50 Jahre Volvo Sicherheit-Concept-Car VESC: Sicherheitstechnik vorausgedacht

Volvo Sicherheit-Concept-Car VESC

Das Volvo VESC pr√§sentierte einezukunftsweisender Sicherheitstechniken ‚Äď und gab zugleich Hinweise auf das ikonische Serienmodell Volvo 240.

  • Volvo VESC lieferte die Blaupause f√ľr zuk√ľnftige Sicherheitstechniken
  • Futuristisches Safety Car und Vorbote f√ľr Serienmodell Volvo 240
  • Forschungsfahrzeug mit vision√§rem Nachhaltigkeitsansatz

Lackiert in Orange leuchtender Signalfarbe avancierte dieser Prototyp Anfang M√§rz 1972 zu einem Publikumsfavoriten auf dem Genfer Automobilsalon: Das Volvo VESC (Volvo Experimental Safety Car) pr√§sentierte eine fast beispiellose Vielfalt zukunftsweisender Sicherheitstechniken ‚Äď und gab zugleich konkrete Hinweise auf das zwei Jahre sp√§ter folgende ikonische Serienmodell Volvo 240. Aber auch auf dem damals neuen Forschungsgebiet der Nachhaltigkeit √ľberraschte der Volvo VESC mit Pionierleistungen.

Selten sorgte ein Forschungsfahrzeug f√ľr so viel Furore, allerdings war der Volvo VESC auch ein ganz besonders spektakul√§res, in kantig-klares skandinavisches Design gegossenes Concept Car. Dieser Volvo zeigte √ľber 20 bahnbrechende Sicherheitssysteme und dazu neue Techniken zur Abgasreduktion. Innovationen, die in einem seit 1969 mit insgesamt zehn Fahrzeugen durchgef√ľhrten Safety-Car-Prototypen-Programm erfolgreich erprobt wurden und sp√§ter √ľberwiegend in neue Volvo Serienmodelle einflossen.

Volvo VESC als Vorbote einer neuen √Ąra der Fahrzeugsicherheit

Die Sicherheitsgurte als bis heute wichtigste Sicherheitsinnovation sind bei Volvo bereits seit 1959 Serienstandard. Eine k√ľhne Evolution pr√§sentierte das Volvo VESC: Semi-passive vordere Sicherheitsgurte, die sich beim Motorstart automatisch anlegten bzw. automatisch aufrollten, wenn der Fahrer den Motor abstellte und das Fahrzeug verlie√ü.

Erg√§nzend gab es im Volvo VESC Fahrer- und Beifahrerairbags sowie erstmals in die Hutablage integrierte Airbags f√ľr die Fondpassagiere. Neu im Fond waren zudem Sicherheits-Kopfst√ľtzen. In die Frontsitze wurden au√üerdem Kopfst√ľtzen integriert, die sich bei einem Unfall automatisch aufstellten. Mehr Schutz bei einer Frontalkollision bot der tief installierte Motor, der sich dann unter die Fahrgastzelle schob, w√§hrend die vorgespannte Lenks√§ule um 15 Zentimeter nach vorne sprang, also weg vom Fahrer.

Die au√üergew√∂hnlich steife Sicherheitskarosserie wurde neu gedacht und durch ein Netzwerk stabiler Tr√§ger, innovativen Seitenaufprallschutz und einen massiven √úberrollk√§fig gesch√ľtzt. Der Tank wurde kollisionsgesch√ľtzt mittig unter die zweite Sitzreihe montiert und die Kraftstoffzufuhr bei Unf√§llen automatisch unterbrochen. Selbst bei einem Sturz aus 2,40 Meter H√∂he auf das Fahrzeugdach wurde dieses nur geringf√ľgig um bis zu 7,5 Zentimeter eingedr√ľckt.

Kleinere Kollisionen mit Geschwindigkeiten von bis zu 16 km/h bewirkten keinerlei bleibende Verformungen an der Karosserie des Volvo VESC, denn davor sch√ľtzten 18 Zentimeter dicke Teleskopsto√üstangen. Futuristisch wirkte 1972 nicht nur ein Vorl√§ufer heute aktueller ABS-Bremssysteme, sondern auch dieses Fahrerassistenzsystem: Eine R√ľckfahrkamera mit R√∂hren-Monitor im Cockpit erleichterte und sicherte Rangiervorg√§nge. Hinzu kamen ein damals neuartiger akustischer R√ľckfahrwarner und ein Heckscheiben-Wischer mit Waschanlage. Warnleuchten in den ge√∂ffneten T√ľren gab es im Volvo VESC √ľbrigens ebenso wie eine lastabh√§ngige automatische H√∂heneinstellung der Scheinwerfer, die wiederum durch eine integrierte Waschvorrichtung von Verschmutzungen ges√§ubert wurden.

Von der Zukunftsvision in die Großserie: Volvo 240 diente als Referenzfahrzeug 

Im Forschungsfahrzeug Volvo VESC vermittelten viele vision√§re Sicherheitsfeatures noch den Eindruck von Science-Fiction, aber schon im Jahr 1974 wurden einige der Innovationen im Volvo 240 neuer Serienstandard und damit automobiler Alltag. Die innovativen Sicherheitsstandards im Volvo 240 wurden sogar auf au√üergew√∂hnliche Art durch die US-Verkehrssicherheitsbeh√∂rde NHTSA best√§tigt, nutzte sie dieses bis 1993 gebaute Volvo Modell doch als Referenzbaureihe f√ľr ihre gesamte Sicherheitsforschung.

So war der Volvo 240 in einer von Verkehrssicherheitsexperten empfohlenen, gut erkennbaren Signalfarbe bestellbar, die dem Orange des Volvo VESC √§hnelte. Auch die gewaltig gro√üen Kunststoffsto√üf√§nger des Volvo 240 waren durch das Safety Concept inspiriert. Vollkommen neu war zudem der Nachhaltigkeitsansatz des Volvo VESC, das Concept √ľberraschte mit der Einf√ľhrung eines EGR-Abgasr√ľckf√ľhrungssystems mit Katalysator. Nur vier Jahre sp√§ter erfolgte in Kalifornien der Vertriebsstart des Volvo 240 als weltweit erster Pkw mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator und Lambdasonde.

Als besonders große Meilensteine der Sicherheitsforschung und Entwicklung nachhaltiger Fahrzeugtechniken sind heute sowohl das Volvo Experimental Safety Car als auch der Volvo 240 Bestandteile der Sammlung im Museum des schwedischen Premiumherstellers in Göteborg.

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