AutowĂ€sche auf PrivatgelĂ€nde – rechtswidrig oder erlaubt?

AutowÀsche auf PrivatgelÀnde - rechtswidrig oder erlaubt?

Wiesbaden, 16. August 2017. EinschĂ€umen, abspĂŒlen, polieren: Viele Autofahrer nutzen immer noch gerne die eigenen Garageneinfahrten oder StellplĂ€tze fĂŒr die Fahrzeugpflege. Doch in vielen StĂ€dten und Gemeinden ist das inzwischen verboten – und oft gilt dieses Verbot sogar schon fĂŒr das einfache Abspritzen mit klarem Wasser. Darauf macht das Infocenter der R+V Versicherung aufmerksam.

Bequem, aber umweltschÀdlich
Es ist bequem und gĂŒnstig, dem Fahrzeugschmutz direkt vor der HaustĂŒr mit Gartenschlauch und Putzeimer zu Leibe zu rĂŒcken. Doch die private AutowĂ€sche kann die GewĂ€sser verunreinigen, weil sich dabei immer auch ÖlrĂŒckstĂ€nde, Teer und andere Stoffe lösen. “Hinzu kommt, dass spezielle und teilweise aggressive Putzmittel fĂŒr die Autopflege ins Grundwasser gelangen können”, sagt Ralph Glodek, Nachhaltigkeitsbeauftragter beim R+V-Infocenter. Umweltfreundlicher ist es, das Auto in einer Autowaschanlage oder auf ausgewiesenen WaschplĂ€tzen zu reinigen. “Das Abwasser wird hier umweltschonend in den Kreislauf eingebracht und die Reinigungsmittel genauer dosiert.”

Oft kommt”s auf den Untergrund an
In vielen StĂ€dten und Gemeinden ist es ohnehin verboten, das Auto auf unbefestigten UntergrĂŒnden zu reinigen, also etwa auf einer gepflasterten Einfahrt. Allerdings fehlt eine deutschlandweit einheitliche Regelung. “Wir empfehlen Autobesitzern, sich vorab zu erkundigen, ob die AutowĂ€sche auf privatem GelĂ€nde erlaubt ist”, so R+V-Experte Glodek. In der Regel ist die Untere Wasserbehörde dafĂŒr zustĂ€ndig. Auch in der Stadt- oder Gemeindeordnung ist es in der Regel eindeutig festgelegt. Wer dagegen verstĂ¶ĂŸt, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit, eine Geldbuße kann die Folge sein – manchmal bis zu 1.000 Euro. GrundsĂ€tzlich untersagt ist die AutowĂ€sche in Wasserschutzgebieten.

Anders sieht es mitunter bei geteerten oder anders versiegelten FlĂ€chen aus: Wenn die SchmutzabwĂ€sser in die Kanalisation fließen und ĂŒber die KlĂ€ranlagen gereinigt werden, ist die FahrzeugwĂ€sche unter UmstĂ€nden erlaubt. Auch hier geben die zustĂ€ndigen Behörden Auskunft.

Öffentliche Straßen meist tabu
Öffentliche Straßen und PlĂ€tze haben zwar meist einen befestigten Untergrund, und das Schmutzwasser kann in die Kanalisation fließen. Trotzdem gibt es hier meist ebenfalls kein grĂŒnes Licht fĂŒr die Fahrzeugpflege. “Ein Großteil der Gemeinden und StĂ€dte hat fĂŒr die AutowĂ€sche auf öffentlichen Straßen Sonderregelungen getroffen. Diese verbieten schon das einfache Abspritzen”, so Ralph Glodek.

Das R+V-Infocenter wurde 1989 als Initiative der R+V Versicherung in Wiesbaden gegrĂŒndet. Es informiert regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Service- und Verbraucherthemen. Das thematische Spektrum ist breit: Sicherheit im Haus, im Straßenverkehr und auf Reisen, Schutz vor UnfĂ€llen und Betrug, Recht im Alltag und Gesundheitsvorsorge. Dazu nutzt das R+V-Infocenter das vielfĂ€ltige Know-how der R+V-Fachleute und wertet Statistiken und Trends aus. ZusĂ€tzlich fĂŒhrt das R+V-Infocenter eigene Untersuchungen durch: Die reprĂ€sentative Langzeitstudie ĂŒber die “Ängste der Deutschen” ermittelt beispielsweise bereits seit 1992 jĂ€hrlich, welche wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Themen den Menschen am meisten Sorgen bereiten.

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