Dr. Thomas Schiller, Partner und Leiter Automotive bei Deloitte.
Fast ein FĂŒnftel britischer Autoteile aus Deutschland Sinkt der Absatz von Automobilen, sinkt zwangslĂ€ufig auch der Absatz der Zulieferer. TatsĂ€chlich ist UK der gröĂte Absatzmarkt fĂŒr deutsche Zulieferer innerhalb Europas. Ganze 18 Prozent aller dort verbauten Teile stammen aus deutscher Produktion. Zugleich produzieren rund 30 der gröĂten deutschen Zulieferer im Vereinigten Königreich und sind somit unmittelbar an der dortigen Herstellung beteiligt. Der Umsatz, den deutsche Zulieferer aufgrund der britischen Automobilproduktion und des Marktes erzielten, belief sich 2016 auf 16,9 Mrd. Euro.
Ăber 40.000 ArbeitsplĂ€tze hĂ€ngen in Deutschland am UK-ZuliefergeschĂ€ft Entsprechend dem enormen Handelsvolumen und dem hohen Verflechtungsgrad der deutschen Zulieferindustrie mit GroĂbritannien wĂ€ren bei einem harten Brexit zahlreiche ArbeitsplĂ€tze betroffen. Insgesamt 42.500 Arbeitnehmer sind mittelbar und unmittelbar vom Handel mit GroĂbritannien abhĂ€ngig: 15.700 Mitarbeiter durch direkte Lieferbeziehungen, also die Belieferung britischer Autobauer, weitere 26.800 durch indirekte Lieferbeziehungen ĂŒber die Beteiligung an der deutschen sowie EU-Autoproduktion fĂŒr die Insel.
Harter Brexit lĂ€sst AutoabsĂ€tze schrumpfen KĂ€me es zu einem harten Brexit ohne spezielle Abkommen und Ăbergangsregelungen, dafĂŒr mit WTO-Zöllen und Wechselkurschwankungen, betrĂ€fe dies sowohl Im- wie Exporte des Königreichs. Deutsche und in der EU gebaute Autos in GroĂbritannien wĂŒrden etwa 21 Prozent teurer, britische Fahrzeuge in der EU 13 Prozent. Aufgrund der möglichen Preissteigerungen, wĂŒrden deutsche und europĂ€ische Automobilproduzenten etwa 650.000 Fahrzeuge in UK weniger in UK absetzen und die britische Automobilindustrie wĂŒrde rund 120.000 Autos weniger produzieren.
“Ein harter Brexit wĂŒrde die UmsĂ€tze deutscher Zulieferer, die aus der Verflechtung mit UK resultieren, im Brexit-Jahr 2019 um 23 Prozent von 16,4 auf 12,6 Milliarden Euro schrumpfen lassen. Dies entspricht einem RĂŒckgang von rund 5 Prozent der aktuellen GesamtumsĂ€tze der deutschen Zuliefererbranche”, ergĂ€nzt Dr. Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte.
Die komplette Studie finden Sie hier zum Download: http://ots.de/nFmjw
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