Continental forscht am Aquaplaning-Warner

Hannover/Frankfurt/Toulouse (ots)

  • Technologieunternehmen Continental setzt auf Netzwerk aus Kameras, Reifensensoren und cleverer Software zur Erkennung drohenden Aquaplanings
  • Serieneinsatz in einer nĂ€chsten Fahrzeuggeneration vorstellbar

Das Technologieunternehmen Continental forscht an einem Auto-Warnsystem bei Aquaplaning-Gefahr. Dieser Grip-Verlust bei extrem nasser Fahrbahn reduziert die Kontrollierbarkeit von Fahrzeugen dramatisch und stellt daher eine große Unfallgefahr dar. In Zukunft soll der Aquaplaning-Warner auf Basis von Reifensensordaten und Kamerainformationen drohende Aquaplaning-Situationen frĂŒhzeitig erkennen. So werden die Fahrer rechtzeitig gewarnt und können ihre Geschwindigkeit im Vorfeld noch besser anpassen. Ein erster Serieneinsatz der in der Vorentwicklung befindlichen Technik ist aus Sicht der Technologieexperten in einer nĂ€chsten Fahrzeuggeneration vorstellbar. An der Hard- und Software des Aquaplaning-Warners forschen die Continental-Ingenieure in Frankfurt, Hannover und Toulouse.

“Plötzlich auftretendes Aquaplaning ist trotz bester Reifen immer Schreckmoment und kann eine Unfallgefahr bedeuten. Auf Basis von Sensorinformationen und Software entwickeln wir eine leistungsstarke Technologie, die das Gefahrenpotential von Aquaplaning erkennt und den Fahrer frĂŒhzeitig warnt”, erlĂ€utert Frank Jourdan, Continental Vorstandsmitglied und Leiter der Division Chassis & Safety.

Im Zusammenhang mit der weiteren Erforschung des Aquaplaning-Effekts und der Entwicklung des Aquaplaning-Warners weist Continental auf die Bedeutung von genĂŒgend Profiltiefe fĂŒr die Verkehrssicherheit hin. Da Aquaplaning von der Profiltiefe der Reifen, der Wasserhöhe auf der Straße und der gefahrenen Geschwindigkeit abhĂ€ngt, empfiehlt Continental, Sommerreifen bei drei Millimetern Restprofil zu erneuern. Unterhalb dieser Grenze steigt das Risiko des Aquaplanings deutlich an. Autofahrern raten die Fachleute grundsĂ€tzlich, ihre Geschwindigkeit bei nasser Fahrbahn oder Regen zu reduzieren.

Kameras als SchlĂŒssel fĂŒr frĂŒhzeitige Aquaplaning-Warnung

Aquaplaning entsteht, wenn das Reifenprofil das Wasser auf der Straße nicht schnell genug ableiten kann. Experten sprechen daher vom sogenannten “Aufschwimmen”, da der Reifen sprichwörtlich auf einem Wasserfilm schwimmt und den Grip zur Straße vollstĂ€ndig verliert. Um diese ĂŒbermĂ€ĂŸige WasserverdrĂ€ngung zu erkennen, setzt Continental auf Bilder der sogenannten Surround View-Kameras. Diese Weitwinkel-Kameras sind in den Seitenspiegeln sowie im KĂŒhlergrill und im Heck der Continental-Entwicklungsfahrzeuge eingebaut. “Wenn viel Wasser auf der Straße ist, zeigen die Kamerabilder ein spezifisches Spritz- und SprĂŒhmuster der Reifen. Dieses Muster nutzen unsere Algorithmen, um eine Aquaplaning-Gefahr zu identifizieren”, erlĂ€utert Bernd Hartmann, Projektleiter bei Continental in Frankfurt.

Reifensensoren erspĂŒren Aquaplaning-Gefahr

ZusĂ€tzlich zu den Kameradaten plant Continental auch Informationen von den Reifen selbst zu nutzen, um das Aquaplaning-Risiko zu erkennen. Hier werden Signale der Sensoren direkt in den Reifen analysiert. “Wir verwenden das Signal des Beschleunigungssensors aus dem elektronischen Reifeninformationssystem eTIS und suchen dies nach einem spezifischen Signalmuster ab”, erlĂ€utert Andreas Wolf, Leiter des GeschĂ€ftsbereichs Body & Security bei Continental. Da der eTIS-Sensor auch das Restprofil des Reifens erkennen kann, lĂ€sst sich anhand dieser Daten eine sichere Geschwindigkeit fĂŒr einen bestimmten nassen Fahrbahnzustand berechnen und an den Fahrer weiterleiten. Alle Sensordaten können zukĂŒnftig in einem zentralen Fahrzeugrechner fĂŒr den Aquaplaning-Warner ausgewertet werden. Erkennt das System eine Gefahr bei der aktuellen Geschwindigkeit, wird der Fahrer auf eine sichere Geschwindigkeit hingewiesen. Hier spielt dann die Fahrzeugvernetzung ihre Trumpfkarte aus: Selbst Fahrzeuge, die noch weit hinter einer möglichen Aquaplaning-Stelle unterwegs sind, können ĂŒber die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und die digitale Straßenkarte des elektronischen Horizonts direkt ĂŒber die Gefahr informiert werden. So erhalten auch die Verkehrsleitsysteme die Informationen ĂŒber entsprechende Gefahrenstellen. Gerade fĂŒr automatisiert fahrende Fahrzeuge wird der Aquaplaning-Warner wichtig, denn die automatisierte Fahrstrategie muss ganz ohne menschliche Fahrerfahrung Aquaplaning-Situationen verhindern. FĂŒr Continental ist daher fĂŒr manuell und automatisiert gesteuerte Fahrzeuge der Aquaplaning-Warner ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Vision Zero – einem Straßenverkehr ohne UnfĂ€lle.

Continental entwickelt wegweisende Technologien und Dienste fĂŒr die nachhaltige und vernetzte MobilitĂ€t der Menschen und ihrer GĂŒter. Das 1871 gegrĂŒndete Technologieunternehmen bietet sichere, effiziente, intelligente und erschwingliche Lösungen fĂŒr Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr und Transport. Continental erzielte 2017 einen Umsatz von rund 44 Milliarden Euro und beschĂ€ftigt aktuell mehr als 238.000 Mitarbeiter in 61 LĂ€ndern.

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